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2004-03-14, 10:00 Gottesdienst OCULI – Meine Augen sehen stets auf den Herrn. (Psalm 25,15) Predigttext Lukas 9,57-62 (57)Unterwegs sprach ein Mann Jesus an: „Ich bin bereit, dir überallhin zu folgen.“ (58)Jesus sagte zu ihm: „Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.“ / (59)Zu einem anderen sagte Jesus: „Geh mit mir!“ Er aber antwortete: „Herr, erlaube mir, erst noch meinen Vater zu begraben!“ (60)Jesus sagte zu ihm: „Lass doch die Toten ihre Toten begraben! Du aber geh und verkünde, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichten will!“ / (61)Ein anderer sagte: „Herr, ich will ja gerne mitkommen, aber lass mich erst noch von meiner Familie Abschied nehmen.“ (62)Jesus sagte zu ihm: „Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückschaut, den kann Gott nicht gebrauchen, wenn er jetzt seine Herrschaft aufrichten will.“
Liäbi Gmaind, „aber“ – das isch das Wort, won ich im Predigttext hängke blibe bin; s Wörtli „aber“. Im hütige Abschnitt vom Lukasevangelium werded drei Begegnige vo Jesus mit mögliche Jünger erwähnt. Im erste Fall bremst dr Jesus öpert, wo ihm spontan verspricht: „Ich bin bereit, dir überallhin zu folgen.“ Statt ihn z lobe für sini Entschlusskraft und für sini Bereitschaft, en Jünger z werde, setzt ihm dr Jesus es „aber“ entgege. Er sait ihm: „Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.“ Mit „Menschensohn“ meint dr Jesus sich sälber. Im alte Testament bedütet „Menschensohn“ ain, wo im Uuftrag vo Gott chummt. Er isch zwar en Mensch – en Sohn vome Mensch isch au en Mensch - , allerdings chummt er in göttlicher Mission. Öpert, wo Jesus nachfolgt, wird au zum Menschesohn: er bliibt en Mensch, zuäsätzlich erkennt er jedoch sini göttlichi Mission. Diä Mission isch mit ere Art vo Heimatlosigkeit verbunde. Wenn mer merkt, dass mer vo Gott g’schickt isch, denn hätt mer letztlich kai Heimat meh in disere Wält, sondern mer hätt sini Heimat in Gottes Welt. Als Jünger vom Jesus isch mer Bürger vom Jensiits. Und das bechummt där namelosi Jünger’aawärter z g’höre. Als Nachfolger vo Jesus g’wünnt er nöd nur öpis: d Beziähig zu Gott. Er verlüürt au öpis. Und das, won er verlüürt, isch öpis Grundsätzlichs. Er verlüürt di schön und beruhigend Illusion, sich s in däre Wält ain für allimol g’müätlich und bis an sis Läbens’änd ii’richte z chöne. Dr Fuchs jagt sini Nahrig – das sind zumene grosse Tail Müüs - , und denn tipplet er zruck in Fuchsbau. Döt isch er dihaimet. D Vögel händ ihres Nest. Wenn si en Wurm oder es Insekt erbüütet händ, bringed si ihri Nahrig is Nest zu de Junge. Und das isch also nöd so, wenn mer Jesus nachfolgt? Wiä hätts denn bim Jesus uus’gseh? Bis er cirka drissgi gsi isch, hätt er im Eltere’huus g’wohnt. S Huus vo Josef und Maria, wo sini 4 Brüädere und mindestens 2 Schwöstere mit ihm uuf’g’wachse sind, das hett er bis zu sinere Wanderschaft nöd verloh, zum uus’ziäh. Erst nachdem er sich taufe loh hett dur dr Johannes dr Täufer, isch er uf d Wanderschaft gange. Und doh hett er sich denn tatsächlich sälber über’rasche loh, wo dass es ihn am Obig vom noie Tag denn als nächsts hii’verschloht. Mängisch isch er zu de Lüüt hii gange, und mängisch vo de Lüüt wäg. Wenn er vo de Lüüt wäg isch, denn isch er allerdings nöd in es Feriä’huus, sondern in en einsami Gegend, won er sini Ruäh gha hett. Und wenn er hett wele schlofe? Sin Umhang, won er sich drin ii’g’wicklet hett, isch denn sis Ferie’huus gsi, und dr Erd’bode oder d Wise, won er sich druf g’lait hett, isch denn sis Hotel’bett gsi. Gelegentlich hett dr Jesus es paar Täg als Gast im Huus vo aim vo sine Jünger in Kafarnaum ver’brocht. Es isch s Huus vom Fischer Petrus gsi. Em Petrus sini Schwiger’muäter hett dr Jesus emol g’hailt. Sobald der Jesus sini Wanderschaft dur Galiläa fort’gsetzt hett, isch dr Petrus als ain vo sine Jünger mit’choo. D Frau vom Petrus und sini Schwigermuäter, respektive d Muäter vom Petrus sinere Frau, sind denn im Huus in Kafarnaum zruck’blibe. „Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.“ – Wiä hätt ächt där Maa reagiärt, wo dr Jesus ihm das g’sait gha hett? Hett’s ihn ab’g’schreckt, quasi au en heimat’lose z werde? Oder hätt s sogar sini Wanderlust g’weckt? Immer unterwägs z sii, stellt für en g’wüsse Typ vo Mensch öpis Spannends dar. Oder, und das wär denn scho di dritt Variante, vilicht hätt där möglichi Jünger au gar nöd so genau begriffe, was dr Jesus mit däne Füchs und ihrne Höhle eigentlich meint. Vilicht isch er ihm denn gliich noch’gfolgt, aber nüme so im Schuss drin, nüme ganz eso spontan, sondern mit em Gedanke im Hinterchopf, dass es en Vorbehalt git, es „aber“. Es „aber“, wo sich eventuell emol bemerk’bar macht...
Liäbi G’maind, dr zwait vo de drei Fäll tönt e chli brutal. Jesus forderet öpert uuf, ihm nach’z’folge. Där sait: „Herr, erlaube mir, erst noch meinen Vater zu begraben.“ Das isch doch sicher en korrekte Wunsch. Allerdings, wenn mer das g’hört, frögt mer sich doch: Wieso isch denn där Typ jetzt nöd scho uf em Begräbnis vo sim Vater? Wenn das so wichtig isch für ihn, wieso goht er denn zum Jesus und lost sine Predigte zuä, anstatt zerst sin Vater z bestatte? Und do chönnti mer jetzt spekuliärä ohni Ende. Irgend‘öpis stimmt nöd, das isch für mich klar. Vätere und Söhn, das isch es umfassends Thema. Ich han mir au scho überlait, dass ich, wenn ich emol hürote, nur Töchter über’choo will, wil s mir aifach z stressig wär, en Sohn oder Söhn z erzüche. Ich wais, vo was ich rede, denn min Vater hett drei Söhn erzoge. Anderersiits, min Vater hätt au e Tochter erzoge, und das isch au nöd unbedingt aifacher gsi. Zruck zur Gschicht vo Jesus: dr möglichi Jünger Nummer zwai hett es Problem. Er will zerst no sin Vater bestatte, sait er em Jesus. Aber sine Lüüt dihai hett er verzellt, er welli zerst no zum Jesus zum sini Predigt go lose. Er isch am ainte Ort nöd, wo er sii sött - und am andere Ort, won er isch, doh möcht er nöd bliibe. Hmm. Schwirig! Es git so Lüüt, wo sich nöd ent’scheide chönd. Mer dänkt denn, es chönnt joh di falsch Entscheidig sii. Unter Umstände isch es aber besser, mer trifft e falschi Entscheidig als gar keini. Villicht möcht dr Jesus dr möglichi Jünger Nummer zwai e chli provoziäre, indem er ihm sait: „Lass doch die Toten ihre Toten begraben!“ – Einigi Kommentatore behaupted, mit „die Toten“ seiged di geistig Tote g’maint; diä Mensche, wo vom Evangelium nonig erfasst worde sind. Diä, wo em Jesus nonig zuä’losed, diä sölled sich derfür um d Be’erdigunge kümmere. Das isch jetzt so ne Bibelstell, wo ich scho gern liäber dr Jesus direkt fröge würd, was er dodrmit g’maint hett, anstatt in irgendwelche gschide Buächer noch’z’luägä und denn gliich nöd z’fride z sii mit däm, was diä als Erklärig vor’schlönd. Vomene Verstorbene Abschied z neh isch wichtig. Und wichtig isch es, wiiter z läbe. Es isch vermuätlich en grundlegende Unterschied, ob mer en Partner verlüürt oder es Eltere’teil. Wenn en Partner stirbt, nämed mängi älteri Lüüt nüme grundsätzlich Abschied vo dr Frau oder vom Maa. Si bhalted dr Partner in Gedanke bi sich. D Eltere z verlüüre isch därgege öpis, wo mer mindestens in dr Theorie waiss, dass es emol passiärt. Aifach, wil si enere früänere Generation aa’ghöred als mer sälber. Und wil d Generatione im sogenannte Normalfall nachenand stärbed. Wenn mer sälber dr ältiste Generation aa’g’hört, wenn mer in di ältist Generation uuf’gruckt, vor’gruckt isch, denn muäs mer in d Zuäkunft luäge, wiä s wiiter’goht, was für en Biitrag mer für diä Wält laistet, bevor mer sälber abtritt. Wil mer joh denn nach dr Ordnig bi de nächste isch – an der Reihe, aber au „in charge“ (mit dr Kompetenz und em Uuftrag). Au wenn s nur e vorübergehendi Wält isch, händ mir doch e Verantwortig. Und wer nöd in d Zuakunft spiänzle möcht – sich dr Gege’wart z stelle, isch bereits e Leistig. Dodrmit sind mir bim mögliche Jünger Numero 3. Där möcht, bevor er Jesus nochfolgt, zerst no vo sinere Familiä Abschied neh. Wieder esones „aber“. „Ich chum denn scho mit, aber...“ Wi Si us mine früanere Uus’füahrige hend chöne entneh, isch dr Jesus nöd pauselos unterwägs gsi, und wenn er unterwägs gsi isch, hett er nöd pauselos d Jünger oder alli Jünger derbi gha. Und Galiläa isch chli. Technisch is es für en familiäfründliche Jesusjünger kais Problem, schnell en Tag oder zwai zu de Eltere oder zu de Verwandte z wandere, wenn dr Jesus grad emol e Pause macht oder im chline Kreis unterwägs isch. Das Problem, wo dr möglichi Jünger Nummer 3 gha hett, isch für ihn es Problem gsi, aber objektiv – in Wirklichkeit – isch es kais Problem gsi. Das söll’s joh geh, Problem, wo nur in de Auge vo däne Lüüt bestöhnd, wo diä Problem händ. Jesus sait ihm: „Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückschaut, den kann Gott nicht gebrauchen, wenn er jetzt seine Herrschaft aufrichtet.“ Wenn dr Puur pfluägt, denn muäs er sich am Horizont orientiere und an de bereits zogene Furche, damit er immer e noii gradi Furche in Ackerbode ziäht. Si kenned das vom Velo’fahre. Wenn mer fahrt und in dr Fahrt hintere’luäget, fahrt mer derbi in de seltenste Fäll bolze’grad wiiter. Meistens mached Velo’fahrer, wo sich umdrehiäd, derbi en chliine Schlänker. Mängi Velo’fahrer mached bim Hinderschi’luäge au en grosse Schlänker, doh händ denn d Autofahrer nöd eso Froid, wenn es Velo vor ihne plötzlich in d Breiti goht. Also, zum Jesus nochfolge bruucht mer der Blick an Horizont. Für ois isch das vermuätlich nöd schmerzhaft. Es git aber Christe, wo där Blick an Horizont als schmerzhaft erläbed. Ich han vor churzem über e Selbsthilfegruppe vo Türkinne in Dütschland g’läse, wo Jesus als Heiland erfahre händ. Vo Huus us sind si Muslima, und uf dr Uustritt us em Islam stoht d Todes’strof. In mänge Länder bringt d Familiä en zum Christetum bekehrte Famile’angehörige no tatsächlich um. Wenn mer sich nöd rächt’ziitig us em Staub macht. Das bedütet, statt dr körperlich Tod erlided mängi noii Christe en soziale Tod: si verlüüred ihri Familiä. Wil si vo dr muslimische Familie’mehrheit als Ketzer betrachtet werded, als Ab’g‘falleni, werded si sozial g’ächtet. Eltere, G‘schwüsterti, Unkle, Tante, Cousine und Cousins kenned aim nüme. Diä Selbsthilfegruppe vo Türkinne in Dütschland hett innert chürzister Ziit 200 Mitgliederinne g’funde, wo genau mit däm Problem konfrontiärt sind. Mer bringt si nüme um. Aber wil si an Horizont luäged, münd si das hinter sich uufgeeh. Und wenn das d Familiä isch, wo denn hinter aim liit, denn isch es en höche Priis. Umso meh sötted mir s schätze, wenn mir vo oiserne Familiä mit oiserem Glaube akkzeptiärt werded. No schöner isch es denn, wenn mer sogar mit Verwandte gemeinsam an Heiland glaube dörf. AMEN.
01Eingang Grupo (1/5) 02Gruss 03Lied EG 235,1-7 „Nun danket all und bringet Ehr“ 04(stehend / im Wechsel) Gebet (Blatt) 05Einführende Worte von Frau Hegnauer 06Lied Grupo (2/5) 07Predigttext 08Lied „Von allen Seiten“ mit Gitarre (Blatt) 09Predigt 10Lied Grupo (3/5) 11(stehend) Gebet (mit Beteiligung von Frau Hegnauer) 12Lied EG 795,1-7 „Sonne der Gerechtigkeit“ 13Kollekte: Unser Honduras-Projekt 14Lied Grupo (4/5) 15Mitteilungen: Chilekafi; J-Gd 17.3. 18.00; 3K-Abendmahl 21.3. 16Schlusslied EG 350 „Es segne uns der Herr“ 17(stehend / gemeinsam) Unser Vater 18(stehend) Segen 19(sitzend) Lied Grupo (5/5)
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