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2004-03-07, 10:00 Gottesdienst zum 9. Sonntag nach Epiphanias Predigttext Römer 5,1-5 (1)Gott hat uns also angenommen, weil wir uns ganz auf ihn verlassen. Jetzt ist Frieden zwischen ihm und uns. Das verdanken wir Jesus Christus, unserem Herrn; (2)denn er öffnete uns den Zugang zu der Gnade Gottes, die wir im Vertrauen angenommen haben und die jetzt unser Leben bestimmt. Nun sind wir voll Freude und Zuversicht, weil wir fest damit rechnen, dass Gott uns an seiner Herrlichkeit teilnehmen lässt. (3)Sogar dass wir jetzt noch leiden müssen, ist uns ein Grund zur Freude. Denn wir wissen, dass Leiden zur Standhaftigkeit führt; (4)Standhaftigkeit aber führt zur Bewährung, und in der Bewährung festigt sich unsere Hoffnung. (5)Diese Hoffnung aber gibt uns die Gewissheit, dass Gott uns nicht fallen lässt. Er hat ja unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt, als er uns den heiligen Geist geschenkt hat.
Liäbi Gmaind, im Tages-Anzeiger – Magazin vom letzte Februar-Samstig isch in dr Rubrik „Ein Tag im Leben von...“ vomene junge Christ brichtet worde. Er entwicklet und konstruiärt es G‘rät, wo e chli us’gseht wiä nen Trax oder suscht sone schwäri Baumaschine. Das Gerät diänt allerdings der Mine’suächi, indems verminti Gebiät abmäht und abholzt. Wenns uf em verminte Gebiät kai Strücher und kai Gras meh hätt, isch s Entmine vo Hand vil aifacher und nöd ganz eso gföhrlich. In dr Beschribig vo sim Tagesablauf hätt dr Konstrukteur gsait, dass er am Schluss vom Tag no öpe 10 Minute d Bible list, und zwar fortlaufend. Wenn er aimet nöd druus chummt, list er aifach wiiter. Mängi Sache, so sait er, begrift mer nämlich erst, wenn mer si zum dritte oder viärte Mol list.
Liäbi Gmaind, diä Iistellig hätt mich be’iidruckt. Es isch nämli nöd mini Iistellig, wo ich vo mim Charakter her han. Mini Iistellig wär’s nämlich, solang amene für mich schwirige Vers ume’z’choie, bis mir där Värs zäh und g’schmacklos vor’chummt wiä nen uus’kätschete Koigummi. Und was macht mer mit eme us’kätschete Kaugummi? – Mer entsorgt en. Diä Lockerheit, dass mer nöd immer alles grad im Moment begriife muäs, diä Lockerheit fehlt mir. Umso meh be’iidruckt mich diä Zuä’versicht, dass, was ich im Moment nöd ver’stohne, sich mir vilicht spöter uuf’tuät. Mich be’iidruckt diä Gelasse’heit, dass nüt verloore isch, wenn s das Mol nöd klappt, wil, es git jo vilicht no es nächsts Mol, oder es über-nächsts Mol. Oder es über-über-nächsts Mol. Und eventuell goht mir grad denn es Liächtli uuf. Dr hütigi Predigttext nach de Losige, Römerbrief Kapitel 5, d Vers 1-5 isch en sonen Text. D Wort stöhnd mir nonig so ganz plastisch vor Auge. Nachdem ich das im Verlauf vo de Johr scho es paar Mol dure’gläse han, erkenne ich allerdings bereits eso öpis wiä Umriss. D Konture zeichned sich langsam ab. Es isch um’gfähr so, wiä wenn mer am frühe Morge uf dr Balkon stoht und zwüschet de Hüüser an Horizont luäget. D Konture vo de Glarner Alpe und vom Üetliberg zaichned sich langsam ab. Mer isch nöd ganz sicher, aber mit jedere Minute gits es Mü meh Liächt, und irgendwenn gseht mer denn, dass es im Glarner Land tatsächlich Felsmassiv hett, und dass dr Sendemast vom Üetliberg mit sine viär rote Liächtli nöd in dr Luft schwebt, sondern uf eme ganz normale Högger stoht. Was sind d Konture vom Predigttext, vo Römer 5,1-5? Mir händ en Zuägang zur Gnad vo Gott. Drum richted mir üs druf ii, dass Gott üs an sinere Herrlichkeit teil’neh loht. D Herrlichkeit vo Gott, das isch nöd nur über’irdisch. D Herrlichkeit vo Gott sprengt zwar oiseri irdische Massstäb. Si bildet sich aber in oiserer irdische Läbens’welt ab. D Herrlichkeit vo Gott bildet sich ebefalls ab in irdische Wälte, wo nöd direkt oiseri Läbens’wält sind, wil si ganz chlii oder ganz gross sind. Es git vil Bestand’teil vo dr Natur, wo nonig oder nur wenig erforscht sind. Als Schüaler bin ich an dr Kantonsschuäl Sargans be’iidruckt gsi vomene Plakat, wo glaub ich im Biologie’labor anere Wand befestiget gsi isch. Uf däm Plakat sind es paar Dutzend Kalkstrukture vo Plankton uufzeichnet gsi. Plankton, das mikroskopisch chline Züüg, wo im Meer ume’schwimmt, gits in schiär unendlich vilne Variatione. Vili Planktons wohned, jedes für sich, imene fiine Kalkgehäuse. Diä Kalkgehäuse, wo mer vo blossem Aug wäg ihrer Chli’heit nöd erkennt, händ e Vilfalt sondergliiche vo plastische Forme. Wer im Meer schwimmt, gseht nüt vo däre absolut überwältigende Vielfalt. Und d Walfisch, wo vom Plankton läbed, mached sich vermuätlich au kai Gedanke drüber, dass si Tag für Tag abertuusigi vo geniale geometrische Skulpture im Chliinst’format als Nahrigs’mittel ver’werted. Als Mensch dänkt mer denn: wiso muäs diä Wält so kompliziärt sii, s gseht s jo gar niämert. Aber wenn mer go luäge goht, denn gseht mer s. Und mer chan an ali mögliche Ort go luäge goh, und findet immer wieder öpis Nois. Für diä Lüüt, wo Fän sind vo Insekte: es git meh unerforschti Insekte’arte als erforschti. Ich bin nöd so en Fän vo Insekte! Es isch nur es Biispiel, dass d Rich’haltigkeit und d Vil’falt und d Gross’zügigkeit vo Gott es schwachs Abbild in dr Natur g’funde hett. Nur scho dr Noch’hall (Nachhall) vom Schöpfer, sini Spure, sind ge’eignet, zum en Forscher e Läbensziit lang z beschäftige. Und nochher isch d Läbens’ziit ab’gloffe, und d Schöpfig isch immer nonig er’forscht. An dr masslose Herrlichkeit vom Schöpfer dörfed mir tail’neh. An sim unvorstellbare Riichtum chönd mir oiseri Froid haa. D Vilfalt vo Iidrücklichem, di verschwenderisch Pracht vo Forme und vo Strukture und Oberfläche will ois Gottes-Erkenntnis geh. Dr Schlüssel zu däm allem isch, dass mir mit däm Gott im Reine sind. Sini Gnad zu ois isch es, dass mir üs ihm nöchere chönd. Mir gsehnd diä Gnad ganz dütlich in dr Person vo Jesus Christus. Jesus isch di göttlich Gnad als Mensch. Wenn mir Jesus aa’luäged, denn gsehnd mir, wiä en Mensch uus’gseht, wo im Einklang mit Gott läbt. Es isch nöd alles schön. Gnad isch e schöni Motivation. Us däre Motivation use hätt Jesus Schlimms dure’g’macht. Wenn mir säged „Gott isch ois gnädig“, tönt das no e chli näblig. Wenn mer hingege en Film dervo macht, wiä Gott in dr Person vo Jesus Christus diä Gnad gläbt hett, denn chan das schlimmi Bilder geh. Dr Jesus-Film vom Mel Gibson, wo sit anderthalb Mönet in amerikanische Kinos lauft, isch in de USA „ab 16 Jahren“ frei’geh. Wil d Darstellig vom Liide und Sterbe naturalistisch dar’g’stellt isch in däm Film, wo dr Mel Gibson produziärt hett. Bis jetzt hätt’s in Amerika no kai Kritik oder Protest geh, wil am Jesus sis Liide so dütlich darg’stellt wird. D Kritik und dr Protest richted sich gege en Tail vo de Dialög. S gsprochene Wort, dr Text regt di ainte uuf. Bispilswiis kritisiäred jüdischi Organisatione, dass d Gegner vo Jesus im Jesusfilm nöd als symphatischi Persone dar’gstellt werded. D Befürchtige vo verschidene jüdische Interesse’vertreter sind, dass es alts Vorurteil wider’beläbt wird. Nämlich s Vorurteil, dass Jesus vo „den Juden“, also em Judetum insgesamt um’brocht worde seig. Rein iuristisch isch das bereits falsch. Di rächtlich Verantwortig für s Todesurteil vo Jesus hätt dr römischi Statthalter in Jerusalem, dr Ponius Pilatus. Theologisch isch es au falsch. Di moralisch Verantwortig für s Todesurteil vo Jesus händ mir. Wil mir Sünder sind. Oiseri Anti-Göttlichkeit, oises Gege-Gott-sii hätt Jesus tödet. En Toggeburger Künstler hett vor 40 Johr emol e Chrüzigungs’szene als Ölgemälde g’molet. Dodrbi hett er d Toggeburger Landschaft als Hintergrund gnoh. Und diä Lüüt, wo dr Jesus uf sim letzte Gang verhöhned, hett er mit Toggeburger Gsichter zaichet.
Liäbi Gmaind, där Künstler hett sich im Toggeburg damals, vor 40 Johr, unbeliäbt g’macht! Aber er hett rächt gha. D Botschaft luutet: wenn Jesus bi ois gläbt hätti, wär er au bi ois tödet worde. Er wär kollidiärt mit dem, wo s alte Testament als „Hartherzigkeit“ und „Verstocktheit“ und „Kleinmütigkeit“ beschriibt. Das ghört offebar zur menschliche Grundverfassig derzuä. Bi de Katholike wird aim d Sünd aa’gebore, als sogenannti „Erbsünde“. S Trennt-Sii vo Gott isch aim, wenn mer s eso gseht, scho vo Aafang aa is Bündeli glait, wo mer überchoo hett und mit sich trait. Bi de Reformiärte gits kai Erbsünd. Aber mer list sich d Trennig vo Gott unweigerlich uf em Läbensweg uuf. Es goht bi de reformiärte über dr freii Willä. Je meh ich fähig bin, mis Läbe durch Willens’entscheid z stüüre, desto meh hüüfed sich au Entscheid aa, wo für s Böse, für s Falsche und gege Gott sind. Di Katholike bechömed also d Erbsünd als Grund’us’stattig, di Reformiärte aigned sich d Sünd im Verlauf vo dr Willens’bildig aa. Dr Endeffekt isch dr gliich: mir sind trennt vo Gott. Es brucht en Gnade’akt vo Gott zum ois mit ihm versöhne. Gnad isch unbegriiflich. Wenn en Staats’präsident en Kriminelle begnadiget, git’s niä e Begründig. Gnad hätt kain Grund. Mer isch gnädig oder mer isch es nöd. Dodrfür, ungnädig z sii, gäbti’s jenschti Gründ. Gott chönnti jede Willens’entscheid, wo mir jemals gege s Guäte g’fällt händ, uuf’schriibe und gege ois verwände. Mir hätted kai Chance. Ungnad isch di absolut Gerechtigkeit. Zum Glück isch Gott meh als nur gerecht. Zum Glück isch er gnädig. Sini Gnad hett im Läbe, und vor allem im Sterbe vo Jesus, en höche Priis zahlt.
AMEN.
01Eingangsspiel 02Grusswort: „Ihr sollt erkennen, wie unermesslich die Liebe ist, die Christus zu uns hat und die alles Begreifen weit übersteigt. Dann wird die ganze göttliche Lebensmacht euch mehr und mehr erfüllen.“ – Epheser 3,19 03Lied EG 724,1.2.6 „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ 04(stehend / im Wechsel) Gebet [Blatt] 05Schriftlesung: Markus 12,1-12 06Boldernlied I „Von allen Seiten“ [Blatt] 07Predigttext: Römer 5,1-5 08Reprise Monatslied EG 50,1-3 „Am Morgen will ich singen“ 09Predigt 10Zwischenspiel 11(stehend) Fürbitte 12Boldernlied II „Schon zieht herauf“ EG 556,1-3 13Kollekte: Schneller-Schulen, Libanon 14Mitteilungen: nächster Sonntag Bfa-Gd 15Reprise Boldernlied I „Von allen Seiten“ [Blatt] 16Schlusswort: „Begreift doch: Für den Herrn sind die Völker wie ein Tropfen am Eimer oder ein Stäubchen auf der Waagschale; die Bewohner der fernsten Inseln wiegen für ihn nicht mehr als ein Sandkorn.“ – Jesaja 40,15 17(stehend / gemeinsam) Unser Vater 18(stehend) Segen 19(sitzend) Ausgangsspiel
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