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2005-01-30, 10:00, Sexagesimae (60 Tage vor Ostern)
Predigttext: Markus 4,26-29 [GNB] (26)Zu den versammelten Menschen sagte Jesus: (27)so geht er nach Hause, legt sich nachts schlafen, steht morgens wieder auf – und das viele Tage lang. / (28)Ganz von selbst lässt der Boden die Pflanzen wachsen und Frucht bringen. Zuerst kommen die Halme, dann bilden sich die Ähren und schliesslich füllen sie sich mit Körnern. (29)Sobald das Korn reif ist, schickt der Bauer die Schnitter, denn es ist Zeit zum Ernten.“
Liäbi Gmaind, als Predigttext händ mir es Gliichnis vo Jesus g’hört. Dr Evangelist Markus hätts im viärte Kapitel vo sim Buäch uuf’g’schribe. Jesus vergliicht di noi Wält vo Gott mit eme Puur und sinere Saat. Dr Puur goht zwar go säie, aber wenn d Chörnli emol im Bode sind, denn chan er nöd zu jedem ainzelne Chörnli goh und us jedem Chörnli der Halm use’ziäh und denn d Halme zwinge, dass Ähre an ihre Spitze stönd, und am Schluss de Ähre no befehle, dass si voll vo Chörnli werded. So goht’s nöd! Dr Puur goht go säie, und denn hätt er ganz vil anders z tuä. Er muäs de Hüähner luäge, er muäs dr Stall us’mischte, er muäs en Zuun repariäre und und und. Aber uf em Fäld, do hät er g‘sät. DIÄ Arbet isch erlediget. Dr Puur bliibt nach em Säie au nöd uf em Fäld und wartet, bis di erste Halm endlich us em Bode use chömed. Nai – nach em Säie goht er hei. Dr Puur hätt au kai schlaflosi Nächt. Er wälzt sich nöd im Bett hin und her und dänkt: „Wenn ich mir Sorge mache und richtig schlächt schlofe und am nächste Morge hässig bin zu minere Frau und de Chinde, denn wachst s Korn vilicht besser!“ – Nai, au das macht er nöd. Dr Puur goht go schlafe, er schloft tüüf und er schloft guät, und am Morge isch er erholt und stoht wieder uuf, und so goht das vili Tääg lang. Unterdesse wachst uf em Fäld d Saat. Joh, und am Schluss? Dr Puur isch elai uf s Fäld gange zum Säie, aber er goht nöd elai uf’s Fäld zum Ernte. So, wi das Gliichnis im Markus-Evangelium uuf’g’schribe isch, sind mir nöd emol sicher, ob dr Puur überhaupt zum Ernte uf s Fäld goht. Im Värs 29 stoht nämlich nur: „Sobald das Korn reif ist, schickt der Bauer die Schnitter, ...“. Also, dr Puur loht ernte. Vilicht chummt er mit uf s Fäld und packt ebefalls mit aa. Er isch doch en fliisige Puur, wo jede Morge uuf’stoht. Aber er isch au en Realist. Er weiss, dass uf sim Feld soviel Korn g’wachse isch, dass er das unmöglich alles elaige ernte chan. Er bruucht d Hilf vo anderne, vo einige anderne, ebe d Hilf vo de Schnitter, wo d Halm ab’schniided. Hüt, wo mir immer eso effizient sind, chönti mer ver’muäte, dass dr Puur drum zum Ernte mit uf’s Feld chummt, damit er controlling mache chan. Also, er würdi denn hinter de Schnitter her laufe und dötte, wo ab’g’ernteti Halm am Bode ligge blibe sind, diä gliich no uuf’läse, damit er 100% vo dr Ernte in sini Schüür bringe chan.
Liäbi Gmaind, wenn dr Puur im Gliichnis vom Jesus en fromme Puur gsi isch – und das wämer doch hoffe - , denn hätt er kai Nach’ernte g’macht. Im alte Testament git’s nämlich es G’setz, dass mer es Fäld nöd zwaifach ab’ärnte söll. Das isch es Fürsorg-Gsetz oder e Sozialhilfe-Regelig. Di arme Lüüt händ s Rächt gha, hinter de offizielle Schnitter här z laufe und diä ab’g’mähte Halm uuf’z’läse, wo bim Garbe binde use’grutscht oder suscht es wiä vergässe gange sind. Ernte isch also einersiits d Ernte vom Puur gsi, hingege d Nach-Ernte, dr zwait Durchgang, där hätt de Arme g’hört. Was hätt jetzt das mit em Taufe z tuä? Zerst emol gar nüt, wil dr Predigttext nach de Losige für dr hütigi Sunntig im Chilejohr bestimmt isch, und zwar ungeachtet desse, ob mer an däm Sunntig tauft oder nöd. Dr Sunntig im Chile’johr haisst Sexagesimae, das isch latinisch für 60, und es bedütet, no 60 Täg bis Ostere, oder mer chönnt au säge, no 60 Täg bis zur Ernteziit. D Uuferstehig vo Jesus an Ostere, wo allne Jünger und Jüngerinne s ewige Läbe bringt, isch d Ernte vo sim vergängliche Läbe. Es git aber glich no en Zsäme’hang mit dr Taufi. Bi dr Taufi gohts um di christlich Erziähig, wobi dr Sinn vo dr christliche Erziähig där isch, dass mer christlich läbt. Wenn d Eltere es chlises Chind taufe löhnd, denn isch klar, dass si d Hauptverantwortig für di christlich Erziähig händ, zsäme mit de Taufpate und wiitere Persone im Umfeld. Was mer binere Chindertaufi nöd eso g’merkt, das isch d Selbst-Erziähig, d Eige-Verantwortig. Es 8 Mönet alts Baby hätt jo au no chuum selbst-erziäherischi Fähigkeite. Wenn Chind oder Jugendlichi imene Alter sind, wo si sälber Joh säge chönd zur Taufi, denn bekenned si dodrmit, dass nöd nur di andere für si verantwortlich sind, sondern, dass si sälber ebefalls e Verantwortig für ihres Läbe träged. S aint schlüsst s ander nöd uus. S Christe’tum söll uf Über’züügig beruäh. Gliich’ziitig söll mer sich verloh chöne uf Lüüt, wo hilf’riich sind. Drum finde ich s schön, dass mir für üseri drü Taufte Tauf’züüge händ, obwohl das in dr Theorie nöd nötig wär. D Theorie isch aber nöd eso wichtig, d Praxis chumt z’erst. Und wenn das funktioniärt, was mer macht, chan mer sich in ere ruhige Minute immer no es paar theoretischi Gedanke drüber mache. D Wirkig vonere Erziähig im christliche Sinn chan mer nöd erzwinge. S Wachstum im Glaube isch öpis, wo mir, nachdem mir s Mögliche g’macht händ, erhoffe münd. G’sät werde muäs. Wenn dr Puur nöd sät, denn chan er no ganz vil schlafe und am nächste Morge uufstoh, er muäs denn aber am Schluss nöd wele go ernte. Denn, wenn mer uf eme frisch pflüägte Feld nöd sät, denn wachst zwar au öpis. Aber es wachst kai Korn. Es wachst Gras und Un’chruut. Für s Brot’bache isch Un’chruut un’geeignet. Und Un’chruut isch aa’steckend. Es ver’breitet sich schnäll. Diä Puure, wo rund’ume ihri Fälder händ, diä händ denn in ihrem Korn plötzlich au Un’chruut. Also, wenn mer d Chind nöd bewusst erziäht, isch das gliich en Erziähig, aber es isch e Erziähig, wo d Eltere sälber nüt dervo händ, und es isch en Erziähig, wo gsellschaftliche Schade aa’richtet, wil’s d Sprössling vo de umliegende Eltere negativ be’iiflusse chan. D Chinder’taufi chan öpis sehr Ruährends sii, mer vergisst bim Aablick vomene chliine, hilflose Chind aber liicht, dass d Eltere nöd für alles verantwortlich sind. Das Chind wird jo emol grösser, und nach sine zuä‘nehmende Fähigkeite und sinere wachsende Ii’sicht söll’s sälber Ver’antwortig für sis Läbe und sini Tate überneh. Im Endeffekt wär mer denn en erwachsene Mänsch, wo d Verantwortig übernimmt für sich sälber, und dur das fähig isch, au Verantwortig für wiiteri Persone, oder sogar Verantwortig für d Gsellschaft und d Umwelt und d Natur z überneh. Wichtig derbi isch d Grund‘klauslä us em Gliichnis vom Jesus. Damit di noi Wält vo Gott zu ois chummt, münd mir zwar schaffe, werke, vil schaffe und vil werke. Di noi Wält vo Gott chummt aber nöd, WIL mir werked, sondern WÄHREND mir werked. Dass mir öpis unternähmed isch ehnder e Form vo Dankbarkeit für d Chraft und d Energie, wo Gott ois schänkt. Es isch aber nöd dr Grund für s Wachstum, denn s Wachstum chummt vo Gott. Infolgedesse sind au mir nöd d Helde, wenn öpis G’schids bi oiserne Bemühige ent’stoht. Mir sind nur fliisig gsi in dr Zwische’ziit, währenddem s Wesentliche nach dr Ussaat ohni üsers wiitere Zuätuä entstande isch. AMEN.
01Eingangsspiel 02Gruss 03Wunschlied (1/2) EG 431,1-3 „Go, tell it on the mountains“ 04(stehend / gemeinsam) Gloria EG 218 05Predigttext Markus 4,26-29 06Wunschlied (2/2) „Du bist du“ [Liedblatt] 07Eingiessen des Taufwassers. Personalien 08(Täuflinge und Paten treten herzu) Taufe 09(Kigo vorn) Lied Kigo (1/3) „Wo zwei oder drei“ [Liedblatt] 10(stehend / im Wechsel) Bekenntnis 11(Kigo vorn) Lied Kigo (2/3) „Halte zu mir“ [Liedblatt] (danach: Täuflinge, Paten und Kigo setzen sich) 12Predigt 13Zwischenspiel 14(stehend) Fürbitte 15Monatslied / Jahreszeitenlied EG 545,1-5 „Schöpfer, deine Herrlichkeit“ 16Kollekte: ... 17Mitteilungen: ... 18(Kigo vorn) Lied Kigo (3/3) „Bewahre uns“ [Liedblatt] (danach: Kigo setzen sich) 19Schlussstrophen der Gemeinde EG 545,6-7 20(stehend / gemeinsam) Unser Vater 21(stehend) Segen 22(sitzend) Ausgangsspiel
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