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2002-08-25, 10:00 Begrüssungsgottesdienst
13. Sonntag nach Trinitatis

Pfr. Jean-Marc Monhart

 

Predigttext (Losungsbüchlein) Apostelgeschichte 6,1-7

„Sieben Helfer für die Apostel“ [Titel: Gute Nachricht Bibel]

    (1)Einige Zeit später, als die Zahl der Jünger Jesu immer grösser wurde, kam es zu einem Streit zwischen ihren griechisch-sprechenden Gliedern und denen mit hebräischer Muttersprache. Die griechische Gruppe beschwerte sich darüber, dass ihre Witwen bei der täglichen Verteilung von Lebensmitteln zu kurz kamen.

    (2)Da riefen die zwölf Apostel die ganze Gemeinde zusammen und sagten: „Liebe Brüder! Wir müssen die Botschaft Gottes verkünden und dürfen uns nicht durch den Dienst an bedürftigen Gemeindegliedern davon abhalten lassen.

    (3)Darum wählt aus eurer Mitte sieben vertrauenswürdige Männer, denen Gott seinen heiligen Geist und Weisheit gegeben hat; ihnen wollen wir diese Aufgabe übertragen.

    (4)Wir können uns dann ganz dem Gebet und der Verkündigung widmen.“ /

    (5)Alle waren mit dem Vorschlag einverstanden. Sie wählten Stephanus, einen Mann mit festem Glauben, erfüllt vom heiligen Geist; ausserdem Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Mann aus der Stadt Antiochia, der zum Judentum übergetreten war.

    (6)Diese sieben brachte die Gemeinde zu den Aposteln. Die beteten für sie und legten ihnen die Hände auf. /

    (7)Die Botschaft Gottes aber breitete sich auch weiterhin aus. Die Zahl der Christen in Jerusalem stieg von Tag zu Tag. Auch viele Priester nahmen die Gute Nachricht von Jesus an.

 

Predigt

Liebi Gmaind,

grad zum zwaite Mol händ mir vorhär e Namenliste g’hört hüt.

S erst Mol sind s d Näme vo de noie Konfirmandinne und Konfirmande gsi, vom Johrgang 2002/2003 nach Christus.

Und s zwait Mol sind s d Näme vo siebe Diakone gsi, vom Johrgang cirka 30 nach Christus.

Zwüschet de zwai Namensliste vo Christe in ere Chile’gmaind ligged zwai Johrtuusig.

S Prinzip isch dodrbii s Gliichi blibe:

Es handlet sich um genau diä, wo s betrifft, und nöd um irgendwelchi anderi. Um Einzelwese goht’s, um Individu’e. Diä Lüüt hend Näme, si händ Eige’schafte. Si händ eigeni Gedanke’wälte, Ide’e, Vorstellige, Wünsch.

Dr Name vomene Mänsch stoht jewils für di konkret Mischig vo so öpis. Bim Stephanus gseht d Mischig vo Gedanke’wälte, Ide’e, Vorstellige, Wünsch und Eige’schafte ebe anders uus als bim Timon. Dr Prochorus isch wieder es Kapitel für sich. Und dr Parmenas, dr Philippus, dr Nikanor und dr Nikolaus sind wieder viär verschiedeni Persone.

Mir münd üs gar nöd speziell Müeh geh, verschiede z sii. Mir sind s. Müeh geh münd mir üs höchstens, dass mir ois in dr Verschiede’heit, wo mir händ, finded.

Trotz der Verschiede’heit, wo mir händ, zsäme’z’finde, das isch nämlich en Uuf’gab gsi scho für di erste Christe in oisem Bibeltext: Chuum isch dr Jesus nüme doh, sind sich di griächisch sprechende Christe und di hebräisch sprechende Christe in d Hoor g’rote.

Um di verschiedene Mueter’sproche goht’s derbi übrigens nur am Rand. Denn, mir er’innered ois, an diä Gschichte, wo Jesus mit sine Jünger dur Galiläa zoge isch: damals händ ali sini 12 Jünger hebräisch als Mueter’sproch gha. Und gliich händ si immer wieder Aaläss g’funde, zum sich unterenand striite. Wenn mer s Bedürfnis hett, z chifle, denn finded mer scho en Grund. Oder zwai Gründ. Et cetera.

Oisi Verschideheite, in däne ligged Chance. E Chance isch e Möglichkeit. Bis jetzt isch es möglich gsi, im Unterricht meh oder weniger di gliiche Theme z behandle – und trotzdäm isch dr Unterricht vo Johr zu Johr verschiede. D Lüüt, wo sich mit de Themene usenand’setzed, sind verschiede. Si setzed unterschiedlichi Akzent. Si finded unter’schiedlichi Sache wichtig.

Drum weiss ich zwar, was für Stoff ich in dem Konf’johr und im Kokoru behandle möcht. Aber ich waiss nonig, wiä dass d Schüelerinne und Schüeler im Kokoru das uuf’nämed. Was si dänked, wiä si s gsehnd. Und zum Teil mached si sich diä Gedanke joh erst, in dem Moment wo si sich im Unti mit eme Thema usenand setzet. Gedanke bilded sich denn au.

Für mich als Unter’richtende isch es sicher spannend. Und ich probier natürlich, min Biitrag z leiste, dass es für d Teil’nehmer vom Unterricht ebefalls so interessant wiä möglich isch.

 

Liebi Gmaind,

nachdem ich jetzt d Bedütig vom Einzelne eso hervor’ghobe han, lu’eg ich no vonere andere Siite her an d Sach. Di maiste vo ihne chönd vermuetlich nöd vil aafange mit em Begriff „apostolische Sukkzession“. Dr Inhalt und dr Zweck dervo dürfti Ihne allerdings vertraut sii.

„Apostolische Sukkzession“ bedüütet: Ich bin nöd dr erst, wo s Christe’tum prediget, und ich han mich au nöd selber dermit be’uf’trait. Sondern ich bin – gschichtlich betrachtet - in ere lange Reihe vo Christe, wo prediget händ, jetzt prediged, und – so Gott will und mir no läbed – au in Zuekunft no s Wort Gott verkünded. Diä alli hend sich nöd sälber be’uuf’trait, sondern si sind be’uuf’trait worde. Si händ zwar müse wele, si händ sich müse wele be’uuf’träge loh, aber dr Uuf’trag geh händ ihne anderi. Mer chan däne andere „Chile“ säge, oder „Gmaind“. In mänge Konfessione mues en Bischof dr Uuftrag erteile. Im Fall vo de reformierte Zürcher Pfärrer wird mer es Buech, wo sich ali Pfärrer sit em Zwingli nach dr Ordination iiträged. Mitlerwiile sind mir bim zweite Band aangelangt, sovieli Unter’schrifte hett das scho im Buech vo de „verbi divini minister“, de Diäner vom göttliche Wort.

Wo im Bibeltext di siebe Diakön gweiht worde isch, hett mer di „apostolisch Sukkzession“ dur e Diskussion, e öffentlichi Wahl, sowie dur en Gottesdienst mit Handuuflege und Gebät sicher’g’stellt.

Dodrmit isch jedem einzelne, em Timon und em Parmenas und em Prochorus klar gsi, dass si en Uuftrag händ, dass si dr Uuftrag über’choo händ, und dass si zur Erfüllig vom Uuftrag dr Säge vo Gott und d Unterstützig, s Gebät vo dr Gmaind bruuched.

Am Schluss vom Konfirmande’johr hend mir denn so öpis Ähnlichs. D Konfirmation findet vor em Hintergrund statt, dass mir Reformierte s allgemeine Priestertum vo de Gläubige kenned. Dass heisst, jede, wo sich mit em Glaube vertraut gmacht hett, und es Mitglied vo dr Chile’gmaind isch, dörf sin Glaube au üssere und söll sogar di gwunnene Erkenntnis zum Vorteil vo de Mit’christe wiiter’geh.

In dem Sinn isch d Konfirmation nöd bloss es Bekenntnis vo de Konfirmande selber - dass si sich jetzt mit em Glaube befasst händ und drus chömed.

D Konfirmation isch zuä‘sätzlich es Bekenntnis vo dr Gmaind, dass si de Konfirmierte öpis zue’traut. In dr Konfirmation bekennt sich d Gmaind zu de Konfirmierte.

Bi üs macht mer das nöd mit Hand’uuf’legge, aber wiä mer s macht, isch eh nöd eso wichtig.

Wiä mer s macht, ghört minere Mainig noch zu de Verschideheit. Settigi Verschide’heite git’s nöd nur zwüschet einzelne Christe, sondern genauso zwüschet einzelne christliche Chilene.

Di Katholische mached s e chli anders als di Reformierte. D Methodiste mached s anders als d Baptiste. Und di Orthodoxe mached s anders als ds ICF.

Und nöd nur vo Konfession zu Konfession gits Unterschied. Vo Land zu Land, oder vo Kontinent zu Kontinent gits Unterschied. Ein Unterschied isch, dass es in der Schwiz immer weniger Christe git. Weltwiit gits immer meh Christe.

Bi allne Unterschied hör ich mit ere Gemeinsamkeit uuf: Christe uf dr ganze Welt glaubed an dr Gott, wo Jesus ois vonem verzellt. Dr heilig Geist hilft ois derbi.

 

AMEN.