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2005-05-05, 10:30
Predigttext: 1. Könige 8,22ff „Worte zur Einweihung des Tempels“ [GNB] (22)Dann trat Salomo vor den Augen der ganzen Gemeinde Israel vor den Altar des Herrn, breitete die Arme zum Himmel aus (23)und betete: „Herr, du Gott Israels! Weder im Himmel noch auf der Erde gibt es einen Gott wie dich. Du stehst zu deinem Bund und erweist deine Güte und Liebe allen, die dir mit ungeteiltem Herzen dienen. (24)So hast du an deinem Diener, meinem Vater David, gehandelt. Der heutige Tag ist Zeuge dafür, dass du dein Versprechen gehalten hast. / (25)Herr, du Gott Israels, nun erfülle auch die andere Zusage, die du meinem Vater David, deinem Diener, gegeben hast: dass stets einer aus der Familie Davids auf dem Thron Israels sitzen wird – wenn seine Nachkommen dir nur genauso treu dienen wie er. (26)Gott Israels, lass doch in Erfüllung gehen, was du meinem Vater David, deinem Diener, versprochen hast! / (27)Aber bist du nicht viel zu erhaben, um bei uns Menschen zu wohnen? Ist doch selbst der ganze weite Himmel zu klein für dich, wieviel mehr dann dieses Haus, das ich gebaut habe. (28)Herr, mein Gott! Achte dennoch auf mein demütiges Gebet und höre auf die Bitte, die ich heute vor dich bringe: (29)Richte deinen Blick Tag und Nacht auf dieses Haus, von dem du gesagt hast: ‚Hier soll mein Name wohnen!‘ Höre mich, wenn ich von hier aus zu dir rufe, (30)und höre auch die Gebete deines Volkes Israel! Wenn wir an dieser Stätte zu dir rufen, dann höre uns in deiner himmlischen Wohnung! Erhöre uns und vergib uns alle Schuld!“
Liäbi Gmaind! nach dr Ziit, wo s Volk Israel in Aegypte für dr Pharao Ramses II. Fronarbeit g’leistet hätt, isch es dur d Wuästi zoge und hätt sich im Land Kanaa fest’g’setzt. Im hütige Israel und Palästina sind d Israelite als Stammes’system organisiert gsi. Mer chönnti allerdings au säge, si seiged als Stammes’system des-organisiärt gsi. Mit ihrer muähsame Konsens’findig sind si nämlich de König’tümer vo de umliegende Völker unter’läge gsi. Also händ si ebe’falls en König welle. Dr erst vo de Könige isch dr Saul gsi. Er isch dra g’schiteret, dass er sine Soldate z’vil Priviliegiä gee hätt. Vergliichbar amene Fuäss’ball’trainer, wo sini Spieler mache loht, was si wänd, wil er sich bi ne nöd un’beliäbt mache möcht. Dr Saul hätt denn en Abgang gha, und dr König David isch choo. Dr David hätt e Vision für sis Volk gha, und das isch d Umwandlig vom alte Heilig’tum in Jerusalem in en noiä, grosse, schöne Tempel’betrieb für’s ganze Land gsi. Diä Vision hätt dr König David nöd chöne realisiäre. En Prophet hätt ihm dr Tempelbau ver’bote, mit dr Begründig, dass Bluät am David sine Händ chläbi. Dodrmit isch nöd s Bluät vo de tuusige vo Soldate und Ziviliste g’maint gsi, wo in de chriägerische Usenander’setzige vo säbere Ziit um’s Läbe cho sind. D Idee, Chriäg an und für sich moralisch z ver’urteile, hätt nöd em damalige Verständnis entsproche. S Bluät an de Händ vom König David isch das vomene Söldner, em Uria. Dr David hätt dr Hethiter Uria ermorde loh, damit er em Uria sini Frau, d Bathseba, als Witwe offiziell hätt chöne in sin Harem uuf’neh. Spöter hätt ain vo de Söhn vom David d Thronfolg aa’träte, dr Salomo. Ihm isch kain privat motiviärte Mord aa’z’laste gsi, und drum hätt er vom Prophet d Frei’gab für dr Bau vome Tempel über’choo. Dr Salomo hätt sich s nöd neh loh, dr noii Tempel in Jerusalem persönlich ii’z’weihe, und zwar dur es Eröffnigs’gebät. Das Eröffnigs’gebät isch ain vo de traditionelle Predigt’text zu Uuf’fahrt. Jetzt söll mer sich fröge, worin bestoht dr Zsäme’hang zwische eme Gebät für en irdische, weltliche Tempel und dr Uuf’nahm vo Jesus in jensiitige, überirdische Himmel. Dr König Salomo isch mit sine Wort vilicht e chli prophetischer gsi, als ihm das womöglich bewusst gsi isch. Er hätt wele, dass für immer en Nachkomme vo sim Vater David uf em Thron sitzt. Där Wunsch isch wörtlich in Erfüllig gange: König vom Gottesvolk, König vom neue Israel, isch dr Davids’sohn Jesus us Nazareth. Dr Salomo hätt sich di ewig Herrschaft vomene Davids’sohn vermuätlich aber nöd so vor’g’stellt, dass ain bestimmte Sohn vo David für immer regiärt, sondern, dass es immer wieder en noiä König git. Aber där stirbt denn, und es chummt wider en noiä. Ewig läbe würde denn nöd dr jewiligi König, sondern s König’tum an und für sich. Im Verlauf vo mehrere Johr’hundert Königs’herrschaft in Israel hätt s Volk allerdings so vil negativi Er’fahrige mit de vorübergehende Könige g’macht, dass dr Wunsch nach aim ewige König ohni Fehl und Tadel immer stärker worde isch. Där König chan aber nöd aifach en Mensch si, denn suscht stirbt er ja aines Tages, und denn chunnt wider en noiä, wo weniger guät isch. Also muäs där König öpis Göttlichs haa, er muäs dr Vergänglichkeit ent’hobe sii, uuf’g’hobe zum himmlische Thron, uuf’g’fahre in Himmel – eso wiä Jesus, wo vor de Auge vo sine Jünger empor’g’hobe isch, sodass ihn e Wulche uuf’g’noh hett, und si ihn plötzlich nüme gseh händ.
Liäbi Gmaind, was uf ere Aa’höchi e chli usser’halb vo Jerusalem unter freiem Himmel an Uuf’fahrt passiärt isch, das isch d Erfüllig gsi von ere Prophezei‘ig. Es isch d Erfüllig gsi von ere Prophezei‘ig, wo dr König Salomo in sim frisch’baute Tempel zmizit in dr Stadt Jerusalem bi dr Ii’weih’ig (Einweihung) g’macht hätt. Mer dörf sogar säge, es isch e Über’erfüllig gsi, wil dr Wunsch für d Zuäkunft in ere wiiter entwicklete Form wahr worde isch. Uuf’fahrt bedütet für üs nöd, dass dr uferstandeni Jesus unsichtbar wird, nachdem er sich vorher wenigstens sine Jüngerinne und Jünger als Uf’erstandene zeigt hätt. Dass Jesus de Blick vo sine Jünger ent’schwindet und si zruck’loht, das inter’pretiäred si als Israelite als himmlische Herrschafts’aatritt vom ewige König. Und zumindest di ainte vo de Jünger händ in dr Folg denn au begriffe, dass en König uf em himmlische Thron dr Herrscher vo dr ganze Wält isch. Dr sichtbari, sterblichi König Salomo hätt es Land regiärt vo dr un’g’fähre Grössi vom hütige Israel und Palästina. Dr unsichtbari, ewigi König Jesus Christus uf em himmlische Thron regiärt über di ganzi Wält. Zum Ziitpunkt, wo d Jünger elai uf eme Berg bi Jerusalem gstande sind, hätt das di ganzi Wält allerdings nonig gwüsst. Also hätt d Wält müse erfahre, dass Jesus ihre König isch. Di frohi Botschaft, s Evangelium, hätt müse ver’breitet werde. In dr Flächi hätt diä Verbreitig wiitgehend scho statt’gfunde in de vergangene knapp zwei Johrtuusig. Es git es paar Milliarde Christe uf däre Wält. Vo däne, wo kai Christe sind, händ allerdings vili es Zerrbild vo Jesus, wo ihne dur ihri aigene religiöse Autoritäte oder aifach dur Un’wüsse vermittlet worde isch. Es würdi allne Mensche uf dr ganze Welt guät tuä, wenn si Jesus Christus als Erlöser und Heiland kenne lerne chönnted. Dr Missions’befehl ziilt allerdings no in e anderi Richtig, nöd nur in Raum, in d Wiiti, sondern au in d Ziit’achse. Mir stärbed irgendwenn emol, aber s Läbe stirbt hoffentlich nöd us, wil immer wider e noii Generation vo Mänsche ent’stoht. Oisem Nachwuchs, oiserne Chind wänd mir ebefalls verzelle, dass dr aigentlichi König vo dr ganze Welt nöd ufeme Thron us Gold oder uf em Chefsessel vomene Präsidente’palast sitzt. Mir wänd säge, dass oise eigentlich König oder Präsident en himmlische Herrscher isch, wo alli Mensche gärn hätt und nöd nur für di ainte zuäständig isch, wiä dr König vo Norwege, wo für Norwege zuäständig isch, oder dr Präsident vo Östreich, wo logischerwiis d Interesse vo de Österricher im Aug bhalte muäs. In sim Tempel’ii’weihigs’gebät formuliärt dr vergänglichi König Salomo nomol öpis, wo im Nachhinein betrachtet prophetisch isch. Dr Salomo bätet zu Gott: (27) „Aber bist du nicht viel zu erhaben, um bei uns Menschen zu wohnen? Ist doch selbst der ganze weite Himmel zu klein für dich, wieviel mehr dann dieses Haus, das ich gebaut habe.“ Wer weiss, vilicht isch das nur e rednerischi Floskle gsi, wo dr Salomo sim Gebät ii’g’fuägt hätt. Denn wenn nach em öffentliche Gebät en Israelit füre’choo wär, em Salomo uf d Schultere klopft und ihm gsait hätti: „Joh König, du häsch rächt. Es isch scho e chli peinlich, dass mir Gott, wo s ganze Universum erschaffe hätt, in sonere mickrige Halle vo 30x10m Hundert Flächi aabäted. Dr Schöpfer vo Himmel und Erde hätti öpis Bessers verdiänt als das Huus doh!“
Liäbi Gmaind, ich glaub, dr König Salomo hätti ungnädig reagiärt uf sone Provokation. Ich trau ihm zwar zuä, dass er in sim tüüfste innerste scho g’merkt hätt, wiä ungenuägend es irdisches Bauwerk isch, zum Gott aa’bätte. Aber, g’mässe an däm, wo damals technisch und finanziell möglich gsi isch, isch en dreihundert Quadratmeter-Bau mit ere liächte Höchi vo 15m und Zedere-Holz-Täfer nöd schlächt gsi. Nur ebe: dr Bau isch nöd schlächt gsi gmässe an de menschliche Möglichkeite – aber aigentlich söll Gott do drin aa’bätted wärde, und gmässe an de göttliche Möglichkeite isch es irdisches Bau‘werk in jedem Fall ungenügend. Us däm Grund isch es ebe sinnvoll, wenn mer ain oder zweimal im Johr dr Raum vo dr Chile verloht und en Gottesdienst fiiret amene Ort, wo s Holz nonig zu Täfer verarbeitet isch, sondern wo s Holz no in Form vo lebändige Bäum im Wald stoht. Wil es menschlichs Bauwerke immer nach em menschliche Massstab errichtet isch und nöd nach em göttliche, hätts en Sinn, wenn mer gelegentlich emol amene Ort Gottesdienst fiiret, wo d Höchi zwischet em Fuässbode und em Dach nöd nur es paar Meter betrait, sondern wo dr Fuässbode dr Erdbode und s Dach dr Himmel isch. Das söll üs dra hindere, Gott chliiner z mache, als er isch. Diä Selbst’disziplin händ sich d Israelite unter anderem mit ere Sproch’regelig uf’er’lait. Si händ nöd gsait: „Gott wohnt im Tempel“, sondern „dr Name vo Gott wohnt im Tempel“. Das isch s Gliiche und doch nöd s Gliiche. Wenn dr Name vom Höchste doh isch, beehrt Gott beehrt dr Tempel mit sinere Gege’wart. Begrenzt uf dr Tempel isch d Gege’wart allerdings nöd. D Gegewart vom Schöpfer goht über di vertäferete Muure vom Aabätigs’saal uus. Dr Name isch allerdings das, wo mer öpert dermit persönlich aa’spreche chan. Wenn mer Gott im Tempel aabätet, chan mer ihn bim Name nenne. Er begegnet üs persönlich. Wenn mir unter freiem Himmel en Gottesdiänst fiired, isch es eigentlich kain wirklich gebäude’lose Gottesdiänst. Dr Name vo Gott nämed mir joh us dr erbaute Chile mit use in d Natur. Mir bäted ohne Chile’gebäude eso aa, wiä s ois in dr Chile offe’bart worde isch. Suscht müssted mir joh en Gott vom „Fressen und Gefressen werden“ aabäte, en Gott vo dr Gier und vo dr Vernichtig und vo dr Missachtig vom einzelne Läbenswese und vo de Naturkatastrophe. Genau das mached mir aber nöd, wenn mir in dr Natur dusse en Gottesdiänst fiired. Au wenn mir uf em Dorfplatz sind oder im Wald oder uf em Vorplatz vom Chile’gmaind’huus, lobed mir Jesus Christus, wo für jede ainzelni Mensch g’storbe isch, und dr Schöpfer, wo jedes Sternli und jede Spatz und jedes Sandkorn zellt hätt, und dr heiligi Geist, wo ewigi G’mainschaft stiftet. AMEN.
01Eingangsspiel (Blockflöte EG 100 / Orgel) 02Gruss 03Morgenlied EG 579,1-6 „Danke“ (Gitarre / nur Orgel) 04(stehend; gemeinsam) Glaubensbekenntnis KU 296 05Morgenlied Liedblatt „Schön isch dr Morge“, 1-4 / Monatslied EG 515,1-5 06Predigttext 1. Könige 8,22ff Tempelweihgebet von Salomo 07Auffahrtslied EG 491,1-5 „Gen Himmel“ (b nur Orgel) 08Predigt 09Jahreszeitenlied EG 537,1-4 „Geh aus, mein Herz“ / Zwischenspiel Orgel 10Eingiessen des Taufwassers. Personalien 11Wunschlied (2/2) KU 39,1-4 „Ich möcht, dass einer mit mir geht“ 12(Taufgesellschaft tritt herzu) Taufe. Vers: Matthäus 7,12 13Entzünden der Taufkerze 14Taufkerzenlied EG 531,1-3 „Weisst du, wieviel Sternlein stehen“ / rein instrumental Liedmelodie Orgel 15(stehend) Fürbitte (nachher: Taufgesellschaft setzt sich) 16Lied KU 210,1-6 „Gottes Liebe ist wie die Sonne“ 17Kollekte: Info und Körbe herumgeben / nur Info 18Mitteilung: Muttertag, 8. Mai 10 Uhr IP und Bauernkapelle 19(stehend; gemeinsam) Unser Vater 20(stehend) Segen 21(sitzend) Ausgangsspiel Blockflöte EG 278 / Orgel
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