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2009-02-22, 10:00 Gottesdienst Estomihi Gute Nachricht Bibel: Gottes Bedingungen Ein Lied Davids "Herr, wer darf deinen Tempel betreten? "Gott verlangt: Er muss in allem dem Herrn gehorchen Er macht niemand bei anderen schlecht, Er verachtet jeden, den Gott verworfen hat, Für ausgeliehenes Geld verlangt er keine Zinsen. Wer sich an diese Regel hält,
Zürcher Bibel 2007: Wer darf weilen in deinem Zelt? Ein Psalm Davids. Herr, wer darf weilen in deinem Zelt, Der in Vollkommenheit seinen Weg geht der den Verworfenen verachtet der sein Geld nicht um Zins gibt
Predigt Liäbi Gmaind wo Si hüt morge d Chile beträte händ, isch kai Zuä'tritts'kontrolle erfolgt. Eifach so hend Si das Huus dörfe beträte. Jede weiss, wiä mer sich in ere Chile benimmt, oder er isch dra, z lerne, wiä mer sich in ere Chile benimmt. Am Iigang vo orientalische Tempel hetts mängisch Inschrifte gha, was für Bedingige mer erfülle muäs, damit mer ine dörf. Uese Psalm, dr Psalm 15, hett mit settige Bedingige für dr Tempel-Zuätritt öpis z tuä. Di meiste Bibelforscher nämed aa, dass es sich bim Psalm 15 um en Art Zuä'tritts'kontrolle zum Tempel Jerusalem handlet. Das stellt mer sich am ehndschte so vor, dass d Pilger am Portal fröged: Wer dörf ine cho? "Herr, wer darf deinen Tempel betreten? Wen lässt du wohnen auf dem heiligen Berg?" Das sind d Sprüch vo de Pilger. Drinine antwortet d Tempel'diäner. D Tempel-Diäner - mer sait ihne au "d Levite" - läsed denn däne do dusse d Levite. Si säged ihne, weli Bedingige erfüllt si münd, dass der Pilger ine dörf. Ins Huus vo Gott uf em Berg in Jerusalem. Go aabäte und go opfere. Im Vergliich zu de Zuä'tritts'bedingige für anderi orientalischi Tempel gits bim Tempel vo Gott en Unterschied. Es gaht um d Art vo de Bedingige. Uäblich isch es offebar gsi, dass mer kultischi Bedingige hett müse erfüllt haa im Orient, zum en Tempel beträte. Gwüssi Ritual, religiösi Vor'schrifte, hend müse ii'g'halte und berücksichtiget werde. Jetzt betrachted mer diä Bedingige, wo d Levite de Pilger im Tempel vo Jerusalem stelled: Gott gehorche, ehrlich si, kai falschi Grücht über öpert verbreite. Kai falschi Ver'sprechige mache, nöd um Geld betrüge, sich bi G'richts'verhandlige nöd besteche lah. Liäbi Gmaind das tönt nöd sehr religiös. Gott chumt nur bi dr erste Bedingig vor: nämlich, dass mer Gott gehorsam sii, ihm folge söll. Diä Uf'forderig sich quasi d Ueber'schrift über allne Bedingige, wo im Aa'schluss chömed, nach em Motto: wenn ihr ehrlich sind, kai falschi Grücht über öpert verbreitet, denn gehorched ihr Gott. Wenn ihr kai falschi Ver'sprechige mached, denn gehörched ihr Gott. Wenn ihr nöd um Geld betrüged, und oi bi G'richts'verhandlige nöd besteche lönd, denn isch das eigentlich nöd Aa'stand gegenüber oire Gschäfts'partner, sondern Gehorsam gegenüber Gott. Also, benämed Oi usserhalb vo dr Chile, wiä Gott das gärn hett, und denn sind Ihr im Tempel will'komme. E Chile isch en bsundrige Ort. Drum heisst es alts Wort derfür "Gotteshaus" - en Ort, wo mer sich em Höchste bsundrigs nöch fühlt. Obwohl en Tempel technisch es Gebäude isch, chamer ne nöd aifach baue. Mer muäs derzuä beruäfe sii: dr israelitisch König David hett gnuäg Geld gha, zum in Jerusalem en Tempel bauä. Dr David hett d Absicht gha, sones Huus für Gott uf'z'stelle. Aber Gott hett ihm dur en Profet uus'richte lah, dass an de Händ vom König z vil Bluät chläbt. Sin Sohn, der Friedens'könig Salomo, hett dr Tempel denn dörfe er'richte lah. En Tempel, e Chile, isch also nöd aifach es Gebäude, wo mer nach eigenem Guät'dünke er'stellt. S Spezielle an dem Huus für Gott isch, dass mer sich "sunntiget", wiä mer früäner gsait hett, mer lait sis Sunntigs'gwand aa, nimmt der fiin Tschoope füre. Das isch üsserlich, und es wirkt im Ideal'fall uf s innere Empfinde. Klar söll sich aigentlich d Seel schmücke, aber sini Seel chamer nöd dusche und frisch aa'lege. Indem mer sich üsserlich rüstet, chamer sich aber als gesamte Mensch frisch fühle und in d Stimmig vom Gottes'diänst'bsuäch choo. Dr Psalm 15 stammt us ere Ziit, wo no ganz anderi Ritual g'herrscht hend als hüt. Damals hett mer no Tuube und Rinder und Geisse als Opfer'tiär g'schlachtet. Mängi hett mer komplett ver'brennt, und bi mänge sind vor allem di fett'riiche Teil uf em Altar ver'brennt worde - s Fett isch dr Aroma-Träger vom Fleisch, und wenn mer das ver'brennt, schmöckt's nöd verbrennt, sondern fein. Wenn im alte Testament vom Wohlgeruch d Red isch, wo us em Tempel in Himmel uuf'stiigt, denn isch das dr Wohlgeruch vom aromatische Fett, wo vom Altar us uuf'stiigt und natürlich de Tempel'bsuächer ebe'falls in d Nase stiigt. D Wält vom Psalm 15 isch also - vo de Brüüch betrachtet - nöd oisi Wält, wil mir in dr Chile kais Fleisch meh bruzled. D Gedanke-Wält vom Psalm 15, dr glaubens'mässig Hinter'grund, isch hingege sehr nöch zu üserer Wält. Es söll kain Unter'schied zwische drin und dusse geh, mer söll nöd am Sunntig fromm und unter dr Wuche en Betrüger sii. Das, wo mer d Wuche dur macht, söll aim vor'bereite uf das, wo mer am Sunntig macht. Dr Zuätritt am Sunntig isch denn gewährleistet, wenn mer sich vo Mäntig bis Samstig ent'sprechend verhalte hett. Uf ain Punkt möcht ich no im Detail ii'gah: er hett gschichtliche Folge gha. Es isch s sogenannte "Zinsverbot". Dr Tempel beträte dörf, wer nöd Geld git um Zins. Das staht im Vers 5. In mänge Bibel'über'setzige staht statt 'Zins' s Wort 'Wucher'. Und das mit Grund: was damals als Zins üblich gsi isch, das sind us hütiger Sicht absoluti Wucher-Zinse gsi. En Landwirt, wo für s Saatguät hett müse Kredit uf'neh, isch nach churzer Ziit en Sklave vo dr Bank gsi respektive ebe vo däm, wo ihm s Geld für dr Kauf vom Saat'guät uus'g'liehe hett. Dr Wieder'uf'bau vo dr Stadt'muur in Jerusalem dur dr Nehemia isch vo Find g'fährdet worde. Diä G'fahr, dr üsser Find, hett dr Nehemia dur gschickti Organisation chöne neutralisiäre: dr Nehemia hett während em Wider'uf'bau vo dr Jerusalemer Stadt'muur en 24-Stunde-Wacht'diänst in Schichte organisiärt. Trotzdem wär dr Wieder'uf'bau vo dr Stadt'muur fast gschiiteret dur e Bedrohig, wo vo inne chummt: dr inneri Find isch s Kredit'wese gsi, respektive s Geld verleihe uf Zins. Ali Israelite hend müse an dr Stadt'muur mit'baue, dur das hends nöd chöne buure. Also hend si müse Nahrigs'mittel poste, aber mit was für Geld? Mit gliehenem Geld, wo si innert chürzister Ziit völlig abhängig vo de Kredit'geber g'macht hett. Dr Nehemia hett sin Muur'bau müse unter'breche zum e Voll'versammlig dure'füähre. Dodrin hett er vor allne stimmberechtigte Manne mit de Riiche vo sim Volk gschumpfe und si as Zinsverbot, oder ebe, ans Wucher'verbot erinneret: dass für s uus'g'liehene Geld kain Zins verlangt werde dörf, wiäs im Psalm 15, Vers 5 heisst. Di Riiche hend das ii'g'seh, wobi si unterem Druck vom Vorbild gsi sind, wo dr Nehemia abgeh hett: dr Nehemia hett uf s Rächt, e Sonder'stüür für sin Chef'beamte'huus'halt z er'hebe, ver'zichtet. Nachdem der Nehemia sin Läbens'unterhalt us dr Privat'schatulle begliche hett, hend di riiche Israelite ebefalls müse uf Ii'nahme ver'zichte, konkret uf d Möglichkeit, wo de aifache Lüüt Horror-Zins-Sätz z verlange. Hüt sind Zinse uf uus'g'liehes Geld gsetzlich begrenzt, sodass mer tatsächlich en Unterschied zwische Wucher und Zins mache chan. Solang, wiä s no kain begrenzte Zins'satz geh hätt, isch jedi Us'leihi mit Zins en Us'laihi zum Wucher'zins gsi. Das no zur Erklärig vom Vers 5. Abschlüsse möcht ich mit em Jona-Liäd. Es isch der Text, wo mir gemeinsam im Wechsel us em Chile'gsang'buäch g'läse hend. Dass mer vo Gott Bedingige be'chummt, wo mer denn ii'haltet, und denn blickt aim Gott gnädig aa, das isch di aint Siite vo dr Religion. Mer sait däm au "s Gsetz". Di gsetzlich Siite macht dr Ii'druck, wiä wenn mer Gott dur d Ii'haltig vo Regle mit sich ver'söhne chönnti. Dass das nöd di ganz Siite vo dr Wahr'heit isch, hend Gläubigi zur Ziit vom alte Testament immer wider gspürt. D Profete hend zum Bispiel druf hii'gwise, dass Gott en zerschlagene menschliche Geist, also en ergriffeni Seel oder es ehrlichs Herz wichtiger isch als es g'opferets Tiär. Nur chamer s zwaite plane und s erste nöd. En Marsch in Tempel chamer vorbereite, s Us'suäche vome geeignete Opfertiär oder dr Kauf vomene passende Opfertiär chamer vorbereite. Und nachher chamer zuä'luäge, wi d Levite das Tiär denn schlachted und opfered, mer chan sälber bäte und zuälose, was der Priäster sait. Es isch aber nöd alles im Läbe planbar. Und di un'vor'her'gesehene Sache bringed aim Gott unter Um'ständ genau so nöch wiä dr vorbereiteti Gang in Tempel. Das Liäd, wo s um s Gfühl vom Jona uf em Schiff im Sturm gaht, isch in Angst und Chaos aa'g'siedlet, nöd in Z'frideheit und Ordnig. Em Jona gahts nur no drum, sich Gott aa'z'vertraue, ohni dass er ihm öpis opfere chan. Uf em Schiff im Sturm hett dr Jona kais Schof, keis Rind zum opfere. Er hett nur no sich. Und er weiss, dass er kais rains Opfer isch. Dr Jona weiss, dass er em Schöpfer als Opfer nöd gnuägt. Er chan vor em Herr vo dr Wält nöd bestah. Gliich vertraut er sich Gott aa. Er liefert sis Läbe an där uus, wo ihm das Läbe gee hett. Das isch dr Kontra-Punkt zum geordnete Läbens'wandel und zum wohl'organisiärte Opfer im Tempel. Mit eme Zitat vomene Hit'parade'liäd chönnti mer em Jona d Wort is Muul lege: "I schänke dir mis Herz, meh han ich nöd." - Gott hett em Jona s Läbe g'schänkt, er hett sini Seel begnadiget. Und dr Jona hett e zweiti Chance bechoo und gnutzt. S Aabäte in dr Chile chan aim zu Gott füähre, und di nackt Verzwiiflig chan aim zu Gott fuähre. S ainte chamer plane, s andere nöd. Egal, wis ois gaht, mir sind nöd verlore. In beide Situatione offe'bart sich ois Gott.
Liäbi Gmaind mir läbed im Ziit'alter vom noiä Testament. Oises Opfer isch ain für ali Mal dur Jesus Christus er'bracht worde. Oisi Hiigab an Gott wird ermöglichet, wil sich Jesus Christus sälber hii'geh hett. Mit Verwiis uf das raine Opfer dörfed mir üses bescheidene Opfer, s Opfer vo oiserer Seel und oisem Herz, vor dr Schöpfer bringe. Eso dörfed mir is ewige Huus vo Gott ii'träte. AMEN.
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