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2003-06-08, 10:00 Gottesdienst PFINGSTFEST
Grusswort Der Profet Sacharja erhält den Auftrag, dem Tempelwiederaufbauer Serubbabel Mut zuzusprechen. Sacharja 4,6-7 [GN]: „Der Herr befahl mir, zu Serubbabel zu sagen: ‚Es wird dir nicht durch menschliche Macht und Gewalt gelingen, sondern durch meinen Geist! Ich, der Herr der Welt, sage es. – Wie ein Berg türmen sich die Widerstände vor dir auf; aber ich werde sie wegschaffen. Du wirst den Schlussstein in den wiederaufgebauten Tempel einsetzen, und alle werden in Jubel ausbrechen.‘“ Diese Worte stehen im alten Testament. Schon dort wird der Geist Gottes erwähnt.
Predigttext Johannes 14,23-27 [GN] (23)Jesus antwortete ihm: „Wer mich liebt, der wird sich nach meinem Wort richten; dann wird ihn auch mein Vater lieben, wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. (24)Wer mich nicht liebt, der richtet sich nicht nach meinen Worten. Die Botschaft, die ihr gehört habt, kommt nicht von mir, sondern von meinem Vater, der mich gesandt hat. / (25)Ich habe euch dies gesagt, solange ich noch bei euch bin. (26)Der Vater wird euch in meinem Namen einen Stellvertreter für mich senden, den heiligen Geist. Dieser wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe, und euch helfen, es zu verstehen. / (27)Zum Abschied gebe ich euch den Frieden, MEINEN Frieden, nicht den Frieden, den die Welt gibt. Erschreckt nicht, habt keine Angst!
Liebi Gmaind, wiä chamer sich motivierä? Als Mittel für d Motivation chamer Bilder iisetze. Hüt mached das Mannschaftstrainer eso. Si dänked, dass zum Erreiche vomene Ziel au s Unterbewusste erfasst werde mues. En blosse Appell „mached, tuänd, strenged oi aa“ nützt vilicht oberflächlich. Es ge’eignets Bild hät demgegenüber Tüüfe’wirkig. Dr Profet Sacharja hett dr Uuftrag, en an und für sich iisatzwillige Gläubige z motiviäre. Als ain Wäg vo dr Motivation stellt er em Serubbabel es Bild vor s geistige Aug: „Stell dir vor, du setzisch dr Schluss-Stai vom Tempel ii, in däm Moment isch dr Tempel wieder komplett uuf’baut. Alli Lüüt luäged dir g’spannt zuä, wenn du am Gebäude di letzt Handlig zur Fertig’stellig voll’züchsch, und denn bricht gewaltige Jubel uus!“ Mit däm Bild vor Auge hett dr Serubbabel denn dr Wiederuufbau vom zerstörte Tempel in Jerusalem organisiärt. Nachdem der Serubbabel vor sim innere Aug s fertige Resultat scho erblickt hett, so wiä s ihm dr Profet zuä’g’sproche hett, isch d Motivations-Chetti wiiter’gange. In äre Ziit, wo d Lüüt kai Geld gha hend und d Bevölkerig chuum für gemeinsami Projekt z begeistere gsi isch, hett er Freiwilligi zäme’trummlet, wo in Fronarbeit Wiederuufbau g’leistet hend. 70 Johr isch dr Tempel en Trümmer’huufe gsi, solang hett de Bewohner vo Jerusalem dr Drive g’fählt, zum us de Ruine es nois Gotteshuus erstoh loh. Es hetti Mensche ume’gha, und diä hend jo susch öpis g’macht dr lieb lang Tag, aber si händ anderi Prioritäte gsetzt. Zerstört worde isch di ganz Stadt Jerusalem, und zerst hett mer sicher emol d Wohnhüüser wieder uufbaut. Aber irgendwenn hett emol müse es G’meinschafts-Projekt choo. Fast drei Generatione hett’s duuret, bis dr Sprung vom Einzel-Interesse zum G’meinschafts-Interesse g’wagt worde isch. Immerhin, es hett klappt: dur d Iiwirkig vom Geist vo Gott. Das also, was d Lüüt derzuä bewegt, ihri vorhandene Resourcä ii’z’setze für en g’meinschafts’diänliche Zweck, das isch dr heilig Geist. Es isch dr Energie’schub vo dr Begeisterig, d Chraft vo dr Überzügig, dr point of no return imene positive Sinn: dr Serubbabel isch amene Ort gsi, wo alles, wo ihm g’fählt hett, en Schupf gsi isch. Aber där Schupf hett er sich nöd chöne sälber gee. Öpert hett ihn müse schupfe. Öpert – und öpis. Denn dr Profet Sacharja redet nöd im aigete Name. Er git em mögliche Tempel’uuf’bauer im Name vo Gott Zuversicht. Nur es Detail: Traditionell sind Profete im alte Testament gar nöd eso Fan vo Tempel. Dr Verdacht, wo vo Profete im alte Testament immer wieder g’üsseret wird – viellicht chamer au säge, ihres Vorurteil: wer im Tempel opferi, welli sich derfür s Rächt erkaufe, dihaimet über d Sträng z schloh. Nach em Motto: am Fiirtig Gott beruhige, damit er denn d Wuche dur ain bis zwai Auge zuä’truckt. Immerhin hett mer ihm jo e Tuube g’opferet. Oder e Gaiss. – Viellicht sind diä Profete gar nöd in jedem Fall dernäbet g’läge mit ihrem Verdacht. Di ainte Lüüt sind vilicht tatsächlich in Tempel choo, zum sich mit ihrne Opfer vor Gott frei’z’chaufe. In der Ziit nach dr babylonische Verschleppig hett en damalige Profet, dr Sacharja, allerdings müse um’dänke. Wenn s gar kain funktions’fähige Tempel git, denn chamer au nöd däne Lüüt, wo döthi go opfere gönd, unluuteri Ab’sichte unter’stelle. Und angesichts vo däm, dass dr Jerusalemer Tempel nüme in Betrieb gsi isch, hett dr Profet Sacharja d Chance vom Opfer-Kult gseh. In Tempel goh go opfere isch ebe nöd in jedem Fall und automatisch Hüüchelei oder Berechnig. Sondern es git ebe au Lüüt, wo in Tempel gönd, wil si Gott gärn hend. Es git Lüüt, wo in Tempel gönd, wil si Gott nöd nur es Schof, sondern au ihri Ziit und ihri Liäbi und ihri Hingab opfere wänd. Und es git Lüüt, wo in Tempel gönd, wil si gemeinsam mit anderne Gläubige vor Gott stoh und dur ihn denn wieder unterenand verbunde si wänd. Aigentlich g’hört dr Sacharja als Profet zunere Individualiste-Strömig, wo sait: Gott mues mer im Herz aa’bäte. Ob mer ihm zuäsätzlich no es Tiär opferet isch ihm doch egal. Denn aber, wo s gar kai Gläge’heit meh git, sini Liäbi zu Gott dur es Opfer sichtbar vor de Lüüt z unter’male, denn wird dr Sacharja vernünftig. E Liäbi, wo nur unsichtbar isch, ohni üsseri Erschiinigs’form, isch doch e chli dünn. Mer hett nöd eso vil dervo. E Frömmigkeit dörf sichtbar sii. Di Gläubige bestärked sich gege’siitig drin, vor Gott z läbe, wenn si en Treffpunkt hend, es gemeinsams Lokal. Und so git dr Sacharja di göttlich Botschaft wiiter. En Profet, wo sait: „Baued en Tempel!“ Wenn denn dr Tempel fertig isch, denn hett dr Profet wider fast sin alte Job. Denn chan er däne Lüüt, wo in Tempel gönd, säge, si sölled uuf’richtig aa’bäte, und ihri Iistellig seig wichtiger als dr Priis vom Opfer’tiär. –
Liäbi Gmaind, vom alte gang isch jetzt is noie Testament. Ich han scho erwähnt, dass dr Geist vo Gott, d Begeisterigs- und Motivationswirkig vo Gott, bereits im alte Testament vor’chummt. Döt chummt si aifach gelegentlich vor, aber di Gläubige hend no kais System druus g’macht. Im alte Testament goht mer mit dr Energie vo Gott, mit dr Dynamik vo Gott, vo Fall zu Fall um. D Chraft vo Gott chan aim z Tod erschrecke. D Chraft vo Gott chan ain zu noie Tate beflügle. Beides – dr Schreck und dr Uufbruch – chummt us dr gliiche Quelle. Es isch wiä bim Wasser, wo aim erfrische chan, aber au ertränke. Im noie Testament erschiint dr Geist vo Gott als heilige Geist, als eigeständigi Erschiinigs’form. Er isch nöd en Separat’gott, en Zuäsatz zum aine Gott, sondern er isch dr aini ainzige Gott, so wiä mir ihn gelegentlich erläbed. Diä Siite vo Gott, wo uf ois als Antrieb zu Tate und als Beweger im Fest’g’fahrene wirkt, däre hett mer aa’g’fange, „heilige Geist“ z säge. Dr Aafang ligt dodri, dass dr Jesus sini Jünger dur sis persönliche Vorbild und dur Gspröch motiviärt hett. Nach dr Himmelfahrt isch Jesus nüme liiblich anwesend gsi. Und es isch jetzt halt emol en Unter’schied, ob aim öpert öpis direkt und persönlich sait, oder ob mer sich di gliichige Wort us der Erinnerig füre’chratze mues. Dr heilig Geist, so wiän er an Pfingste chummt, isch öpis Angekündigtes, aber gliichziitig unerwartets. So wiäs denn use’cho isch, hetts di Betroffene verblüfft. Das isch minere Meinig noch symptomatisch für s Wirke vom heilige Geist: er isch meh als en Erfülligs’gehilf für diä Plän, wo mir üs eh vor’gnoh hend. Wenn mer am Sportle isch, chan mer in ere Pause isotonischi Getränk und Power-Riegel zu sich neh, damit mer nach der Pause exakt das fertig’mache chan, wo mer sich als Fitness’programm vor’gnoh hett. Um’g’setzt uf dr geistlichi Bereich: dr heilig Geist isch in dr Lag, üs über es Leistigs’tüüf oder e momentani Schwächi hinwäg’z’helfe. Aber er isch kais Mittel zum Zweck, wo wiä en Energie-Riegel, won ich uf dr Verpackig di genau Mengi an Mineralie und Vitamin abläse chan. Dr Geist isch en Wäg zum Zweck. Wenn ich ihn als Chraft’quelle uf mim aktuelle Wäg be’aa’spruche, chan er min aktuelle Wäg veralte loh und mich uf en noie Wäg schicke. Statt mich z befähige, s ursprünglich vor’gnonige Programm ab’z’spuele, chan dr Geist mis Programm eventuell ab’ändere. – Jesus hett üs dr heiligi Geist aa’kündet. Sini Wirkige chönd hingege unerwartet sii. Si sind au nöd bi allne Mensche gliich. Es git religiösi Strömige, wo sich vomene Geist vo dr Extase und Verzückig leite lönd. Isch dr Geist vo dr Extase und vo dr Verzückig au dr heiligi Geist? Bi däne, wo’s ne guät tuät, vermuätlich scho. Dr Geist vo dr Verständigung und vo dr Rücksichtnahm isch vilicht au dr heilig Geist. Aber dr Geist vo dr voruusailende Anpassig an alles, was aim begegnet, isch vilicht nöd dr heilig Geist. Dr Geist weht zwar, wo er will, aber er wird im noie Testament immerhin als Stellvertreter vo Jesus bezeichnet. Jesus hett die religiös Verzückig kennt. Ob er au in Zunge g’redet hett, wüssed mir nöd. Dass er um Verständigung und Rücksichtnahm kämpft hett, goht us sine Seligpriisige hervor. Dass er sich sinere Umwelt vorbehaltlos aa’passt hett, chan mer nöd säge. Er isch mit eme klare Profil uuf’trete, zu schroff für di ainte. Sin Geist wird infolge’desse kain konturlose Wohlfühlgeist sii, sondern vermuetlich eher für en Bereich sorge, wo Widersprüch drin uuf’g’hobe werded. Im Bereich vom Geist gits nöd luuter netti Harmlosigkeite, sondern es git schroffi Konture, wo sich allerdings gege’siitig neutralisiäred. So, und jetzt hoff ich, dass ich nöd z’vil Falsches gsait han über dr heilig Geist, denn mir chönd über ihn nöd verfüäge. AMEN.
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