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2005-05-15, 10:00 Pfingsten, Gottesdienst
Abendmahl mit Gemeinschaftskelch
Predigt Pfr. Jean-Marc Monhart

Liturgie

 

Predigttext nach den Losungen: Johannes 16,5-15

[Gute Nachricht Bibel 9.1996 / Direkte Rede von Jesus ab Joh 14,9 / Zwischentitel nach 16,4a: „Die Aufgabe des heiligen Geistes]

    (05)Jetzt werde ich zu dem gehen, der mich gesandt hat. Aber niemand von euch fragt mich, wohin ich gehe.

    (06)Ihr seid nur traurig, weil ich euch dies alles gesagt habe.

    (07)Aber glaubt mir, es ist gut für euch, dass ich fortgehe; denn sonst wird der Stellvertreter nicht zu euch kommen. Wenn ich aber fortgehe, dann werde ich ihn zu euch senden. /

    (08)Wenn er kommt, wird er den Menschen dieser Welt beweisen, dass sie schuldig sind, und ihnen zeigen, was Sünde ist und Gottes Gerechtigkeit und sein Gericht.

    (09)Ihre Sünde besteht darin, dass sie mir nicht vertrauen.

    (10)Gottes Gerechtigkeit erweist sich darin, dass er mir recht gibt; denn ich gehe zum Vater, und ihr werdet mich nicht mehr sehen.

    (11)Gottes Gericht aber zeigt sich daran, dass der Herrscher dieser Welt schon verurteilt ist. /

    (12)Ich hätte euch noch vieles zu sagen, doch das würde euch jetzt überfordern.

    (13)Aber wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen. Was er euch sagen wird, hat er nicht von sich selbst, sondern er wird euch sagen, was er hört. Er wird euch in Zukunft den Weg weisen.

    (14)Er wird meine Herrlichkeit sichtbar machen; denn was er an euch weitergibt, hat er von mir.

    (15)Alles, was der Vater hat, gehört auch mir. Darum habe ich gesagt: Was der Geist an euch weitergibt, hat er von mir.

 

Liäbi Gmaind,

Erntedank isch s Fest vo Gott Vater. An Erntedank lobed mir dr Schöpfer für sini Gabe.

Gott Sohn hätt mehreri Festtäg im Chilejohr: sin Geburtstag an Wiähnachte, dr Iizug in Jerusalem an Palmsunntig, dr Tod an Karfriitig, d Uuferstehig an Ostere und sini Uufnahm in Himmel an Uffahrt.

Hüt hämmer Pfingste. Das isch s einzige Fest vo Gott heiligem Geist.

Bi dr Anzahl Festtäg gseht mer, dass Jesus am Meiste vor’chummt.

Oisere Predigttext zeigt, wiä eng Gott Vater, Sohn und heilige Geist mitenand verbunde sind. Jesus gseht sich als Kommunikator vo Gott. Er tailt üs das mit, wo Gott ois säge möcht. Dr heilig Geist füährt diä Uufgab als Vertretig wiiter. Er isch nöd an es normals Läbens’alter bunde wiä dr Mensch Jesus. Und er chan au nöd nur – wiä s bimene Mensch dr Fall isch – in sinere Körperlich’keit an aim Ort gliich’ziitig sii.

Als geistlichi Chraft’wirkig isch er ab’kopplet vo Ziit und Raum. Er wirkt aber ii üüs, und mir, di Gläubige, stöhnd natürlich in Ziit und Raum. Mir dörfed jetzt läbe und münd irgendwenn emol stärbe. Mir sind jetzt doh an däm Ort, und wenn mir an en andere Ort gönd, denn münd mir für das dr ersti Ort verloh. In oiserer ziitliche und rüümliche Begrenzt’heit isch es e Gnad, e Chraft über’z’choo, wo über Ziit und Ruum uus’goht – d Chraft vom heilige Geist.

Es isch denn nöd „mini“ Chraft, sondern si wirkt dur mich. Und anderne goht’s genauso. Dur das entstoht e Gemeinsamkeit. Es isch nöd d Gliich’heit vo verschidene Mensche, wo d Christe ver’eint, sondern dr gliichi Geist, wo in ihne wirkt.

In dr Schilderig vo dr Apostel’gschicht über s Pfingst’fest lauft das bereits im Hintergrund mit.

Diä Persone, wo über si dr heilig Geist uus’gosse wird, sind rächt unterschidlich und händ vonenand ab‘wiichendi Meinige. Dr Geist motiviärt si zur Verkündigung. Dr Missionsbefehl stammt vo Jesus, aber zu sinere Umsetzig hätt no öpis g’fählt. Es hät där Ruck g’fehlt, wo dr Wage in Bewegig setzt, dr Aastoss zum en Wäg unter d Fuäss neh.

Bereits im spötere Verlauf vo dr Apostel’gschicht zaigt sich, dass s Evangelium vo Jesus uf verschideni Arte verkündet worde isch. Dr Geist isch zwar dr Gliichi, aber d Mensche sind verschide. Offe’bar findet also im Wirke vom heilige Geist nöd ä Nivelliärig statt, sondern d Unter’schiedlichkeit vo de mänschliche Persone bliibt erhalte.

Es wär vilicht aifacher, wenn dur s Wirke vom heilige Geist e totali Gliich’schaltig vo de erfasste Persone statt’finde täti. Denn chönti mer nämlich kontrolliäre, wer vom Geist erfasst isch und wer nöd. Allerdings bliibed mir Individuä, obwohl dr gliichi Geist ois begnadet. Dur das isch es nöd objektiv möglich, fest’z’stelle, ob in ere Person jetzt dr heilig Geist wirkt oder nöd.

In dr Pfingst’gschicht, wo öpis wiä Füür’zunge uf di versammlete Gläubige abe’choo isch, döt hätt mer für en Moment öpis gseh. Das bliibt en Uus’nahm.

Mängisch g’spürt mer öpis. Aber längst nöd kontinuiärlich.

Doh isch d Versuächig gross, dass mer dänkt: diä Lüüt, wo ähnlich sind wiä n ich, oder wo imene ähnliche Stil glaubed wiä n ich, diä händ dr Geist über’choo.

Das isch e subjektivi Wahr’nehmig. Mer söll e subjektivi Wahr’nehmig nöd ver’urteile, denn ich han jo nur mini subjektivi Wahrnehmig. Wenn mir oiseri diverse subjektive Wahrnehmige zsäme’tuänd, denn ent’stoht mit dr Ziit es objektivers Bild vo dr Sach. Hingege ent’stoht dur das no kais objektivs Bild an sich. Di objektiv Wahrnehmig vo dr Wält wär das wo Gott gseht, oder wahr’nimmt. Wenn mer sait „Gott gseht alles“, denn säged mir dodrmit indirekt: „Mir gsehnd ebe nöd alles, nur en Uus’schnitt, und där Teil vo dr Wirklichkeit gsehnd mir zuäsätzlich no in oiserer subjektive Iifärbig und perspektivische Ver’zerrig.

D Uus’sag „Gott gseht alles“ bedütet „Gott verstoht, was er gseht“; er waiss, was das isch, wo er gseht.

Mir gsehnd hingege viles, wo mir düüte münd, wo mir interpretiäre münd oder sogar röötle, wiä sich diä Sach jetzt verhaltet oder was in ere bestimmte Aa’glege’heit d Wohr’heit isch.

Im heilige Geist händ mir Anteil an dr Wohr’heit. Nöd mir sind d Wohr’heit, sondern Jesus isch d Wahr’heit, und dr Geist ver’mittlet üs das.

In sine Abschieds’rede im Johannes’evangelium nennt Jesus d Uuf’gabe vom heilige Geist. Das isch insofern schwirig, wil er de Jünger öpis be’schriibt, wo si gar nonig kenned.

In de Evangeliä chömed ainigi Stelle vor, wo d Jünger dr Muät ver’lüüred oder sich sogar striited, chum isch Jesus en Moment emol orts‘abwesend.

Hüt isch dr Mensch Jesus körperlich orts’abwesend, nöd nur in Bezug uf es paar Jünger, sondern für alli Christe. Es wär schlimm, wenn das zur Folg hätti, dass mir muätlos wäred und ver’kracht ohni sini Gege’wart. Zum Glück händ mir gschänkwiis dr heiligi Geist, und so entstönd dr Wille und dr Iisatz und s Zsäme’wirke in dr G’maind.

Im Nach’hinein isch mer g’schider. Im Unterschied zu de Jünger händ mir e Vor’stellig dodrvo, was dr heiligi Geist isch. Drum chönd mir das, wo Jesus als Uuf’gabe’bereich bezeichnet, genauer betrachte.

Was Jesus sine Jünger über dr Geist sait, spricht er mit ere gelassene Grund’haltig uus. Obwohl mir dr Geist mit Energie und Dynamik und Dringlichkeit verbinded, chan er au abklärt und ruhig in Zuäversicht erschiine.

„Ich hätte euch noch vieles zu sagen“, sait Jesus de Jünger in Vers 12, und stellt denn fest: „...doch das würde euch jetzt überfordern. (13) Aber wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen.“

Dr Geist isch also in sich selber wirk’kräftig. Mir münd nöd dr heilig Geist wirksam mache. „Kommt Zeit, kommt Rat“, sait s Sprichwort.

Im Johannes’evangelium sait Jesus sini Wort churz bevor er verhaftet wird. Mer chönnti sich vorstelle, dass er in de letzte Moment de Jünger no möglichst vil Wüsse vermittle und biibringe und erkläre wil. Stattdesse redet er zu ihne, si losed ihm zuä, aber es findet kai aigentlichi Kontrolle statt, ob d Jünger das verstande händ, was si ghöred.

Immerhin, d Jünger händ offebar s Fassigs’vermöge gha, zum Zuälose und sich aifach emol Iipräge, was Jesus ihne predigt. Si chönd s in sich uuf’neh und iiwirke loh. Und denn, wenn si dr heilig Geist empfanged an Pfingste, denn ordned sich d Gedanke und us em Wüsse wird d Weisheit und us em Verstand s Begriife.

Trotz dr begrenzte Ziit, wo ihm no zur Verfüägig stoht, isch Jesus zuä’versichtlich, dass sini Wort uf frucht’bare Bode falled, au wenn er nüme doh isch. Jesus vertraut sim künftige Stellvertreter. Er isch sicher, dass „der Tröster“ tröstet.

Zum Schluss no s Pflichte’heft, sowiit s us em hütige Abschnitt hervorgoht.

Dr Geist söll de Mensche vo däre Wält ihri Schuld uufzaige. Döt, wo s Böse bim Name g’nennt wird und döt wo Fehl’verhalte uuf’deckt wird, döt wirkt dr heiligi Geist.

Er söll zaige, wo mir vo Gott entfremdet sind, und üs zruck zu Jesus füähre.

Dr Geist söll üs d Gerechtigkeit vo Gott zaige. Das heisst, in dr Chraft vom heilige Geist wird nöd nur entlarvt, sondern es wird öpis Wahrs sichtbar. Dr Geist isch nöd nur en Geist vo dr Zerstörig vom Negative, sondern er isch ebefalls en Baumeister vom Guäte.

Und zletzt in dr Uuf’zellig söll üs dr Geist s G’richt vo Gott zeige. Normaler’wiis würded mir üs unter däm di Belohnig vo de Guäte und d Bestrofig vo de Böse im jüngste G’richt vorstelle am Änd vo dr Ziit.

In de Wort im 16. Kapitel vom Johannes’evangelium setzt Jesus hingege en andere Akkzent, wenn er s Gericht erwähnt. Er sait:

„Gottes Gericht aber zeigt sich daran, dass der Herrscher dieser Welt schon verurteilt ist.“

S Böse, wo in däre Welt e wirksami Chraft isch, hätt s Verfallsdatum scho uf dr Stirn. Ohni d Hilf vom Geist gsehnd mir s Böse als beherrschendi Macht uf däre Wält.

Dr heilig Geist git üs dr Glaube, dass s Böse bereits verlore hätt. Hüt scho bechömed mir en Gruäss us ere bessere Zuäkunft.

AMEN.

 

 

Liturgie

    01Eingangsspiel (1/4)

    02Gruss

    03Loblied EG 727,1-5 „Womit soll ich dich wohl loben“

    04(stehend / im Wechsel) Psalmgebet EG 136 {Psalm 118}

    05Zwischenspiel I (2/4)

    06Text von Walter Staub zum Monatslied

    07Monatslied EG 515,1-5

    08Predigttext

    09Pfingstlied EG 499,1-5 „Komm, Schöpfer Geist“

    10Predigt

    11Zwischenspiel II (3/4)

    12Danksagung

    13Lied EG 314 „Christe, du Lamm Gottes“

    14Einsetzungsworte

    15(stehend / gemeinsam) Unser Vater

    16(HelferInnen treten herzu) Verteilung an die HelferInnen

    17(in Gruppen zu ca 12 Personen) Verteilung an die Gemeinde

    18(stehend) Dankgebet (HelferInnen setzen sich)

    19Lied EG 828,1-4 „Gib uns Frieden“

    20Kollekte

    21Mitteilungen

    22Schlussstrophen EG 499,6-7

    23(stehend) Segen

    24(sitzend) Ausgangsspiel (4/4)