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2004-08-15, 10:00 Gottesdienst
Predigt Pfr. Jean-Marc Monhart

 

Liturgie

 

Predigttext 1. Korinther 12,1-11

    (01)Brüder und Schwestern! Ich komme nun zu den Fähigkeiten, die der Geist Gottes schenkt, und sage euch, was ihr darüber wissen müsst. /

    (02)Ihr erinnert euch: Als ihr noch Ungläubige wart, seid ihr vor den stummen Götzen in Ekstase geraten.

    (03)Darum muss ich euch vor allem eines sagen: Wenn Gottes Geist von einem Menschen Besitz ergriffen hat, kann dieser nicht sagen: „Jesus sei verflucht!“ Umgekehrt kann niemand sagen: „Jesus ist der Herr!“, wenn nicht der Heilige Geist in ihm wirkt. /

    (04)Es gibt verschiedene Gaben, doch ein und derselbe Geist teilt sie zu.

    (05)Es gibt verschiedene Dienste, doch ein und derselbe Herr macht dazu fähig.

    (06)Es gibt verschiedene Wunderkräfte, doch ein und derselbe Gott schenkt sie – er, der alles in allen wirkt.

    (07)Doch an jedem und jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist seine Wirkung in der Weise und mit dem Ziel, dass alle etwas davon haben. /

    (08)Die einen befähigt der Geist dazu, Gottes weisheitsvolle Pläne zu enthüllen; andere lässt er erkennen, was in einer schwierigen Lage getan werden soll.

    (09)Derselbe Geist gibt den einen besondere Glaubenskraft und den anderen die Kraft, zu heilen.

    (10)Der Geist ermächtigt die einen, Wunder zu tun; andere macht er fähig, Weisungen Gottes zu verkünden. Wieder andere können unterscheiden, was aus dem Geist Gottes kommt und was nicht. Die einen befähigt der Geist, in unbekannten Sprachen zu reden; anderen gibt er die Fähigkeit, das Gesagte zu deuten. /

    (11)Aber das alles bewirkt ein und derselbe Geist. So wie er es will, teilt er jedem und jeder in der Gemeinde die eigene Fähigkeit zu.

 

 

Liäbi Gmaind,

sit einiger Ziit isch vomene Geist d Red, wo dr Name vomene Ort trait: Olympia. Dr Geist vo Olympia, dr olympisch Geist, wird als Fundament vo de olympische Spiil dargstellt. Es fridlichs, internationals, fairs Kräftemessen findet in Grieche’land statt. Es git Enttüschige und Begeisterig, emotionali Höhe‘flüg und g‘fühlsmässigi Bruchlandige, und all das mehrmals täglich in allne mögliche Sportarte. Zum Tail sind s Sportarte, wo aim nur all vier Johr – ebe an dr Olympiade – interessiäred. Es sind zum Teil Sportarte, wo ain nur interessiäred, wenn e Schwizerin oder en Schwizer im Kampf um d Medaille mitmacht.

Bronze, Silber und Gold locked.

Unter de Auge vo dr ganze Wält z verlüüre, droht.

Zwischem Beste, wo aim passiäre chan, und em Schlimmste, wo aim droht, isch e grossi Kluft. Diä Kluft probiäred einigi mit unerlaubte Hilfsmittel z überbrücke. Mängi säged sogar, es seiged nöd wenigi, sondern es seiged vili, wo zu unerlaubte Hilfsmittel grifed, zu Doping.

Für d Schwiz hätt d Olympiade eso aagfange: bevor dr erst Sportler imene Wettbewerb in Athen und Umgäbig an Start isch, hätt mer aim vo de Uus‘erwählte es chemisches Hälferli nach’g‘wise. Bimene Training sind in sim Bluät Spure vo Epo gfunde worde. Där Radrennfahrer hätt nöd ins Flugzüüg uf Griecheland dörfe stiige, er muäs dihaimet bliibe.

Zwar hätt dr Ösi Camenzind am Tag nach sinere Überfüährig als Dopingsünder dr Rucktritt vom Sport erklärt. Und er hätt e schöni Gschicht verzellt: erst vor zwai Johr heigi er mit em Doping aagfange. Sini früänere sportliche Leistige heigi er suuber verdiänt, ohni z dope. Sin Tour-de-Suisse – Sieg 1998, zum Bispil.

Das chan stimme. Villicht hätt er würklich erst vor zwei Johr aa’g’fange z dope, so quasi als Alters’erschiinig, wil sin Körper nüme so wele hätt wiä sin Geist.

Aber falls er sich vor dr Presse‘konferenz mit eme guäte Aawalt abgsproche hät, denn hät ihm där Aawalt genau das empfohle: gib nur das zuä, wo mer dich jetzt verwütscht hätt derbi, und säg, früäner seigisch suuber gsi.

 

Liäbi Gmaind,

dr olympisch Geist isch en Geist vom Triumph. Dr Sieger stoht ufs Podest und loht sich fiire.

Dr olympisch Geist isch en Geist vo dr Niederlag. Dr Verlüürer schliicht sich vom Platz, und in dr Garderobe fühlt er sich elend.

Dr olympisch Geist isch en Geist vo dr Daseins-Freude. An ere Olympiade gits vili Sportler, wo sich aifach froied, dass si derbi sii chönd, und wo bi aller Ernsthaftigkeit vo dr Vorbereitig wüssed, dass ihres Mitmache s Beste isch, wo si z Büüte händ.  Dr olympisch Geist isch en Geist vo dr Furcht. Ich maine nöd Angst allgemein, sondern e ganz e konkreti Furcht: nämlich d Befürchtig, dass mer inere Dopingkontrolle hängke bliibt, dass mer uufflügt, dass mer als B‘schisser entlarvt wird.

Dr olympisch Geist isch en Geist vo dr Aaspannig. Mit däne Sportlerinne, wo mer mental unterstützt, liidet mer mit, wenn ihres konzentrierte Gsicht in Grossuufnahm mit Schweissperle in di guät Stube übertrait wird.

Und dr olympisch Geist isch en Geist vom Mitjuble, falls es denn zunere guäte Platziärig oder sogar für e Medaille g’langet hett.

Und dr olympisch Geist isch en Geist vo dr bedütigslose Konkurrenz. Immer meh Arbeitnehmer erläbed an ihrne Arbeitsort, in ihrne Büro und Werkstätte dr Druck vo dr Konkurrenz. Mängisch isch es d Konkurrenz mit eme andere Mitarbeiter, wo s Gliichige besser und schneller erlediget als ich und wo mich viliicht überflüssig macht oder als Niäte erschiine loht. Mängisch isch es di unsichtbar Konkurrenz vo anderne Firme, anderne Hersteller, wo aim d Uufträg abgrabed, bis mer ohni Arbeit uf em Trochene sitzt. Das isch e bedütigsvolli Konkurrenz. Wiä erliichternd isch es, wenn aim am Fernseh emol e Konkurrenz darbote wird, wo s derbi um nüt goht. Es goht nöd drum, ob ich min Job verlüüre. Es goht nöd drum, ob ich bruäflich uf dr Strecki bliibe. Es goht nöd um mich, um MIS Schicksal. Es isch nur Sport. Ich dörf zuäluäge, es isch öpis Farbigs, es verdüsteret mich nöd. Es isch öpis, wo min Kreislauf aaregt, und lastet nöd uf mim Mage.

Liäbi Gmaind, jetzt han ich vil über en Geist g’redet. Ich hoffe, es isch mir g’lunge, ihne anhand vom olympische Geist öpis dar’z’stelle: ain und derselbe Geist chan ganz verschideni Forme haa, wiä er sich ois mit’teilt. Ain und derselbe Geist chan ois uf ganz unterschiedlichi Arte bewege. Es isch nöd aimol dr ainti Geist für diä, wo gwünned, und es anders Mol en andere Geist, für diä wo verlüüred, und denn nomol en Geist für diä, wo Angst vor em ertappt werde händ, und en wiitere Geist für diä, wo s aifach fröhlich gnüssed, derbi z sii. Es isch immer ain Geist.

Und öpis in däre Art probiärt dr Apostel Paulus im Predigttext de Christe in Korinth z säge. Em Paulus goht’s nöd um dr Geist vo Olympia, er redet über dr Geist vo Gott, dr heiligi Geist.

An und für sich sötted mir Wörter wiä Gott und heilig als riich’haltigi, wiit uus’dehnti Wörter uuf’fasse, als Wort’bereich, wo drin vil Platz hett. Wo drin sehr vil Platz hett.

S Gege’tail droht aber. Vili Mensche, und au settigi, wo durchuus gläubig sind, wi di Frischbekehrte in Korinth, betrachted d Wörter „Gott“ und „heilig“ als öpis Iigschränkts, Dosiärts, eng Umrissäs, messerscharf Konturiärts; als Öpis, wo sehr uf sich sälber bezoge und in sich ab’g’schlosse isch ohne Bezug zu irgendöpis vorusse.

Mängi Lüüt wänd nöd an Gott glaube, will ihne das Wort langwiilig und nichtssagend vor’chummt und si sich nüt Interessants derbi vorstelle chönd.

Mängi Lüüt empfinded s Wort „heilig“ als langwiilig, eindimensional, flach, als unattraktiv.

Däm probiärt dr Paulus, so guät er chan, entgege’z’wirke, indem er sait: dr Geist vo Gott isch so riich’haltig, das er jedem und jedere die eige Fähigkeit zutailt. Wer an Gott glaubt, wird nöd standardisiärt, uf Einheits-Glaub-Niveau brocht, sondern, wer an Gott glaubt, wird individualisiärt, uf e persönlichi Art mit Gott konfrontiärt. Denn isch „Gott“ nüme öpis, wo mer umgoh muäs, zum es spannends Läbe haa: sondern denn isch Gott öpis, wo Interessants und Beriichernds druus use zu mir chumt.

S „heilig“ am „heilige“ Geist bedütet denn nöd, dass es sich um en lang‘wilige Geist handlet, sondern „heilig“ bedütet, dass es en viel‘fältige Geist isch, wo mir öpis git und mim Mitmensch öpsi Ähnliches oder e verwandti Gab oder öpis ganz anders. S „heilig“ am „heilige“ Geist chan sogar bimene andere Mensch öpis bewirke, won ich sälber gar nöd verstohne. Z merke, was vom heilige Geist g’wirkt isch und was nöd, das isch sälber wider e Gab.

Nöd jede Mensch hett diä Gab vo dr Unterscheidig.

Oder, anderst formuliärt: es paar Mensche händ diä Gab, s Wirke vom heilige Geist vo anderem z unterscheide, sicher nöd.

Ich sälber möcht nöd vo mir behaupte, dass ich in jedem Fall unterscheide chan, was vom heilige Geist bewirkt wird und was nöd.

Ich wais nur, dass es Christe git, wo en ganz en andere Geist z haa schiined als ich. Es git aber nur ain Herrgott, an der glaubed diä, und ich au. Denn isch es nöd en andere Geist, sondern ich erläb dr Geist vo Gott uf en anderi Art als mini entfernte Mit’christe.

Mir säged, vor Gott sind mir Bruäder und Schwöstere. Mängisch chummts mir allerdings ehnder vor, als gäbis vor Gott nöd nur Bruädere und Schwöstere im Geist, sondern au Cousins und Cousine, oder Vettern und Basen.

„Es gibt verschiedene Gaben, doch ein und derselbe Geist teilt sie zu.

Es gibt verschiedene Dienste, doch ein und derselbe Herr macht dazu fähig.“

Im Fall mir das glaubed, wird d Verschide‘heit vo de Mensche nöd es Chaos’element, sondern Uus‘druck vonere höchere Ordnig.

Im Fall mir das glaubed, isch heilig sii nöd öpis in sich Abgschlosses, sondern öpis, wo uf gege’siitigi Ergänzig uus’glait isch.

An Gott glaube isch denn nöd öpis Limitiärts, sondern es komplementärs Konzept.

Klar glaube ich sälber, aber ich glaub nöd für mich elai.

Min Glaubi isch zuätreffend für mich, aber für en Mitchrist wär s unzuäträffend, exakt min Glaube z haa. Das heisst nöd, dass mir chrampf’haft Unterschied suäched. Sondern es heisst, dass ich als diä Person, wo ich bin, Gott kenne’lerne. Und öpert anders lernt als diä Person, wo sie isch, Gott kenne.

Es git en Nachdenkvers: Wenn zwei Persone dr gliich Räge’schirm aaluäged, denn gsehnd si zwai verschideni Räge’schirm.

Falls das Bispil mit eme Räge’schirm funktioniärt, chan mers denn nöd probehalber uf Gott aawende?

Wenn zwai Persone dr gliichi Gott betrachted, denn gsehnd si zwai verschideni Götter. Nöd wil do zwai verschideni Götter wäred. Sondern wil do zwai verschideni Betrachter sind.

Und währenddem dr Räge’schirm aifach es Objekt isch, wo doh stoht und nüt macht, isch Gott es Subjekt. Er handlet, und während mir ihn betrachted, begegnet er üüs.

Denn händ mir bi zwai verschidene Mensche und Gott nöd nur zwai verschideni Betrachtigs‘wiise. Sondern mir händ zwai verschideni Begegnigs’wiise.

S Resultat dervo stoht im Vers 7:

„Doch an jedem und an jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist seine Wirkung in der Weise und mit dem Ziel, dass alle etwas davon haben.“

 

Liäbi Gmaind,

d Folg vo dr Riich’haltigkeit isch, „dass alle etwas davon haben“.

 

AMEN.

 

Liturgie

 

    01Eingangsspiel

    02Gruss

    03Lied EG 242,1-3 „Lobe den Herren“

    04(stehend / im Wechsel) EG 122 { = Psalm 90}

    05Ehemaliges Monatslied EG 50,1-3 „Am Morgen will...“

    06Predigttext 1. Korinther 12,1-11

    07Lied mit Gitarre KU 47 „It’s me“

    08Predigt

    09Zwischenspiel

    10(stehend) Fürbitte

    11Lied EG 731,1-3 „Ich will dem Herren singen...“

    12Abkündigungen

    13Leidstrophe EG 674,3

    14Kollekte: ...

    15Mitteilungen: ...

    16Schlussstrophen EG 242,4+5

    17(stehend / gemeinsam) Unser Vater

    18(stehend) Segen

    19(sitzend) Ausgangsspiel