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2008-11-09 10:00 Gottesdienst mit Taufe
Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres
Predigt Pfr. Jean-Marc Monhart

 

"Kinder des Lichts"

 

Liäbi Gmaind

ich begrüässe Si zum Gottesdienst. Dr Countdown lauft: dr drittletzt Sunntig im Chile'jahr fiired mir hüt. Nach'her, ich glaub s nonig so rächt, isch tatsächlich 1. Advent!

Im hütige Gottesdienst dörfed mir dur d Taufi dr Bund vo dr Gnad zwische Gott und de Mensche am Basil bezüüge. Zwai vo oise Konfirmande stelled üs d Kollekte vor. Dr noi Kanon, wo mer am letzte Sunntig zum erst mal ainstimmig gsunge hend, probiäred mir dasmal als Kanon.

Und das isch dr Predigttext nach de Losige: "Ihr seid ja alle 'Söhne und Töchter des Lichts' und 'Söhne und Töchter des Tages'; wir gehören nicht der Nacht noch der Finsternis." Das staht im 1. Briäf vom Apostel Paulus an d Chilegmaind in Thessaloniki. Was dr Paulus däne Griäche gschribe hett, mit däm beschäftige ich mich in dr Predigt.

S erst Wunschliäd vo dr Taufgsellschaft heisst "Laudato si". Ali Strophe, s Liäd hätt d Nummere 529. D Frau Clothilde Wydler beglaitet üs a dr Orgle.

 

1. Thessalonicher 5,1-6 (7-11)

(1) Ueber Zeiten und Fristen aber, liebe Brüder und Schwestern, braucht euch niemand zu belehren. (2) Ihr wisst ja selber genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. (3) Wenn die Leute sagen: Friede und Sicherheit, dann wird das Verderben so plötzlich über sie kommen wie die Wehen über die Schwangere, und es wird kein Entrinnen geben.

(4) Ihr aber, liebe Brüder und Schwestern, lebt nicht in der Finsternis, so dass euch der Tag überraschen könnte wie ein Dieb. (5) Ihr seid ja alle 'Söhne und Töchter des Lichts' und 'Söhne und Töchter des Tages'; wir gehören nicht der Nacht noch der Finsternis. (6) Lasst uns also nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein! // (7) Wer schläft, schläft des Nachts, und wer sich betrinkt, ist des Nachts betrunken, (8) wir aber, die wir dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung. (9) Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, dass wir dem Zorn verfallen, sondern dass wir die Rettung erlangen durch unseren Herrn Jesus Christus, (10) der für uns gestorben ist, damit wir alle miteinander, ob wir nun wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben werden.

(11) Deshalb: Redet einander zu und richtet euch gegenseitig auf, wie ihr es ja tut.

 

Liäbi Gmaind

"über Zeiten und Fristen... braucht euch niemand zu belehren."

Was isch e Frist? Hüt waiss ich das. Als Erwachsene muäs mer Rechnige zahle, und falls mer das nöd innerhalb vo dr Zahligs'frist macht, git s e Mahnig. E Frist isch mit ere Drohig verbunde. Denn nämlich, wenn mer si nöd ii'haltet.

Ich waiss allerdings, dass ich als Chind es anders Ziit'g'fühl gha han. In de Summer'ferie han ich mir am Aafang niä chöne vorstelle, dass si emo uf'höred. Und gelegentlich han ich müse mini Eltere oder Tante fröge, wiävil Feriä ich aigentlich no han. Foif Wuche Feriä am Stuck, das hett mis G'fühl für "Zeiten und Fristen" g'sprengt, won ich no es Chind gsi bin.

Dr Predigt'text staht am Schluss. Nöd am Schluss vo dr Kindheit, sondern am Schluss vom 1. Thessalonicher'briäf. Di vorige Kapitel hend en lehrhafte Charakter. D Christe in Thessaloniki sölled verstah, lerne. Im Finale gaht dr Verfasser direkter vor: Er nimmt dr Zeig'finger z Hilf, er mahnt, er bittet, er forderet uf, und zwische'dine droht er sogar. Dr rot Fade vo sine Schluss'wort isch, dass es kais "spöter emol" git. Nach Meinig vom Paulus befindet sich im Irrtum, wer meint, er chöni "spöter denn, vilicht" säge.

"Spöter" chumt vilicht niä, schribt dr Apostel. Ihr münd in dr Gege'wart läbe, wil s kai über'flüssigi Ziit git. Jede Tag zellt. Und dr Paulus lait no es Schiitli extra is Füür vo sinere Aa'sprach: er sait, mir sölled üs rüste. Uf Zack z sii isch z'wenig. Was, wenn mer öpis Be'drohlichs cho gseht, aber sich nöd mit de ge'aignete Mittel zur Wehr setze chan?

En Helm brucht mer zum Schutz und e Rüstig. Angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe, und - kluge Köpfe schützen sich - mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung: beides sind interessanter'wiis Verteidigungs'waffe. Mit em Helm uf em Chopf und mit em Brust'panzer chamer en Aa'griff unbeschadet über'stah, sälber aa'griife isch allerdings nonig möglich. Für das müsst mer zum Bispil es Schwert haa. Dr Paulus beschribt zwar imene andere Zsäme'hang e voll'ständigi Ritter'rüstig - Waffe inklusive. Im 1. Thessalonicher'briäf beschränkt er sich uf devensivs G'rät, Mittel zur Ab'wehr.

Ueber'haupt: ich han jetzt es paar Mal vom Apostel Paulus g'redet. Das isch nöd falsch. Es isch e ver'eifachti Dar'stellig. Oise Predigt'text staht im 5. Kapitel vom 1. Briäf an d Thessalonicher. Bis zum 5. Kapitel isch di ganz Ziit vo "wir" d Red. "Wie WIR euch schon früher gesagt und bezeugt haben", "ja, wie können WIR euretwegen Gott dank sagen" und so wiiter. Wer sich e chlii mit em Paulus befasst, merkt irgend'wenn: der Maa hett mit sich kämpft. Aber null Problem hett er gha mit sim Selbst'bewusst'sii. Dass er statt "ich" "wir" sait, würd ich ihm glatt zuä'traue.

Jetzt gönd mir aber zruck an Aafang vo däm Briäf. "Paulus und Silvanus und Timotheus an die Gemeinde in Thessalonich"; das isch dr Aafang vom Briäf. Aha - das isch gar nöd aine, wo "wir" schribt und "ich" maint. Es isch, wenn mer s ganz genau nimmt, und das mached mir jetzt emol, nöd en Paulus-Briäf. Es isch en Paulus und en Silvanus und en Timotheus-Briäf. Team-Work. Dr Silvanus tritt in de erhaltene Schrifte als Mitarbeiter vom Paulus uf, dr Timotheus hingege tritt später als eige'ständige Evangelist in Erschiinig. Es handlet sich also bi dr Mission in Thessaloniki um es Gmeinschafts'werk. Dr Paulus grüässt in sim Name, im Name vomene ständige Mitarbeiter und im Name vomene vorübergehende Mitarbeiter, won er us'bildet und nach'her mit eme selbständige Uuf'gabe'bereich be'traut.

Glaube, Liäbi, Hoffnig - diä drei sölled aim schütze, so wi aim e Rüstig schützt. "Glaube, Liebe, Hoffnung" hend mir imene berüämtere, andere Zsäme'hang g'hört: 1. Korinther 13,13: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die grösste unter ihnen aber ist die Liebe." - Dr Unter'schied zwüschet em Korintherbriäf und oiserem Predigt'text gsehn ich in dr defensive Orientiärig. Glaube, Hoffnig und Liäbi sölled üs bewahre in ere g'fahr'volle Um'gebig. So, wi dr 1. Thessalonicher'briäf das sait, sind mir unter Ziit'druck, mir werded be'droht vo Un'g'wüssheit, und beidem chönd mir begegne, wenn mir d Schutz'mittel vo Gott be'nutzed. Wenn mir allerdings uf Glaube, Hoffnig und Liäbi ver'zichted, wirds mit dr Ziit, wo üs dervo lauft, und mit dr Un'sicher'heit eng. Es wird bedrohlich.

Vilicht isch es, falls mer kain Schutz hett, doch gschider, das z tuä, wo dr Thessalonicher'briäf dervo warnt: z schlafe und sich z betrinke, damit mer em Ernst vo dr Lag ent'flücht. Au wenn s nur e vor'tüüschti Flucht isch.

Wil mir aber diä Mittel zur Ab'wehr hend, dr Schutz-Panzer vom Glaube und vo dr Liäbi sowiä dr Helm vo dr Hoffnig uf Rettig, b'halted mer si aa und stelled üs dr Wirklich'keit. Mer münd vor em helle Tag nöd flüchte, wil mir üs de G'fahre, wo üs ent'gege'träted, stelle chönd. Wil mir das uus'halte chönd, was uf ois zuä'chunt.

Liäbi Gmaind

Ich wais nöd, vo wem das Zitat isch, trotzdem möcht ich s Ihne nöd vorenthalte: Gott nimmt üs d Laste nöd immer ab, aber er hilft üs, si z träge. Uf s Bild vo dr Rüstig im Vers 8 über'trait: De G'fahre chönd mir nöd immer uus'wiche. Derfür sind ois d Mittel zur Ver'füägig g'stellt, sodass mir de G'fahre be'gegne chönd. AMEN.