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2008-08-03, 10:00 Gottesdienst
2. Brief von Paulus an die Korinther Kapitel 12, Verse 1-7a (Zürcher Bibel) "Himmelsreisen und unsagbare Worte" (1) Rühmen muss sein! Es nützt zwar nichts - trotzdem will ich auf Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen. (2) Ich weiss von einem Menschen in Christus, der wurde vor vierzehn Jahren - ob im Leib, weiss ich nicht, ob ausserhalb des Leibes, weiss ich nicht, Gott weiss es - bis in den 3. Himmel entrückt. (3) Und ich weiss von diesem Menschen, dass er - ob im Leib oder ausserhalb des Leibes, weiss ich nicht, Gott weiss es - (4) ins Paradies entrückt wurde und unsagbare Worte hörte, die kein Mensch aussprechen darf. (5) Für den will ich mich rühmen; was mich selbst betrifft, will ich mich nur meiner Schwachheit rühmen. / (6) Wollte ich mich rühmen, würde ich damit nicht zum Narren, denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich verzichte aber darauf, damit niemand mir mehr zuschreibt, als was er an mir sieht und hört - (7) die Offenbarungen mögen noch so überwältigend sein. //
(Zum Gebät im Wechsel stönd mir uf.) Herr, unser Gott, du hast zu deinen Jüngern gesagt: Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Hilf uns, das zu leben, was wir glauben. Wir danken dir für alles, was lebt und blüht und wächst und reift. Wir danken dir für alles Gute des Lebens, für alles gute Gelingen der Arbeit. Wir danken dir für alle Liebe und für die Gemeinschaft. Wir danken dir für die Zeit zum Innehalten, zum Nachdenken, zur Einkehr. Wir danken dir für dein Wort, für Jesus Christus, unsern Herrn. Wir danken dir für diese schöne Erde, die du uns anvertraut hast. Lehre uns bedenken, dass du sie uns geliehen hast, damit wir sie unseren Nachkommen weitergeben. AMEN.
Liäbi Gmaind, Himmel oder heaven chummt no öpe vor in Text vo Liäder. Sobald mer genauer hii'lost, merkt mer, dass dr Inhalt nöd unbedingt mit em himmlische Himmel z tuä hett. Eiffel 65 singed: "Too much of heaven can bring you underground" - "Wenn du dir s zu guät gah lasch, chan dich das unter de Bode bringe!" Ver'muätlich isch das en Uf'forderig, dass mer s bim Fäste nöd über'triibt. En anders Bispil isch d Belinda Carlisle, wo singt "Heaven is a place on earth". Si lokalisiärt dä himmlisch Platz uf dr Aerde exakt, indem si sait, där seigi innerhalb vo ihrer Um'armig. Das mag stimme, isch aber immer nonig oises Thema. Ich sing drum s Liäd vom Larry Norman "See you in heaven", wo s tatsächlich ums Jensiits gaht. Sie finded dr Text uf ihrem Blatt.
When you first begin your journey, you're not sure of who you are
Wieviele Himmel gibt es? Das Reich der Himmel ist nahe herbeigerückt, hätt Jesus prediget. Mir kenned d Formuliärig "Ich fühl mich wiä im 7. Himmel", für dr Fall, dass mer glück'selig isch. Im 2. Korintherbriäf wird dr 3. Himmel erwähnt, wo dr Apostel Paulus bi sim Bekehrigs'erläbnis vorüber'gehend gsi isch. Das mit de siebe Himmel beziäht sich uf diä 7 Himmels'körper, wo mer ohni Fern'rohr - mit blossem Aug - am Beste gseht: Dr Mond, dr Mars, dr Merkur, d Venus, dr Jupiter, dr Saturn und natürlich d Sunne. Zu jedem Himmels'körper hett mer sich in dr antike Wält e Himmel'schale vor'gstellt, quasi s Gelände oder d Piste, wo sich dr Planet druf bewegt. Mer hätt das au als "Sphäre" bezeichnet. Das sind di 7 Himmel gsi. Dr siebeti Himmel, d Sphäre vom Saturn, wär denn dr Abschluss gsi, s Maximum: döt, wo s nüme wiiter ufe gaht. Dr Apostel Paulus schribt allerdings nüt vo siebe Himmel, obwohl er im griächische Kultur'kreis uuf'g'wachse isch und settigi Ideä zimli sicher kennt hätt. Für ihn als studiärte Kenner vom Alte Testament isch di klassisch jüdisch Zähl'wiis massgeblich gsi. Während d Engländer zwische sky und heaven unterscheided, gits im Alte Testament s gliche Wort für alles. Derfür wird nummeriärt. Dr erst Himmel isch döt, wo d Vögel flüged, das wär d Luft über üse Chöpf. Dr zwait Himmel wär das, wo s Wasser drus chummt, wenn s rägnet, und wo sich d Planete befindet, das würdi sich von es paar Kilometer über Meer aa uf'wärts bis is Universum uus'dehne. Uf englisch wär das am Aafang no sky und später denn space. Dr dritti Himmel, das isch där, wo mer uf englisch als heaven oder heavens bezeichnet. Das isch döt, wo das Reich der Himmel isch, wo Gott wohnt. Uf hebräisch wird där Bereich in dr Mehrzahl verwendet. Das, wo dr Paulus uf griächisch als "dritten Himmel" bezeichnet, sind in dr Sprach vom Alte Testament, uf hebräisch, "die Himmel". Wo mer am Jesus sini Predigte im Neue Testament uf griächisch über'setzt hett, isch d Mehrzahl "die Himmel" für dr 3. Himmel bii'bhalte worde. Das Reich der Himmel ist nahe herbei'gerückt, meint weder d Atmosphäre noch s Welt'all, sondern s Jen'siits. Innerhalb vom Jensiits, innerhalb vo de Himmel, hett dr Paulus selber nüme wiiter nummeriärt. Für dr Paulus hört's bim 3. Himmel uuf. In dr Spät'antike hett das aber vilne Gläubige im Christe'tum, im Islam und sogar im Jude'tum sälber nöd g'lang't. Mer hett drum im mittel'alterliche Christe'tum, im Islam und im spät'antike Jude'tum die griächisch Theorie vo de siebe Himmel über'noh, wobi jedi Religion däne siebe Himmel jewils aigeni Näme und Bewohner zuä'g'schribe hett. Eventuell erinnered Si sich in däm Zsäme'hang an d Renaissance-Dichtig "Inferno" vom Dante. Em Paulus sinere Absicht isch das nöd gerecht worde, im Gege'teil: im Mittel'alter hett mer d Vision vom Apostel fälschlicher'wiis eso uuf'g'fasst, dass er nur in dr dritti vo ingesamt siebe Himmel iä'cho seig. Wenn mer das so gseht, denn hett der Paulus bloss e mittel'prächtigi Vision gha. Wenn mer das eso gseht, wäris keis Wunder, dass dr Paulus nöd im Himmel blibe isch: wenn er doch nur in en Vor'himmel gelangt wär, und vo döt denn zruck uf d Erde hätti müse. - Das isch es Miss'verständnis: was dr Paulus de Korinther schribt, isch, dass er im Himmel gsi isch. Nöd immene Warte'zimmer im himmlische Ii'gangs'bereich oder imene Vor-Himmel, sondern direkt IM Himmel. Im Himmel sälber. Drin.
(Gemeindelied "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre")
Liäbi Gmaind, bi Vollmond und klarem Nacht'himmel chummt er aim dr Mond ganz nöch vor, fasch wiä wenn mer en aa'lange chönnti. 1969 isch ain vo de ältiste und quälendste Mensch'heits'troim in Er'füllig gange: e Reis dur der Himmel uf dr Mond. Vergliche mit de Tüüfe vom Universum isch d Mission Apollo nur en chline Hüpfer gsi. Trotzdem - es sind scho sovil Flugzüüg und Rakete baut worde, da hett doch irgendwenn emol es G'rät müse hergstellt werde, wo mer dermit uf dr Mond chan. Wenigstens uf der Mond. Dr nächst Schritt wär dr Mars. Und da isch denn nöd nur dr unerfüllti Traum quälend, sondern d Erfüllig: mehreri Jahr lang wär mer in ere grosse Konserve'dose im All unter'wegs, zum uf dr Mars cho. Döt chönti mer nöd lang bliibe, wils unfründlich isch. Nach es paar Schritt uf dr Oberflächi vo däm Wüäste'planet müsst mer uf dr mehr'jährigi, langi, langi Hei'weg gah. Und was sölled d Astronaute ver'zelle, wenn si vom Mars zruck sind? Vilicht: "Ich bin dur s Welt'all gfloge und uf eme unwirtliche Himmels'körper g'landet!" - Liäbi Gmaind, s Gliiche händ bereits di Mond'reisende chöne säge. Been there, done that! Kenned mer doch! Aber vom Mond uus sind s wenigstens nach es paar Täg widr dihai gsi uf em blaue Planet. Bi dr andere Art vo Himmels'reis verlaht mer d Erde nöd. Oder doch? Dr Apostel Paulus schribt, er weiss nöd, ob er liiblich oder usserhalb vom Liib im Himmel gsi isch. Das spilt für ihn offebar kai grossi Rolle. "Gott weiss es", schribt er de Korinther, dodrmit isch s Thema "leiblichi oder geistigi Himmels'reis" für ihn er'lediget. Ueberhaupt haltet sich dr Apostel uf e g'spässigi Art zruck mit sinere Extrem'erfahrig. Sini Gegner in dr griächische Hafe'stadt halted sich nöd zruck. Si verzelled vo ihrne geistige Höhe'flüg, vo ihrer mystische Erkenntnis. Ihri bsundrige Erfahrige benutzed em Paulus sini Gegner als Bewiis, dass si als Lehrer und Mensche öpis Bsundrigs sind. D Visione wärded eso zum Fähig'keits'zügnis, zum Abzeiche oder Orde, wo en speziell taugliche Gemeinde'leiter und Christ vor'wiise chan. Dr Paulus probiärt, sich us däm Wett'striit: wer hätt s ehrwürdigere Abzeiche, wer hett dr höcher'rangigi Orde, use'z'halte. Das isch umso schwiriger und funktioniärt am Schluss nöd rächt, wil dr Paulus sälber Visione hett. Er schätzt diä Visione. Si hend en Iifluss uf sin Glaube. Dass er zum Glaube g'funde hett, staht mit ere Vision in Verbindig, mit sim Erläbnis vor Damaskus. Oepis, wo em Apostel regel'recht am Herze gläge isch, das isch d Verständlichkeit gsi. Di verbal Kommunikation, e ein'dütigi Art, sich us'z'drucke. Dr Paulus verlangt, dass in de Gottes'dienst nur denn in Zunge g'redet wird, wenn das im unmittelbare Aaschluss dra öpert in e allgemein verständlichi Sproch übersetzt. Bim Zunge'rede im Gottes'diänst ghöred di andere Anwesende immerhin no, dass öpert ergriffe isch und Luut und G'rüüsch (= Geräusche) vo sich git. Das chönnti d Gmaind'glieder uf d Idee bringe, dass dr Zunge'redner bsundrigs fromm und wichtig seig. Dur di vor'g'schribeni Ueber'setzig, wo dr Paulus in sine Chile'gmainde haa wett, ver'laageret sich s Schwer'gwicht. Es isch nüme d Autorität vo bsundrige Persone, wo im Vorder'grund staht, sondern dr Sinn wird beurteilt vo däm, was si säged. En Theologie-Professor hett emol vo sinere Ent'tüschig verzellt, won er nach sonere über'setzte Zunge'red bime Gottes'dienst empfunde hett. Nach de unverständliche Wort vom ainte Gemeinde'glied hett en andere s Gsaite übersetzt: Dr Inhalt vo dr Zunge'red isch demnach gsi, mer sölli Gott lobe und ihm gehorsam sii. - Hmm. Das stimmt sicher, aber wenn mer geheimnis'volli Luut wahr'nimmt, erwartet mer ehnder e chli e spektakuläreri Botschaft. Ich bin sälber niä amene aigentliche Gottesdiänst gsi, wo in Zunge gredet worde wär. S ainzige Mal, won ich so öpis erläbt han, isch in ere Fortbildigs-Wuche vo Theologie-Studente gsi, won ich no sälber studiärt han. Döt hätt sich in dr Runde ain Mitstudent eso bemerkbar gmacht Min persönliche Ii'druck isch damals gsi, dass dr zunge'redendi Student es psychisches Problem hätt, und ich das für mich nöd bruuche. Am Apostel Paulus isch es um Kommuniziärbarkeit gange. Was öpert sait, muäs verständlich sii. Erst wenn mer öpis verstaht, chan mers akkzeptiäre oder ablehne. Oepert, wo sich uf es höchers Wüsse, uf geheimi Offebarige - wo ebe geheim sind - und uf ekstatischi Erfahrige berüäft, macht sich un'angriifbar und un'kritisiärbar. Ich muäs quasi an dr Träger vo däre ekstatische Erfahrig glaube, derbi glaub ich doch aigentlich an Jesus - und das muäs lange. Je meh Ekstase und g'heims Wüsse und höcheri Erkenntnis is Spiil chömed, desto Guru-artiger werded di betroffene Lehrer. S Verhältnis vom Guru zum religiöse Schüäler wird dur Gehorsam ohne Verstehen bestimmt, mer muäs aifach folge, wil mer glaubt, dass dr Guru meh weiss und erkennt, als mer selber das tuät. In däm Sinn will dr Paulus kain Guru sii. Nöd ufgrund vo sinere Uus'strahlig söll mer ihm zuä'lose, sondern uf'grund vom Sinn vo sine Wort. Mer söll em Apostel zuä'lose, drüber nach'dänke und denn im Idealfall zur Erkenntnis cho: stimmt, das lüchtet mir ii, chan mer so gseh. Er hett Rächt. Interessant. Was dr Paulus in sim 2. Briäf an d Korinther macht, isch e Reis hii und zruck immene dopplete Sinn: nöd nur, wil er nach sim Erläbnis zruck is sichtbare Läbe cho isch. In oisi Wirklichkeit. Sondern, wil er zerst bekennt, dass er dr uferstandeni Christus leiblich gseh hett. Und nachher kehrt er zruck vo dr Erinnerig an dritte Himmel zu sim Briäf an d Korinther, und schribt ne: spilt für oi überhaupt kai Rolle. Euri Problem, schribt er de Korinther, sind nöd mini oder euri Visione, sondern Striit, Iifersucht, Zorn, Selbst'sucht, Ver'lüümdig, üebli Nach'reed, Hoch'muät und Uuf'ruähr. Das sind d Problem, wo ihr Korinther dermit z kämpfe hend. Es sind nöd himmlische, sondern irdischi Problem.
Liäbi Gmaind, Bi nere Feriä'reis chan där Punkt cho, wo mer mit eme Glacé uf em Bistell'tischli im Liege'stuähl em Sunne'unter'gang zuä'luäget und sait: da g'fallt's mir! Ich bliibe da. - Und es paar Täg spöter isch es Ziit zum Hei'reise. Wenn mer s schafft, där Moment vom Aacho-Sii, vo dr Ruäh z konserviäre, denn hett mer au dihai Feriä in sich. So ähnlich, nimm ich jetzt emol aa, chönnti dr Paulus empfunde haa, wenn er sich voller Leide'schaft und gelegentlich leidend mit de Korinther beschäftiget hett. D Erinnerig an sini Reis hett er in sich trait. Si isch genau so real gsi, wi d Chile'gmaind Korinth am ägeische Meer real gsi isch. Es chlises Stück vom Himmel isch em Paulus vo sinere Reis blibe. AMEN.
Fürbitte am 11. Sonntag nach Trinitatis 2008 Schöpfung, Strukturen, Ebenbild, Chorschluss. (Mir erhebed üs zur Fürbitt. Nach dr Fürbitt blibed mir stah fürs Liäd "Trittst im Morgenrot daher".) Gott, wir gehören zu deiner schönen, zerbrechlichen Welt. Gib uns Barmherzigkeit, dass wir sie bewahren und bewahrt werden. Gib uns Erkenntnis, dass wir sie schützen und beschützt werden. Gib uns Liebe, dass wir sie lieben und geliebt werden. Gib uns Verlangen nach Versöhnung mit deiner Schöpfung. Gott, wir gehören zueinander. Hilf uns, einander so zu sehen, wie du uns siehst. Hilf uns, gerechte Strukturen zu schaffen und gerecht zu handeln, was uns einander näherbringt. Gott, wir gehören dir, da wir nach deinem Bild geschaffen sind. Hilf uns, deinem wahren Ebenbild, Jesus Christus, nachzufolgen und unsere Unterschiede nicht als Grund zur Trennung, sondern als Gaben des Lebens und der Zugehörigkeit zu deiner göttlichen Vielfalt zu verstehen. Wir preisen deine Weisheit und öffnen uns deinem Willen für dein Reich. Im Namen Jesu Christi: Amen.
1Eingangsspiel 2Gruss 3Jahreszeitenlied RG 537,1.9-11.15 Geh aus, mein Herz, und suche Freud" 4Predigttext 2. Korinther 12,1-7a 5Monatslied RG 100,1-6 "Erfreue dich, Himmel" 6(stehend / im Wechsel) Gebet (Text auf Blatt) 7Liedvortrag "See you in heaven" (Text auf Blatt) 8Intro: Wieviele Himmel gibt es? 9Lied RG 12,1-6 "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" 10Predigt 11Zwischenspiel 12(stehend) Fürbitte 13(stehend) Lied RG 519,1-4 "Trittst im Morgenrot daher" 14Kollekte: jährliche kantonale Menschenrechtskollekte 15Mitteilungen: Chilekafi. Nächste Sonntagsgottesdienste. 16Glaubenslied RG 662,1-4 "Ich bete an die Macht der Liebe" 17(stehend / gemeinsam) Unser Vater 18(stehend) Segen 19(sitzend) Ausgangsspiel
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