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2005-02-06, 10:00, Gottesdienst
Predigt Pfr. Jean-Marc Monhart

 

Liturgie

 

Lukas 10,38-42 „Jesus bei Maria und Marta“ [GNB]

    (38)Als Jesus mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf. Dort nahm ihn eine Frau namens Marta gastlich auf. /

    (39)Sie hatte eine Schwester mit Namen Maria, die setzte sich zu Füssen des Herrn nieder und hörte ihm zu.

    (40)Marta dagegen war voll damit beschäftigt, das Essen vorzubereiten.
    Schliesslich trat Marta vor Jesus hin und sagte: „Herr, kümmert es dich nicht, dass mich meine Schwester die ganze Arbeit allein tun lässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!“ /

    (41)Der Herr antwortete ihr: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und verlierst dich an vielerlei,

    (42)aber nur eins ist nötig: Maria hat die richtige Wahl getroffen. Sie hat sich für ein Gut entschieden, das ihr niemand wegnehmen kann.“

 

Liäbi Gmaind,

Zwai Schwöstere: Di aint schaffet. Di ander schaffet nöd.

Diä, wo schafft, d Marta, beklagt sich über diä, wo nöd schaffet.

Diä, wo nöd schafft, heisst Maria.

D Maria sitzt vor Jesus uf em Bode und himmlet ihn aa.

Er verzellt. Sie lost geduldig zuä. Mit ihrem Blick hängkt si an sine Lippe.

In däre Situation erwartet d Marta in allem Ernst, dass Jesus für sii Partei ergriift.

Irgendöpis hätt di flissig Marta nöd begriffe.

Ihrer Meinig nach söll s Schwösterherz Maria uufstoh, in d Chuchi choo, nüme Jesus aahimmle, nüme zu ihm uuf’luäge und ihm zuä’lose und nüme mit ihrem Blick an sine Lippe hängke.

Stattdesse söll Jesus elai in dr guäte Stube sitze. Di baide Fraue werched i dr Chuchi.

Bis si fertig sind mit choche, cha Jesus es Heftli läse oder suscht söll er halt Fernseh luäge solang.

Also, d Marta beklagt sich über di fuul Schwöster, und Jesus antwortet mit eme Zitat. Er zitiärt us eme Liäd. Es Liäd, wo d Lüüt singed, wenn si guät druf sind. Es Liäd für Lüüt, wo z’fride sind mit ihrem Läbe. Und zwar solid z’fride.

Es isch en Psalm, wo Jesus drus zitiärt, dr Dankbarkeits’psalm 16.

In de Vers 5 und 6 heisst’s:

„Herr, was ich brauche, du teilst es mir zu;

du hältst mein Los in der Hand.

Mir ist ein schöner Anteil zugefallen;

was du mir zugemessen hast, gefällt mir gut.“

Diä Mensche, wo dr Psalm 16 singed, diä singed nöd:

„Wil ich sonen Flissige bin, goht’s mir so guät.“

Sondern si singed, sinngemäss: Gott git mir, was ich bruuche, und was er mir git, das isch nöd nur g’nuäg für mich, nei, es g’fallt mir sogar no!

Nach dr Übersetzig vo dr Gute Nachricht Bibel sait Jesus dr motzende Marta: „Maria hat di richtige Wahl getroffen.“ Das isch e guät’gmainti Übersetzig.

Wörtlich heisst’s: Maria hat „den guten Anteil erwählt“. Oder, mer chönt au säge: ‚den schönen Anteil‘.

So händs d Übersetzer vo dr Gute Nachricht Bibel bim Psalm 16 im alte Testament übersetzt.

Wichtig isch: där Anteil, wo mer erwählt, där hätt mer nöd im Migros postet. Där Anteil, das isch s Los, wo Gott aim zuä’g’messä hätt.

Där Antail erwähle, heisst eigentlich nur: das, was Gott mir gee will, nee.

Zuäpacke.

D Gläge’heit am Schopf packe.

Dr glücklich Moment nöd un’g’nutzt loh.

Di guät Ziit nöd verpasse.

D Möglichkeit nöd an sich verbii’ziäh loh.

Nöd warte, bis ds Ziit’fenster wider zuä isch.

Dr guäti Anteil er’griife.

 

Liäbi G’maind,

ich weiss nöd, wiä lang d Marta nach dr Begegnig mit Jesus no g’läbt hätt. Villicht 5 Johr. Villicht 50 Jahr. Ich gang dervo uus, dass si – im ainte Fall oder im andere Fall – no ganz vil G’lege’heit gha hätt zum Choche.

Zum Rüste.

Zum Brate.

Zum Backe.

Zum G‘schirr abwäsche.

Zum G’schirr abtröchne.

Zum Aa’füüre.

Zum Gluät verteile.

Zum d Äsche use’träge.

En anderi Frog: wivil Mol hätt d Marta in ihrem wiitere Läbe no d Gläge’heit gha, exklusiv em Jesus zuä’z’lose, ohni es G’sicht in dr Mengi z sii, ganz ohni Stress, in de aigene viär Wänd?

Im Lukasevangelium git’s niäned en Abschnitt mit dr Über’schrift „Der zweite Besuch von Jesus bei Maria und Marta“. Es git nur diä foif Värs, wo d Frau Henne [Lektorin im Gottesdienst vom 6. Februar 2005] ihne vor’gläse hätt, und vomene zwaite Bsuäch oder eme dritte Bsuäch bi de baide Dame isch nüt bekannt.

Suscht hätti mer das doch chöne organisiäre. Mer hätti chöne en Plan mache: bi de grade Bsuäch vo Jesus chocht d Maria, und d Marta dörf zuä’lose. Und bi de ungrade Bsüäch, wiä bim Bsuäch Nummer ais [1], isch jewils d Marta dra.

Aber Maria und Marta fuähred ebe nöd e Betriebs’kantine, wo d Gäst vo Mäntig bis Friitig ab 11.50 Uhr und bis spötestens 14.00 Uhr go Esse chömed, jahruus, jahrii.

Jesus isch aimol doh.

Vorher nonig.

Nochher nüme.

 

Liäbi G’maind,

jetzt chönnti mer no e chli spekuliäre.

Mer chönnt säge, do bricht sich doch en allgemeini Frustration Bahn, diä Maria, diä truckt sich garantiärt immer im Huus’halt. Sicher hätt’s ere d Marta scho hundertmol g’sait. Es nützt aber nüt. Und drum söll jetzt dr Gast dr Maria säge, si söll jetzt ändlich dr Martha emol im Huus’halt hälfe.

Ich spekuliäre jetzt no e chli wiiter und säge, wenn d Maria ihre Teil an dr Huus’arbet leistet, isch d Marta wäge däm immer nonig z’fride.

„Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und verlierst dich an vielerlei,...“ sait dr Jesus däre flissige Frau.

Gummi isch elastisch (Gümmeli zeigen!). No vil elastischer als en Gummi sind aber Sorge. Wenn mer es Gümmeli z’fest dehnt, denn riist’s(demonstrieren).

Sorge hingege chan mer praktisch beliebig uus’dehne. Wenn mer fest entschlosse isch, sich z sorge, denn chan mer sogar mit wenig Sorge dr ganzi Tag uus’fülle, di ganz Wuche, alli Ziit vo dr Wält.

Wenn d Maria endlich emol ihri Arbet im Huus’halt gseht, hätt d Marta zwar ai Sorg weniger. Aber dr Rest vo de Sorge, dr Sorge-Rest, wo ihre bliibt, där chan si immer no so uus-dehne, dass es langet für sorge’volli Stund, für sorge’volli Mönet, für e sorge’volli Existenz.

Es git Lüüt, wo en Grund händ, zum sich Sorge mache.

Vo dr Marta isch üs kain settige Grund bekannt.

 

Liäbi G’maind, im Schlusssatz vom Predigttext beziäht sich Jesus uf diä vo de Schwöstere, wo am Bode sitzt, uf d Maria.

Er sait:

„Sie hat sich für ein Gut entschieden, das ihr niemand wegnehmen kann.“

Was isch das für es Guät, wo aim niämert wäg’neh chan?

Ich glaub, es isch Folgendes: S Richtige zur richtige Ziit g’macht z haa.

S Rächte, wo mer zur rächte Ziit g’macht hätt, chan aim niämert wäg‘neh.

AMEN.

 

 

Liturgie

 

    01Eingangsspiel

    02Gruss

    03Morgenlied / Monatslied EG 572,1-5 „Morgenglanz“

    04(stehend / im Wechsel) Psalmgebet EG 117 [Psalm 34]

    05Vorstellung Sigristenpaar MH

    06Wunschlied Sigristenpaar „Von guten Mächten“ (Blatt)

    07Predigttext Lukas 10,38-42 MH

    08Lied mit Gitarre EG 700,1-4 „Weit wie das Meer“

    09Predigt

    10Zwischenspiel

    11(stehend) Fürbitte IP

    12Lied EG 815,1-4 „Jesu, leite mich“

    13Gruss von MAK. Mitteilungen. Kollekte. Kika IP

    14Schlussstrophen EG 247,8.11

    15(stehend / gemeinsam) Unser Vater

    16(stehend) Segen

    17(sitzend) Ausgangsspiel