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2004-06-20, Konfirmation 2004
Pfr. Jean-Marc Monhart

Predigt über „Vergangenheit und Zukunft“

 

Liturgie

Liäbi Gmaind,

was chan ich über s Thema „Vergangenheit und Zukunft“ säge, us dr Sicht vo dr Chile, vo dr Bible und vom Glaube?

Ich fang aa mit dr Sicht vo dr Chile. D Chile hett e Vergangeheit. Es paar Bestandteil vo us üserer Vergangeheit gebruuched mir hüt no. Das isch oisi Tradition.

Tradition isch öpis, wo mer sich dra hebe chan. Mer verloht sich druf. Am Sunntig findet en Gottesdiänscht statt. Jede Sunntig. Alles Mögliche änderet sich, aber das bliibt. Mer entscheidet sich nöd jedi Wuche noi, ob mer jetzt am nächste Suntig no en Gottesdiänscht veranstalte söll oder nöd. Es findet ain statt. Mängisch sogar zwai!

Di Jugendgottesdiänstpflichtige und d Konfirmande lerned in de drei Oberstufejohr, mit däre Tradition umzgoh. Jedes Johr händ Si zwüsche 80 und 90 Glägeheite, zum in Oberengstringe ais vo Ihrne zwölf Zetteli abzgeh oder sich als Konfirmande is Heft iizschriibe. Diä 68-78 gottesdiänschtliche Veranstaltige, wo dr jewiligi Konfirmand NÖD bsuächt, finded wäge däm trotzdäm statt.

Es isch es Aagebot, wo mer macht. Mer söll Gott lobe, am Suntig und am Werchtig, am Morge und am Nochmittag und am Obig, drinine und vorusse. Und drum veranstalted mir als Chile Gottesdiänst am Suntig und am Werchtig, settige am Morge und settigi am Nochmittag und settigi am Obig. Meistens in dr Chile. Hie und und da au unter freiem Himmel, uf em Dorfplatz, bi dr Tanne vor em Chilegmaindhuus, oder zwüschet ganz vilne Tanne uf em Gubrist.

Was isch d Zuäkunft vo dr Chile? Das wüsst ich jetzt gärn. Abstrakt: „Die Zukunft der Kirche“. Do chönnti en Zuäkunftsraisende denn Informatione us dr Zuäkunft mitbringe, und us däne würdi denn hervorgoh, wiäs um d Chile in dr Zuäkunft bstellt isch.

Aber aigentlich muäs d Zuäkunft gar nöd zu üs choo. D Zuäkunft vo dr Chile isch scho doh. En 17 Persone umfassende Tail vo dr Zuäkunft vo oiserer Chile wird hüt konfirmiärt. Und irgendwenn entschaided natürlich denn diä Lüüt, wiä Si d Traditione wiiter füähred, was si an Noiem bringed und was dass si über Bord wärfed.

Wenn mir däne Konfirmande vo hüt vertraued, denn münd mir üs um d Zuäkunft vo dr Chile kai Sorge mache.

„Vergangenheit und Zukunft“ us dr Sicht vo dr Bible. D Bible fangt aa mit ere ideale Schilderig, wo laider dr Vergangeheit aaghört. Es isch d Beschriibig vom Garten Eden, im 1. Buäch Mose.

D Bible hört uuf mit em noie Himmel und dr noie Erde, im Buäch vo dr Offebarig. Do sind mir zsäme mit Gott.

Dr Garten Eden isch relativ wenig bevölkeret. Ain Maa, ai Frau – das isch alles. Es langt ja au.

Di ewig Gmainschaft mit Gott, s ewige Läbe, wird demgegenüber au mit em Bild vonere Stadt beschribe. Diä Stadt heisst in dr Offebarig am Schluss vo dr Bible „Das neue Jerusalem“. Döt sind denn ali Lüüt veraint, wo Jesus Christus mit Gott versöhnt hätt. Allerdings gits für s ewige Läbe vili Bilder. Es heisst zum Bispil, dass es weder Maa noch Frau gäbi, und au nöd Tag oder Nacht. Gegesätz sind uufghobe. Und es git vil Musig in dr Ewigkeit. Musig – das isch jetzt öpis, wo im Garten Eden überhaupt nöd erwähnt wird. Obwohl ich mir gärn vorstelle, dass d Eva vilicht mol es Liädli trälleret hett. Aber das stoht nöd in dr Bible.

Und zum Schluss: „Vergangenheit und Zukunft“ us dr Sicht vom Glaube. Dr Glaube hett mit Gfühl z tuä. S Gfühl zum Garten Eden isch Enttüschig, Wehmuät, Melancholie. Es git e goldigi Truurigkeit, wil mer uf däre Wält niä ganz dihai sii chan. Zur Paradiesgschicht ghört, dass mer us em Paradies vertriebe isch und nüme zrugg chan. S Gfühl, dass mer im Läbe unterwägs isch und sini Heimat au in 95 Läbensjohr niä ganz finde chan, innwendig und usswendig, isch es zutüüfst christlichs Läbens’gfühl. Oder, ich müsst vilicht säge, es christlichs und zugliich es jüdisches Läbensgfühl.

Wi Ihne bekannt isch, chan en Mensch ganz verschideni Gfühl haa. Eventuell sogar gliichzitig. Mer chan truurig sii und sich denn doch freue. Mer chan am Verzwiifle sii und denn doch Hoffnig gspüre. An dr Schnittstell vo Vergangeheit und Zuäkunft stoht im christliche Glaube Jesus. Er versöhnt üs mit Gott. S Rad vo dr Gschicht zruckdrehe chönd mir nöd. Diä Wehmuät blibt. Zuäsätzlich bechömed mir aber öpis Nois über: e grossi Hoffnig uf d Zuäkunft. E Vorfroid uf e Zuäkunft mit Gott. E Zuäkunft, wo mir veraint sii werded mit Mänsche, wo mir in däm Läbe gärn gha händ. Und möglicherwiis, oder sogar zimli sicher, e Zuäkunft, wo mir veraint sii werded mit Mänsche, wo mir in däm Läbe nöd eso gärn gha händ.

Am Bispil vo Jesus gsehnd mir, was für Gfühl zum Glaube derzuäghöred. In de Evangeliä wird gschilderet, wiä er Wehmuät, Sehnsucht und Truur empfunde hätt. Ebeso chamer nachläse, wiä Jesus sich gfroit hett, wiä er g‘festet und Gott g’lobt hett.

Jesus isch für ois es Vorbild im Glaube. An ihm gsehnd mir, dass mer als gläubige Mensch kais Standardgfühl haa muäs, 24 Stund am Tag, 7 Täg in dr Wuche.

Wer d Bible list und in sich ine lost, ghört verschideni Tön. Das macht dr Glaube persönlich.

Nöd, wil ich dr ainzig Mänsch uf däre Wält wär, wo glaubt. Sondern, wil ich selber glaube, unter Iisatz vo minere ganze Person.

 

AMEN.

 

Liturgie

 

Dreifacher Einzug mit 3 Musikstücken:

    -Gruppe 1 Nicole, Philip, Severine, Jeannine, Patrick, Marianne – Haupteingang

    -Gruppe 2 Linn, Marco, Michael, Vanessa, Florence – Emporeneingang

    -Gruppe 3 Romano, Pascal, Lukas, Ramona, Dominic, Michelle – Eingang unter Orgel

 

    01Gruss: liturgisch JMM / persönlich Michael, Lukas, Philip

    02Hinweis zum 3fachen Einzug: Michael, Lukas, Philip

    03Lied „Himmel, Erde, Luft und Meer“: Gemeinde, Orgel (Folienwechsel 1)

    04(stehend) Dankgebet: Annemarie Buchs

    05Lied von Göla: Konfirmanden

    06Vorstellung Konfirmanden: Jeannine, Linn

    07Texte Vergangenheit: Severine, Vanessa

    08Lied „We are the world“: Konfirmanden

    09Konfstunde: Michelle, Nicole, Ramona, Marianne, Romano, Dominic (Anmoderation: Ramona)

    10Lied „Three little birds“: Konfirmanden

    11Predigt: JMM

    12Zwischenspiel: Band

    13Lied „Von allen Seiten“: Konfirmanden (dann: setzen)

    14Konfansprache: JMM (danach: Konfirmanden im Halbkreis nach vorne)

    15(stehend / im Wechsel mit Gemeinde) Bekenntnis

    16Vergabe der Konfsprüche: JMM (anschliessend: Gruppe zurück auf Sofas)

    17Zwischenspiel: Band (Folienwechsel 2)

    18(stehend) Fürbitte PL

    19Lied „Seine Wege“: Marianne, Jeannine, Pascal (Strophen) / Konfirmanden (Refrain)

    20Text Zukunft: Florence

    21Lied EG Grosser Gott: Gemeinde / Orgel (Folienwechsel 3)

    22eventuell: Abkündigung mit EG 674,3

    23Kollekte: Ramona, Nicole

    24Glück und Segen: Michelle

    25Mitteilungen: Apéro + Teppich + Blumen; Fanny Kerstein, Kirchenpflege

    26Verabschiedung: Marco, Patrick

    27Hinweis zum 3fachen Auszug: Marco, Patrick

    28(stehend / gemeinsam) Unser Vater

    29(stehend) Segen

 

Dreifacher Auszug mit 3 Musikstücken:

    -Gruppe 1 Nicole, Philip, Severine, Jeannine, Patrick, Marianne – Haupteingang

    -Gruppe 2 Linn, Marco, Michael, Vanessa, Florence – Emporeneingang

    -Gruppe 3 Romano, Pascal, Lukas, Ramona, Dominic, Michelle – Eingang unter Orgel