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2002-09-08, 10:00 Gottesdienst mit Taufe
1.Petrus 5,5c-11 (5c)Es heisst doch: „Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu.“ / (6)Beugt euch also unter Gottes starke Hand, damit er euch wieder aufrichten kann, wenn seine Zeit kommt. (7)Ladet alle eure Sorgen auf ihn ab, denn er sorgt für euch. (8)Seid wachsam und nüchtern! Euer Feind, der Teufel, schleicht sich um die Herde wie ein hungriger Löwe. Er wartet nur darauf, dass er einen von euch verschlingen kann. (9)Leistet ihm Widerstand und haltet unbeirrt am Glauben fest. Denkt daran, dass eure Brüder in der ganzen Welt dasselbe durchmachen müssen wie ihr. / (10)Gott lässt euch jetzt für eine kurze Zeit leiden; aber er hat euch durch Jesus Christus dazu berufen, für immer in seiner Herrlichkeit zu leben. In seiner grossen Güte wird er euch Kraft geben, so dass euer Glaube stark und fest bleibt und ihr nicht zu Fall kommt. (11)Ihm gehört die Macht für alle Zeiten. Das ist gewiss!
Liebi Gmaind dr Inhalt vo de Wort isch nonig alles. Wer dass öpis sait, spilt ebefalls e Rolle. Dr Predigttext stammt us em Petrusbrief. Als Verfasser vo de beide Petrusbrief im noie Testament isch de Jünger und Apostel Petrus aagee. Anders als dr Römerbrief oder dr Korintherbriäf sind d Petrusbrief nöd nach em Empfänger benannt, sondern nach em Absender. Wenn mer sich vorstellt, dass dr Petrus hinter de Uussage vom Predigttext stoht, denn bechömed sogar Zitat e gwüssi Färbig. Dr ersti Vers vom Predigttext heisst: „Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen die gering von sich denken, wendet er seine ganze Liebe zu.“ Der Spruch het dr Petrus nöd erfunde. Er het en klaut – oder uus’gliehe - us em alte Testament.
Liebi Gmaind, wenn e Mueter ihres Chind erzücht, denn erzücht si dermit au sich sälber. En Lehrer, wo unterrichtet, erteilt usser de Chind gliichziitig au sich sälber Unterricht. Und en Prediger wiä dr Petrus haltet sini Predigte immer nöd bloss dr Zuehörerschaft – er prediget und redet au sich sälber is Gwüsse. „Gott widersetzt sich den Überheblichen“ – dr ersti Teil vom Zitat - das prediget dr Petrus, wil er akut gföhrdet isch, selber en Überhebliche z sii. „Denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu.“ – Das isch dr zwaiti Teil vom Zitat. - Settigi Wort helfed em Petrus, vo sim höche Ross abe’z’choo. Si zeiged ihm, dass er au denn g’liäbt wird, wenn er e Nummere chliiner dert’här’chummt. Für där, wo dr Briäf gschribe hett, schiint s en rächt en guete Ratschlag z sii, wenn er sich sälber sait: tu dis Liächtraumprofil e chli reduziäre. Grad wenn du normalspurig statt breitspurig iifahrsch, hett Gott dich erst rächt gärn. Für där, wo dr Briäf gschribe hett, isch s minere Mainig noch en guete Ratschlag, wiä aber gsehts us bi däne, wo dr Briäf überchoo händ? D Empfänger sind Christe in de Chile’g’mainde vo Pontus, Kappadozien, dr römische Provinz Asia und vo Bithynien. Hüt händ mir für diä viär Landstrich ais Wort: Türkei. Di römisch Provinz Asia hett nüt mit em hütige Asien z tue, si isch vollumfänglich uf Staatsgebiät vo dr hütige Türkei g’läge. Damals hett mer dr Bevölkerig döte au nonig einheitlich „Türke“ gsait wiä hüt, sondern je nachdem, wo mer gwohnt hett, isch mer Ponter, Kappadozier, Asier oder Bithynier gsi. Und wenn mer en selbstbewussti Bithynierin gsi isch oder en stolze Kappadozier, denn hett dr gueti Ratschlag vom Petrus Sinn gmacht. Wenn mer hingege en depressivi Bithynierin gsi isch oder en Kappadozier mit Minderwertigkeits’komplex, denn hett em Petrus sin Ratschlag wiä Gift g’wirkt.
Was isch Gift? Gift isch Medizin in falscher Dosiärig. Di gliich Medizin chan aim in chliiner Dosiärig helfe und in grosser Dosiärig schade. S Evangelium isch so ne Medizin. D Bible enthaltet e Medizin, wo mer richtig dermit umgoh mues. Wenn mer mit Köpfchen dermit umgoht, denn hilft aim d Botschaft vo dr Bible, sis Läbe z bewältige. Wenn mer gedanke’los dermit umgoht, chan si aim schade. Was passiärt, wenn mer amene bescheidene, zruck’haltene Mensch ii’trichteret: „Bis nöd eso überheblich?“ – Das isch, wiä wenn mer en ii’g’schlagene Pflock no komplett im Erdriich versenkt, bis nüt me usem Bode use’lueget. En Zaunpfahl mus aber us em Bode us luege, susch chan mer an ihm kain Zaun befestige. Und so mues en Mensch en Erdig haa, er mues mit sine Füess am Bode aa’choo. Wenn das aber dr Fall isch, mues mer ihm oder ihre nöd no so lang uf dr Deckel gee, bis nüt meh sichtbar isch. S genau gliiche wiä für d Bescheide’heit gilt für d Schicksals’ergebe’heit. Drum isch es schön, wenn mer bi de vorbildliche Christe nöd nur uf ihri Wort losed, sondern genauso uf ihres Läbe und ihri Charakterzüg achtet. Und drum isch es lehr’riich und mängisch sogar er’heiternd, wenn mir druf achted, wiä vorbildlichi Christinne mit ihrne Charakter’züg um’gange sind, wiä si ihri ver’erbti und teil‘wiis au aa’erzogene Software modifiziärt händ. „Beugt euch also unter Gottes starke Hand, damit er euch wieder aufrichten kann, wenn seine Zeit kommt“ – das sait ain, wo eher z’vil als z’wenig Rück’grat gha hett. Das sait ain, wo s mit sine Prinzipiä sehr genau gno hett. Dr Petrus isch so prinzipiä’troi gsi, dass mer mit ere gwüsse Berechtigung au aifach vo Sturheit rede chönnti. Vor dem Hinter’grund isch es gschid, zur Schicksals’ergebe’heit uuf’z’rüefe. Vor dem Hinter’grund isch es gschid, sich z säge: Jetzt züchsch de Chopf halt emol ii, wenn en Ast chummt. Falls öpert aber mit vor’krümmter Wirbel’süüli dur s Läbe lauft, mues mer dere Person nöd no iirede, si sölli sich unter Gottes starki Hand büüge. Soneme Mensch mues mer säge, er oder sich söll sich uuf’richte. Wer dur en Wald spaziert und dr Chopf immer iizoge hett, der schloht sich dr Chopf zwar niä aa, aber drfür hett er nöd vil vom Wald, wil er immer nume uf dr Bode luägt. Däne Zuehörer, däne Läser mues mer säge: wärded z‘erst eso wi dr Petrus – nöd total, aber es es bitzli. Übernämed öpis vo sinere Iistellig und sinere Geistes’haltig. Und erst, wenn er vom Petrus sinere Art öpis aa’gnoh hend, denn berücksichtiged sini Ratschläg. Denn cha mer si bruuche als wirksami, hilfriichi Medizin. AMEN.
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