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2004-09-12, 10:00 Gottesdienst
Römer 8,14-17 (14)Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, die sind Gottes Söhne und Töchter. (15)Der Geist, den Gott euch gegeben hat, ist ja nicht ein Sklavengeist, sodass ihr wie früher in Angst leben müsstet. Es ist der Geist, den ihr als seine Söhne und Töchter habt. Von diesem Geist erfüllt rufen wir zu Gott: „Abba! Vater!“ (16)So macht sein Geist uns im Innersten gewiss, dass wir Kinder Gottes sind. (17)Wenn wir aber Kinder sind, dann sind wir auch Erben, und das heisst: wir bekommen teil am unvergänglichen Leben des Vaters, genauso wie Christus und zusammen mit ihm. Wie wir mit Christus leiden, sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen.
Liäbi Gmaind, es goht ums Erbä. „Wenn wir aber Kinder sind, dann sind wir auch Erben“, schriibt dr Paulus in sim Briäf, won är de Römer g’schickt hätt. Dr Vergliich isch en bildhafte Vergliich, und wiä jedes Bild isch er drum begrenzt. Denn normaler’wiis bechumt mer sis Erbe infolge vomene Todes’fall über. Hingege bechömed mir das Erbe vo Gott nöd über, wil Gott stärbe würdi. Es isch ehnder eso, dass üs bewusst werde söll: was Gott g’hört als em himmlische Vater, das g’hört, wil mir sini Chind sind, irgendwiä ois. Dass dr Paulus in bildlicher Form redet, git ihm au e gwüssi künstlerischi Freiheit. S Erb’rächt vom alte Testament goht drvo uus, dass primär emol d Söhn öpis erbed, und innerhalb vo däne dr Erstgeboreni, dr Ältisti. Für d Töchtere spilt s Erbä erst denn e Rolle, wenn kai Söhn ume sind und somit übrigens au kain Erstgeborene zur Verfüägig stoht. So gseht’s s alte Testament vor. Es isch diä religiös und erb’rächtlich Tradition, wo dr gläubigi Jud Paulus dermit uuf’g’wachse isch. In sim Vergliich, won er bruucht im Römer’briäf, änderet er di alttestamentlich Tradition ab. Er schriibt nöd: wenn wir aber „Söhne“ sind, dann sind wir auch Erben. Sondern er schriibt: wenn wir aber „Kinder“ sind, dann sind wir auch Erben. Derbi händ jo gar nöd d Chind g’erbt, sondern d Söhn. An anderer Stell benutzt dr Paulus s Wort „Söhne Gottes“, zum dodrmit en alttestamentliche Gedanke uuf’griife. Aber er bruucht di gschlächterspezifisch Version nöd uus’schlüsslich. Er verwendet zuäsätzlich au no s Wort „Kinder“. Das isch – schiinbar ganz zwanglos - en Erwiiterig. Er bliibt nöd stoh dermit, di bestehende, alttestamentliche Sache e chli noi verpackt unter d Lüüt z bringe. Dr Paulus entwicklet di alte Gedanke wiiter – und prompt entstoht öpis Nois. Nöd nur d Verpackig isch noi, sondern dr Inhalt. Nöd nur d Formuliärig isch anders, sondern d Bedütig. Bim Paulus chönd also nöd nur d Söhn erbe, sondern au d Töchtere. In dr noiste Übersetzig von dr „Guäte Nochricht Bible“ hätt das öpert g’merkt. Drum wird jetzt statt mit „Söhne“ Gottes in oiserem Predigttext vo hüt mit „Söhne und Töchter“ Gottes übersetzt. Wil s wechselsiitig verwendete „Kinder“ d Töchtere iischlüsst. Das hätti mer aigentlich scho vil früäner chöne eso übersetze, em Sinn vom Paulus sine Wort entsprechend, mit „Söhne und Töchter“. Villicht hätt mer s drum nöd g’macht, wil mer dänkt hätt: wenn d Fraue bim Erbe vor Gott gliich’berechtiget sind, denn chömed si am Schluss no uf dummi Gedanke und wänd bim materielle Erbe nach eme Todes’fall ebe’so gliich’berechtigät sii. Obwohl dr Paulus natürlich nur e Aaspilig uf s göttliche Erbe g’macht hätt, wo di wiibliche Gläubige genauso en Aaspruch händ druf wi di männliche Gläubige. An anderer Stell betont dr Paulus, dass es vor Gott kai Rolle spilt, ob öpert Maa isch oder Frau. Was für Konsequenze das letztlich für e Gsellschaft hätt, isch für dr Paulus im damalige Moment allerdings vermuätlich no kais Thema gsi. Hützutags wird mer als Frau bim Erbe nach eme Todesfall nüme durs Gsetz benach’teiliget. Im Fall dass dr Paulus das damals scho g’wüsst hätti, dass aines Tages d Fraue bim Erbe zivil’rächtlich de Manne gliich’gstellt sind, hätti er sich als Chind vo sinere Ziit vilicht g’wunderet. E begnadeti religiösi Erkenntnis gschänkt z bechoo macht us eme Mensch nöd au zwanglsläufig en progressive Gsellschaftspolitiker. Aber, mit sine Gedanke, dass vor Gott Manne und Fraue gliich’berechtiget sind, hätt er aigentlich dr Wäg g’ebnet und d Stimmig vorbereitet derfür, dass mer sait: wenn vor Gott Manne und Fraue gliichi Rächt händ, wiso sölls im irdische Gsetz anderst sii? Wenn Fraue im Glaube NÖD benachteiliget werded, wieso sölled si denn in dr Gsellschaft und im zivile Gsetz benachteiliget werde?
Liäbi Gmaind, ich han vorher erwähnt, dass dr Paulus Ideä us em alte Testament gnoh und e chli wiiter entwicklet hätt. Es hätt denn immer no nach altem Testament tönt, aber dr Inhalt isch veränderet. Mer chan däm säge: „aktive Traditionspflege“. Also, mer poliärt d Tradition nöd nume, dass si schön glänzt (so, wiän es alts liäbevoll restauriärts und pützlets Füürwehrauto, wo imene Museum im Schiinwerfer‘liächt wiä noi erstrahlt, aber wo niämert hüt no bimene Brandfall iisetze würdi); sondern, im Sinn vo dr Tradition und mit Respekt vor em Alte schafft mer öpis Nois. Was isch jetzt säge, das wird zum Bispil in dr Auto’industrie aa’gwändet. Nämed mer emol aa, dass Si hüt – vilicht nöd grad am Sunntig, aber bispiliswiis morn am Mäntig – Lust händ uf es nois Auto. Si händ vilicht grad e grösseri Erbschaft g’macht und chaufed sich en britische Nobel-Sportwage vo dr Marke Aston Martin. Wenn si hützutags s grösste Aston Martin Sportcoupé im Aagebot chaufed, tönt s Motore’grüüsch vergliichbar wiä falls Si vor 30 Johr es V8 Coupé vo däre Marke kauft hätted. Es isch dr gliich markä’typisch (label‘spezifisch) Sound. Und es isch au di gliichigi kindlichi Froid, wo das spezielle Grolle und Dröhne vom Motor in de Ohre und in dr Mage’gruäb uus’löst. Derbi hätt s hütige Auto technisch nüt z tuä mit däm Wage, wo vor 30 Johr her’g’stellt worde isch. Dr Motor, wo hüt di praktisch gliichige G’rüsch er’züügt, isch en komplett andere als dr V8 Motor vo dazumals. Aber dr Sound isch dr gliich. D Emotione sind di gliiche. Dr Sinn vo dr Sach isch dr gliichigi. Dr Paulus nimmt also dr Sound und d Emotione und dr Sinn vom alte Testament. D Ziit isch aber nüme di gliich. D Ziit bliibt nöd stoh. Drum wird dr Inhalt wiiter’entwicklet. Hüt baut mer en Motor anderst als vor 30 Johr. Und au dr Rest vo oiserer Läbens’wält – usserhalb vo dr Auto’branche – veränderet sich. Zum reformiärte Glaubä g’hört’s derzuä, dass mer sich reformiärt, dass mer Reforme macht. Nöd als Selbst’zweck. Nöd als Beschäftigungs’therapie. Sondern zum das, was mit de begrenzte Möglichkeite fruäner g’macht worde isch, mit oiserne hütige vergrösserete Möglichkeite besser mache. Diä Lüüt, wo vor 30 Johr dr damaligi V8 Motor entwicklet händ, diä händ nöd extra en alter’tümliche Motor konstruiert, sondern g’mässe an dem, was si chöne händ und was damals technisch möglichi gsi isch, händ si ihres Beste geh. Wenn mer hüt s Gliichige mache würd, denn wäri s nüme s Glichige, denn es wär nöd im Sinn vom Alte. Im Sinn vom Alte isch es, wenn mir hüt das mached, wo HÜT s best isch, wo mir chönd und wo ois technisch möglich isch. S Alte respektiäre bedütet also, im Sinn vom Alte Nois z schaffe. D Tradition z bewahre bedütet, wiiterhin s Beste z gee. Au wenn dodrbi öpis use’chummt, wo vil wiiter goht als das früäner dr Fall gsi isch. Dass mer alti Sache aifach unveränderet loht, hätt au sin Platz. Där Platz haisst Museum. Aber in dr Chile und im Glaubens’läbe und in dr Gsellschaft läbed mir nöd im Museum. Sondern doh läbed mir in Sinn und Geist vo dr Tradition. S noie Testament stoht im Sinn und Geist vom alte Testament. Aber s noie Testament isch nöd s gliiche wiä s alte. Es isch es nois. Ich chume z‘ruck zum Bild: als Chind vo Gott sind mir erb’berechtiget. S Erbe - das, wo Gott z büüte hätt - isch s unvergängliche Läbe. Das unvergängliche Läbe bechömed mir als Erbschaft über. Dr Paulus versicheret üs, dass das eso isch. Wieso isch dr Paulus eso sicher? Er glaubt, dass Jesus s unvergängliche Läbe vo Gott übercho hätt. Er glaubt, dass dr himmlisch Vater sin Sohn Jesus Christus – im Sound vom alte Testament: sin „erstgeborene Sohn“ – an Ostere vom Tod uferweckt hätt. Jesus isch nöd uferweckt worde, damit er als 33 Johr alte Maa nomol öpe 50 Johr läbe dörf und denn in eme rächte Alter es zwaits Mol stirbt. Er isch vo Gott in sis Erbe uuf’g’noh worde, in d Unvergänglichkeit. Wil dr Paulus glaubt, dass dr Sohn vo Gott läbt, chan er de Römer schribe, die andere Söhn und Töchter vo Gott heiged ebe‘falls es Erb’rächt uf d Ewigkeit. Dr Paulus findet sogar no en Kniff zum erkläre, wiso dass es au de gläubige Mensche nöd immer besser goht als de Ungläubige: Jesus, dr Sohn vo Gott, hätt g’litte. Also, wenn mir mit Jesus läbed, denn isch es natürlich, dass mir im gliiche Sinn mit ihm laided. D Chind vo Gott tailed ebe s Schöne und s Truurige. Das isch en dämpfende Gedanke. Immerhin isch s Laide vo Jesus vorübergehend gsi, sini ge’erbti Herrlichkeit hingegä isch en anhaltende Zuä’stand. Als Abschluss von dr Predigt lies ich nomol dr letzti Satz vom Predigt’text: „Wie wir mit Christus leiden, sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen.“ AMEN.
01Eingangsspiel 02Gruss 03Sammlung EG 793,1-4 „Herz und Herz vereint zusammen“ 04(stehend / im Wechsel) EG 147 „Lobgesang des Jona“ 05Anbetung EG 33,1-3 „Singt mit froher Stimm“ 06Predigttext 07Jahreszeit EG 543,1-4 „Herr, die Erde ist gesegnet“ 08Predigt 09Zwischenspiel 10(stehend) Fürbitte 11Vertrauen (mit Gitarre) EG 700,1-4 „Weit wie das Meer“ 12Kollekte 13Mitteilungen 14Sendung EG 671,1.3.5 „Von Gott will ich nicht lassen“ 15(stehend / gemeinsam) Unser Vater 16(stehend) Segen 17(sitzend) Unser Vater
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