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2010-08-08 10:00 Gottesdienst
Aus der Predigtreihe 'Fragen, die Gott uns stellt': Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen. Liäbi Gmaind, in dr Reihe vo de Summerpredigte - "Fragen, die Gott uns stellt" - befassed mir üs hüt mit dr Frog, wo dr Mose hät müse beantworte. Im Verlauf vom hütige Gottesdiänst fiired mir Abigmahl in wandelnder Form mit Einzelkelch. Jetzt singed mir es Morge'liäd, wo scho emol es Monets'liäd gsi isch: "All Morgen ist ganz frisch und neu", Liäd 557, d Strophe 1-6. Alli Strophe vom Liäd 557. "Wir reden viel von Freiheit, und doch kennen wir sie kaum..." - Das isch dr Aafang gsi vom Schuldbekenntnis, won ich vorher bättet han. Dr Mose isch frei gsi. Mer chönnt au säge, er hätt überhaupt no g'läbt. Nachdem er en ägyptische Uf'seher erschlage hett, won en Israelit er'mordet hett, isch dr Mose us em ägyptische Herrschaftsbereich g'flüchtet. Er isch döthi, wo d Ägypter geographisch nüme regiert hend, in d Wuästi Sinai und is Umland vom Golf vo Akaba. Hüt grenzed in däm Gebiät Egypte, Jordaniä und Saudi-Arabie anenand. Was em Mose dr Bode unter de Fuäss wäg'zoge hett, isch d Reaktion gsi vo aim vo däne, won er hett wele beschütze: d Reaktion vo aim vo sine Volksgenosse. Där hett sich nöd g'froit, dass ain vo sine Peiniger tot isch, sondern hett am Moses gsait: "Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? Willst du mich umbringen, wie du den Ägypter umgebracht hast?" Das isch s Änd gsi vo dr Karriere vom Mose als ägyptische Prinz. Immerhin hett er eso use'g'funde, dass sis Verbreche entdeckt worde isch. Drum hett er chöne flüchte, bevor sini Tat em Pharao zu Ohre cho isch. Vo döt aa isch er nüme im goldige Chäfig vom ägyptische Königs'huus gsi, sondern frei. Vogelfrei. Zuäflucht plus e noi'i Familä hett er gfunde bimene Priäster us em Volk vo de Midianiter. Das isch kain Priäster gsi, wo us'schlüsslich vo sim Amt hett chöne läbe. Sini sibe Töchter hend müse Schaf huäte, und dr Mose, wo aini vo de siebe Töchter g'hürotet hett, isch ebe'falls als Schaf'hirt beschäftiget worde. Trotzdäm isch dr Mose uf sinere Flucht nöd in es Niemandsland cho, sondern er isch aimet aa'cho. D Midianiter hend wi d Israelite dr Jahwe ver'ehrt. Es hett verwandtschaftlichi Beziehige zwische de Israelite und de Midianiter gee. Dr Mose isch zwar nüme imene Palast dihai gsi, aber derfür hett er es seelisches Dach über em Chopf gha.
Us'g'rächnet uf dr Flucht, als Mittel'lose in dr Wüästi, hätt er zum Glaube vo sine Vätere zruck'g'funde. In däre Ziit, won er mit sinere Frau zwai Chind uf'zoge hett, dürfti er au gelegentlich es Gspröch mit sim Schwigervater g'füährt haa, mit em Priäster vom Jahwe in Midian. Als Hirt hett dr Mose vil Ziit gha. Er hett Ziit gha zum Nach'dänke. Us hütiger Sicht birgt Ziit zum Nachdänke es Risiko in sich, si Risiko vom welt'fremd werde, s Risiko vom Elfebein'turm. Mer dänkt; allerdings kreised d Gedanke um sich sälber - dr Bezug zur Wirklichkeit verschwindet. Diä G'fahr hett bim Mose nöd droht, wil sini Tätigkeit als Hirt andauernd mit reale Gfahre, mit wirkliche Bedrohige, z tuä gha hett. Nur scho wiän er sini Frau kenne'g'lernt hett: d' sibe Töchter vom Priäster Jitro sind an dr Wasser'stell vo Hirte attakiert worde. Dr Mose hett sich uf ihri Siite g'stellt und hett ne ermöglicht, ihri Schaf z tränke. Wüästi, kais Wasser, G'walt, Wasser: d Tatsache vom Läbe chönd sehr aifach strukturiärt si. Dr Mose hüätet also Schaf. Und er dänkt. Beides macht er jahr'zehnte'lang. Won er in dr Wuästi en brennende Dornbusch gseht, passiärt das nöd us heiterm Himmel. Zwische dr Wuät über d Unterdrückig vo de Israelite in Ägypte und dr Beruäfig, sis Volk z befreie, liged es paar Jahr. Das heisst, dr Mose isch bi sinere Beruäfig kain überschümende junge Hitz'chopf meh, sondern g'riift. Dr Hirte'stock brucht er nüme us'schlüsslich zum d Schaf dirigiäre. Er hett sich chöne bim Stah uf dr Stock stütze und bim Gah am Stock hebe. D Beruäfig vom Mose isch zumene Ziitpunkt erfolgt, won er Kindheit und Jugend hinter sich gla hett. Gott hett mit em Familie'vater Mose öpis vor. In dr dritte Lebens'phase nach Kindheit und Jugend, im Erwachsene'alter, beruäft er ihn. Dr Mose hett füf Iiwänd, wo mer im 3. und 4. Kapitel vom Buäch Exodus - em zwaite Buäch Mose - nachläse chan. Er sait: Ich bin en Nobody. Ich bin niämert. Wer söll scho uf mich lose? Zwaite Iiwand: Ich waiss nöd gnuäg über Gott. Drum chan ich ihn nöd verträte. Dritte Iiwand: Was passiärt, wenn ich schiitere, wenn ich's zwar probiäre, aber es misslingt mir? Viärte Iiwand: Mir fähled di ge'eignete Vorus'setzige. Und füfte Iiwand, oder anderst gsait, di letzt Us'red: Öpert anders chönnti das viiil besser. Liäbi Gmaind, zwische'dine singed mir es Liäd. Im Prinzip findet mer's in vilne Chile'gsang'buächer. Wil's in oisem nöd isch, han ich's kopiärt. Es gaht um dr Stammvater Jakob, wo uf em Hügel Bethel übernachtet und als Chopf'chüssi nur en Stai hett. In däre Nacht träumt er vo dr Himmels'leitere, und fühlt sich eso "Näher, mein Gott, zu dir". 07 Liäbi Gmaind dr Mose söll zu sim gfangene Volk wandere, uf Ägypte, und si befreie. Im Gspröch mit Gott zellt er foif Gründ uf, wiso er das gar nöd chan: Ich bin en Niämert. Ich waiss nöd gnuäg über dich, Gott. Was passiärt, wenn ich schiitere? Di nötige Vorus'setzige han ich überhaupt nöd. Öpert anders chönti s besser. Zmizt in däne Us'rede frögt Gott dr Mose: "Was isch das in dinere Hand?" Diä Frag ziilt druf ab, dass em Mose bewusst wird: ali Ressource zum dr Uftrag erfülle stönd ihm jetzt scho zur Ver'füägig. Zu däm Ziitpunkt hett dr Mose sin Stecke in dr Hand. Gott möcht en Hirtestäcke iisetze zum sis Volk befreie. Wenn mir das für Gott iisetzed, wo mir händ, wo mir in de Händ hend, denn chönd mir stuune, was er dermit aafange chan. Gott möcht das, wo mir in oiserne Händ hend, ii'setze zum e Veränderig zum Bessere bewirke. Dr südafrikanisch Schriftsteller Trevor Hudson isch uf drei Sache cho, wo jede vo üs in sine Händ hett und wo drum jedes vo ois Gott zur Verfüägig stelle chan. Diä Sache sind üsi Fähigkeite, üsi Läbens'erfahrig und üseri Unzuälänglichkeit. In sim Buäch "Questions God Asks Us", 'Froge, wo Gott ois stellt', beendet dr Trevor Hudson jedes Kapitel mit "Questions for small groups", also, Frage, wo mer sich in chliine Grüppli dermit beschäftige chan. Was ich für Fähigkeite han, was ich an Lebenserfahrig vorwiise chan, wo mini Schwachstelle liged; das sind vilicht Pünkt, wo nöd jede Mensch in dr Öffentlichkeit us'breite möcht. Inere Chligruppe isch das ehnder möglich. Dr Autor vom Buäch beschribt, wiän er imene Gruppe'gspräch uf aini vo sine Fähigkeite ufmerksam worde isch. Imene Seminar hett mer müse Gruppe bilde und denn hett mer de Kollege müse säge, weli vo ihrne Fähigkeite mer wertvoll findet. Dr Hudson isch als Letzte dra'cho. Es isch es Ziitli lang still gsi. Endlich hett öpert s Schwiige broche und gsait: "Trevor, ich glaub, du bisch en guäte Zuä'hörer." Für dr Trevor Hudson isch das e chli ent'tüschend gsi. Di heruus'ragende Fähigkeite vo sine Kollege sind gsi: "exzellenti Sozialkompetenz", "chan guät delegiäre" "hett en Sinn für unternehmerischi Visione", "usgezeichneti Füährigs'qualitäte". Er hett g'hofft, dass wenigstens di andere Kollege ihm so öpis Glanzvolls attestiered. Stattdesse hett dr zwaite sich em Vorredner aagschlosse und gsait. "Iiverstande. Du chasch zimli guät zuä'lose." Und das hend denn nachenand di andere im Kreis bestätiget. Liäbi Gmaind, d Fähigkeite, wo Gott bruuche will, münd nöd unbedingt diä Fähigkeite sii, wo mir gärn ha würed, und wo mir stolz druf wäred, wenn mir si hätted. Oisi Fähigkeite, wo mir hend - vilicht unbewusst, wiä bim Mose, won en Stock in dr Hand hett - chönd eifach si. Zum Bispil guät zuälose chöne. S zwaite, nach üserne Fähigkeite, isch d Läbenserfahrig. Im Fall vom Mose hätt das ghaisse: er hett Erfahrig gha im Hirte'läbe. Er hett gwüsst, wiä mer geduldig dur d Wuästi, dur d Steppe und durs Bergland wanderet. So hett er's jahre'lang mit de Schaf vom Schwiger'vater gmacht hett, uf dr Suächi nach Weide'land und Wasser'stelle, mit em Stäcke in dr Hand. Diä Läbens'erfahrig isch ihm spöter z'guät cho, won er e menschlichi Herde, d Israelite, dur di genau gliich unwirtlich Gegend gfüährt hett, wo er vorher als Schaf'hirt inn- und uuswendig kenne'g'lernt hett. Ohni diä Läbenserfahrig, ohni d Kenntnis vom Läbe in dr Wildnis, usserhalb vom zivilisiärte, verstädter'te Bereich, hätti dr Mose d Israelite vilicht in d Wuästi ine füähre chöne. Aber d Israelite sind Stadtmensche gsi. Ich dänk ohni en wuäste-taugliche Aafuährer wär das, nachdem si emol in dr Wuästi drin gsi sind, schiäf gloffe. Di letzt Sach vo de drei Sache, wo üs eso nöch sind, wiä em Mose dr Stock, das isch oisi Unzuälänglichkeit. De Chind bringt mer bi, dass si gross und stark werde sölled. Je besser mer där Ratschlag in d Tat umsetze chan, desto meh chan mer sich bewusst mache, in Bezug uf was mer nöd eso gross und nöd eso stark isch. Mir stönd nämlich vor Gott nöd nur mit oiserne Stärke, sondern au mit oiserne Unzuälänglichkeite. Dr Mose hett ufzellt, was er nöd chan, was ihm fehlt, wieso er sich überforderet fühlt vom Uuftrag. Das hetti chöne s Änd werde vo dr G'schicht. Aber: d G'schicht gaht wiiter; dr Mose lait sini Unzuälänglichkeit Gott ane. Er isch bereit, z gah. Das isch kais überstaigerets Selbstwertgfühl, so nach em Motto: ich gang jetzt uf Ägypte und gib dem Pharao links und rechts e Flättere. Sondern es isch e realistischi Selbst'ii'schätzig, verbunde mit Gottvertraue. Drei Sache hett mer ganz in sinere Nöchi. Drei Sache, wo aim so nöch sind, wiä s für dr Mose dr Hirtestock gsi isch: d Fähigkeite, d Läbenserfahrig und s Wüsse um di aigene Grenze. AMEN. Liturgie 1Eingangsspiel 2Gruss und Predigttext aus 2. Mose 4 als Eingangswort 3Eingangslied RG 557,1-6 "All Morgen ist ganz frisch und neu" (= Reprise Monatslied Februar 2008) 4(stehend) Schuldbekenntnis "Wir reden viel von Freiheit" 5Predigt (1/2) 6Lied "Näher mein Gott zu dir" (Blatt) 7Predigt (2/2) 8Zwischenspiel "all' elevazione", Domenico Zipoli 9(stehend / gemeinsam) Apostolicum = das apostolische Glaubensbekenntnis RG 263 10eventuell Abkündigung(en) 11eventuell Fürbitte(n) / Zuspruch / Wort aus Abdankung 12eventuell Leidstrophen RG 554,3.6 oder aus Abdankung 13Zurüstung des Tisches und Einladung 14Anbetung und Lob mit Lied "A miner Stell" (Blatt) 15Abendmahlsbericht (=Einsetzungsworte) 16(stehend / gemeinsam) Abendmahlgebet (1/2) Reprise Lied "A miner Stell" 17(stehend / gemeinsam) Abendmahlsgebet (2/2) Unser Vater 18(HelferInnen treten herzu) Austeilung an die HelferInnen (mit Bitte um den heiligen Geist) 19Abendmahlslied RG 318,1-6 "Seht das Brot" 20Austeilung an die Gemeinde in Gruppen* (mit Vergegenwärtigung des Heils / Musik) *subsumiert Friedensgruss 21(stehend) Dankgebet (danach: HelferInnen setzen sich) 22Mitteilungen: Chilekafi, Veranstaltungen, Kollekte, Vorstellung kommendes Monatslied (Liedvortrag / Blatt) 23Sendung Gemeindeseitentext kommendes Monatslied 24Schlusslied "Eines schönen Morgens" (Blatt) 25(stehend) Segen 26(sitzend) Ausgangsspiel |