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2002-12-01, 10:00 Predigttexte (Übersetzung / Zwischentitel: Gute Nachricht Bibel)
Sacharja 9,9-10 „Der Friedenskönig zieht in Jerusalem ein“ (10) Er schafft die Pferde und Streitwagen ab in Jerusalem und ganz Israel, Über Länder und Meere
Jesaja 62,10-11 (11)Auf der ganzen Erde hört man die Stimme des Herrn rufen: „Sagt den Bewohnern Jerusalems: ‚Der Herr kommt und hilft euch! Er bringt das Volk mit, das er befreit hat.‘“ Matthäus 21,1-9 „Jesus zieht in Jerusalem ein“ (01)Kurz vor Jerusalem kamen sie zu der Ortschaft Betfage am Ölberg. Dort schickte Jesus zwei Jünger voraus (02)und trug ihnen auf: „Geht in das Dorf da vorn! Dort werdet ihr eine Eselin und ihr Junges finden. Bindet beide los und bringt sie zu mir. (03)Und wenn jemand etwas sagt, dann antwortet: ‚Der Herr braucht sie.‘ Dann wird man sie euch geben.“ (04)Damit sollte in Erfüllung gehen, was der Prophet vorausgesagt hatte: (05)„Sagt der Stadt Jerusalem: (06)Die beiden Jünger gingen hin und taten, was Jesus ihnen befohlen hatte. (07)Sie brachten die Eselin und ihr Junges, legten ihre Kleider darüber, und Jesus setzte sich darauf. (08)Viele Menschen breiteten ihre Kleider als Teppich auf die Strasse, andere rissen Zweige von den Bäumen und legten sie auf den Weg. (09)Die Menge, die Jesus vorauslief und ihm folgte, rief immer wieder: „Gepriesen sei der Sohn Davids! Heil dem, der im Auftrag des Herrn kommt! Gepriesen sei Gott in der Höhe!“
Predigt
Liebi Gmaind, Advent, d Ziit vo dr Aankunft. Öpertem, wo chummt, chamer entgege’choo. Zum Bispil chamer öpert, wo mit em Zug chummt, uf em Bahnhof go abhole. Wichtigi Staatsgäst werded scho uf em Flugplatz in allne Ehre be’grüesst, wenn si usem Flüger stiiged. Mer sait ihne nöd erst „Grüezi“, wenn si s Bundeshuus beträted. Oisem König, em Jesus Christus, dörfed mir ebefalls entgege’goh. Jesus isch nöd unbedingt en Staatsgast, eher en Herzensgast. Also rollt mer ihm nöd uf em Flughafe Klote en rote Teppich uus. Sondern mer goht ihm seelisch entgege. – In den dreiäzwänzg Tag bis Heilig’obig rolled mir sinnbildlich dr roti Teppich zu oiserne Herze uus. Mr rüsted üüs für d Aa’kunft. Di weltliche Präsidente stiiged in Klote nöd aifach in es Taxi, sondern bechömed entweder e Staatslimousine über. Oder si bringed sogar grad ihri aigeti Limousine mit, unter Umstände komplett mit Beglaitfahrzüüg. Hinter panzerete Fensterschiibe loht mer denn d Schwiiz an sich verbii’züche, bis mer denn in Bern – oder ainisch im Johr am Weltwirtschaftsforum in Davos – aachoo isch. Wi mir mittlerwile wüssed, isch es efängs zimlich vernünftig für di ainte oder andere Präsidente, wenn si sich hinter Panzerglas dur d Öffentlichkeit beweged. Sogar dr Papst, wo en sehr friedfertige Mensch, hett sini Lektion müse lerne. Sit eme Attentat fahrt er nüme uf em offene Jeep dur d Lüüt dur, sondern im Papamobil unter ere Kupple vo Sicherheitsglas.
Liäbi Gmaind, wo dr Jesus uf Jerusalem isch, zum mit sine Jünger s Passafest fiire, hett er sin Iizug inszeniert. Jesus isch nöd aifach so z Fuess dur es Stadttor uf Jerusalem inne g’wanderet, umgee vo sine Jünger. Sondern er hett öpis organisiert, wo sini Uuf’fassig vom Uuf’trag wieder’g’spiäglet hett, wo Gott ihm gee hett. – Jesus hett e grossi Achtig vor de Prophete im alte Testament gha. S alte Testament isch di ganzi damaligi Bible gsi. S noie Testament mit em Läbe vo Jesus hett jo erst chöne gschribe werde, nachdem Jesus g’läbt hett. Hütt wär das zwar anders. Jetzt wartet mer nüme druf, bis öpert tot isch, bis mer es Buech über en schriibt. Ich finds no speziell, wenn über en 25jährige Mensch bereits e Biographie erschiint. Dr Dieter Bohlen hett mit sinere Biographie wenigstens gwartet, bis er knapp 50i gsi isch. Aber au das find ich irgendwiä es gspässigs Konzept. Über dr Jesus hett mer nach Tod und Uferstehig es paar Büecher gschribe. Wiä maistens, wenn Büecher über es bestimmts Thema gschribe werded, chamer di ainte Büecher besser bruuche als di andere. Di Büecher über dr Jesus, wo di erste Christe öpis dermit händ chöne aa’fange, stöhnd hüt im noie Testament. Es paar vo de weniger bruuchbare Büecher über Jesus sind hüt no erhalte, aber si sind nöd guet gnueg gsi, dass si s in d Bible gschafft hätted. Und es paar Büecher vom Jesus sind hützutags ganz verscholle, wil si so lausig gsi sind, dass es im Mittelalter d Mönch greut hätt, Ziit und Geld und Papier z verschwende zum si vo Hand abschriibe. – Also, zrugg zum Iizug vo Jesus in Jerusalem: Jesus kennt s alte Testament, und er nimmt us em alte Testament sini Hoffnige und sini Formulierige. Er waiss, dass im Buech Sacharja en Friedenskönig ufeme Esel in d Stadt ii’zücht, und er kennt dr Profet Jesaja, wo en fröhliche Iizug in di heilig Stadt Jerusalem drin gschilderet wird. Hüt chönd mir zwar en Porsche vomene Toyota Corolla unterscheide. Dr Unterschied zwüschet eme Ross und eme Esel isch für di meiste vo ois aber bloss en optische Unterschied. Es Ross gseht aifach anders uus als en Esel. Für di damalig Bevölkerig isch das differenzierter gsi. Dr Esel isch quasi es Privatfahrzüüg gsi. D Rösser hend en amtliche Iidruck vermittlet. Mer hett müse Offizier sii oder Armee-Kurier, zum es Ross haa. Im Zirkus hend d Gladiatore zum Teil Rösser gha, es hett Wage’renne mit Rösser gee. – Wenn Jesus sich es Ross organisiert hetti für dr Iizug, denn hätti das in de Auge vo dr Bevölkerig e militärisch-politischi Uus’sag gha. Mer chan s Bild nöd exakt in d Gegewart übersetzte. Was damals es Ross isch, chönti hüt en Ferrari sii – es Sport’grät - , oder es chönti en Schützepanzer sii oder e grossi schwarzi Staats’limousine. Wiä militärisch s Image vo Rösser gsi isch, zaigt dr Vers 10 im Kapitel 9 vom Sacharja. Döt verheisst dr Profet, was dr Friedenskönig denn emol macht: „Er schafft die Pferde und Streitwagen ab / in Jerusalem und ganz Israel, auch die Kriegsbogen werden zerbrochen.“ – „Pferde, Streitwagen, Kriegsbogen“ – für di alte Israelite isch das alles unter s gliiche Kapitel gfalle. Dass hüt Riite es schöns Hobby isch, wo mit Unterdrückig vo Völker und mit Grausamkeit von oben herab nüt meh zu tue hätt – so öpis hätted sich d Mensche in biblischer Ziit nöd chöne vorstelle. – Jesus hett vermuetlich nüt gege Rösser gha als Tiär, sondern gege das was si damals bedütet händ. Drum organisiert er über sini Jünger en Toyota Corolla statt en Panzer, zum in Jerusalem iizüche. Er leiht sich en Esel uus, es Tiär, wo zum Chriege ung’eignet isch, wil s lang nöd so guet folget wi es guet erzoges Ross, und wil s au nöd so dynamisch uus’gseht und – für diä Lüüt, wo am Wäg’rand stönd, nöd eso furcht’ii’flössend isch. D Lüüt, wo am Wäg’rand stönd, kenned s alte Testament au. Si händ gnueg vo bewaffnete Usenander’setzige und wünsched sich, dass endlich Fride ii’cheert. Als menschlichs Symbol für dr göttlich Fride begrüessed si dr Heiland bi sim Iizug in Jerusalem. „Gepriesen sei der Sohn Davids! Heil dem, der im Auftrag des Herrn kommt! Gepriesen sei Gott in der Höhe!“
Liäbi Gmaind, eso wiä s Volk am Aafang vom Passafest Jesus be’grüesst und Gott g’lobt hett, eso wänd mir d Advänts’ziit nutze, zum üs über d Aakunft vom Heiland z‘ freue und Gott derfür z‘ lobe, dass er ois dr Retter g’schickt hett. En Friedefürst im Johr 2002, das isch au ain, wo ois innere Fride git. Dr üsseri Fride händ mir – zum Glück - , trotzdem gsehnd mir Warn’zeiche für dr inneri Fride, für di seelisch Uus’gliche’heit. In dr vergangene Wuche hett en Umfrog in Dütschland ergee, dass jede Dritt us dr Bevölkerig uf Lohn verzichte würdi, wenn er sich dodrmit soziali Sicherheit und e stabili Wirtschafts’lag er’kaufe chönnti. – Das isch vermuetlich nöd nur e vorwiähnächtlichi Stimmig, wo do zum Uusdruck chummt. Dass Geld und Wohlstand nöd s ainzig isch, zum das usefinde, münd zwar d Grundbedürfnis zerst emol deckt sii. Aber wenn mer emol gnueg zum Ässe hett und irgendwo wohnt, denn erwartet mer es Plus an Läbensqualität hützutags nüme uusschlüsslich vo meh Wohlstand. In dr gege’wärtige Umbruch’phase wird aim ehnder bewusst, dass Läbensqualität weichi Faktore mitumfasst. Nachdem mini Grundbedürfnis deckt sind, bruchts, damit s mir besser goht, nöd unbedingt no meh z Ässe und e grösseri Wohnig. Sondern es brucht dr Fride. Um ain ume. In aim.
AMEN. |