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2004-02-01, 10:00 Gottesdienst zum 4. Sonntag nach Epiphanias Gruss Jakobus 2,13 Wer selbst kein Erbarmen gehabt hat, über den wird auch Gott erbarmungslos Gericht halten. Wer aber barmherzig war, darf auch vor Gottes Gericht auf Erbarmen hoffen.
Schriftlesung Matthäus 17,1-9
Predigttext 2. Korinther 4,6-10 (Gute Nachricht Bibel) (06)Gott hat einst gesagt: „Aus der Dunkelheit soll Licht aufleuchten!“ So hat er jetzt sein Licht in meinem Herzen aufleuchten lassen, damit die Menschen die göttliche Herrlichkeit erkennen, die Jesus Christus ausstrahlt. / (07)Ich bin nur ein zerbrechliches Gefäss für einen so kostbaren Inhalt. Denn man soll ganz deutlich sehen, dass die übermenschliche Kraft von Gott kommt und nicht von mir. (08)Obwohl ich von allen Seiten bedrängt bin, werde ich nicht erdrückt. Obwohl ich oft nicht mehr weiter weiss, verliere ich nicht den Mut. (09)Ich werde verfolgt, aber Gott verlässt mich nicht. Ich werde niedergeworfen, aber ich komme wieder auf. (10)Ich erleide fortwährend das Sterben Jesu an meinem eigenen Leib. Aber das geschieht, damit auch das Leben, zu dem Jesus erweckt wurde, an mir sichtbar werden kann.
Liäbi Gmaind, „es werde Licht“ – mit dem Zitat us dr Schöpfigs’gschicht fangt oise Predigttext aa. Dr Paulus sait’s in sim 2. Briäf an d Chile’gmaind in Korinth no e chli poetischer: „Aus der Dunkelheit soll Licht aufleuchten!“ Mit eme grosse Schwung fangt dr Apostel Paulus bi dr Schöpfigs’gschicht aa und landet denn bi siim aigete seelische Befinde. Das isch vilicht nöd emol so ungwöhnlich. Zwüschet dr Schöpfigs’gschicht, wo wiä mer si gseht, und em eigete seelische Befinde chamer sicher en Zsäme’hang konstruiäre. Wer vo Gott öpis erwartet, für där isch es beruhigend, in äre vo Gott g’schaffene Wält z läbe. Hingege wer vo Gott nüt will, där lehnt au d Idee ab, dass diä Wält irgendwiä vo Gott erschaffe sii chönnti. Dr Paulus gseht sich sälber als e chliini Wält, es privats Ein-Mann-Universum. Und er isch dr Mainig, dass d Schöpfigs’gschicht vo dr grosse Wält, vom allgemeine Universum, in sinere chliine Wält vollendet worde isch. Ämel für ihn. Denn vili Sunne’uufgäng und vili Sunne’untergäng nachdem s irdische Liächt uf d Wält cho isch, hätt dr Paulus s Liächt gseh. Es isch ihm es Liächt uuf’gange. Er isch erlüüchtet worde. Und dodrmit isch für ihn ganz selbstverständlich s gliiche passiärt, wo damals dr Wält passiärt isch, wo Gott gsait hätt: es werde Licht. Liächt isch derfür doh, dass mer öpis gseht, und dr Paulus gseht jetzt öpis. Im englische gits sogar es Liäd, wo so haisst: „I saw the light, I saw the light, no more darkness, no more night“. Im englische Liäd gits denn allerdings vor luuter Liächt kai Dunkelheit meh, kai Nacht. Und das isch sowohl unrealistisch wi auch müähsam für d Auge. Dr Paulus bliibt es bitz nöcher an dr Realität, sini Parallele isch jo ohnehin d Schöpfig. In dr Schöpfig gits nöd wägem Liächt kai Nacht meh. Sondern es git Liächt und Nacht und Liächt und Nacht. Vilicht gits sogar erst Nacht, sit’s Tag git. Aber ich glaub, das isch jetzt eher e philosophischi Frog. Wenn s nur Dunkelheit git, hett s aigentlich kain Sinn, vo Dunkelheit z rede. Wenn s nur schwarz git und suscht nüt, denn isch es vermuätlich au nöd schwarz. Diä Nächt, wo dr Paulus dure’stoh muäs – also diä Situatione, wo er bedrängt wird und nüme wiiter waiss - , diä sind für ihn nur Nächt; si händ emol aa’g’fange, und si höred wieder uuf, und denn isch Tag. Dr Paulus hett g’lernt, sini Krise’situatione als Durchgangs’phase z betrachte, so nach em Motto: do mus ich jetzt halt dure. Allerdings gits no es Nacht-Element im Tag, e Vor-Ahnig. Wenn s für s Befinde vom Paulus Tag isch, denn wird ihm gelegentlich bewusst, dass es irgendwenn emol ii’nachtet, und er denn nüme so vil und eso genau gseht wiä am Tag.
Liäbi Gmaind, das, was ich jetzt doh über dr Paulus verzellt han, das chönnted mir doch aawende für ois sälber. Wenn mir en Erkenntnis händ, wenn mir öpis ii’gsehnd, denn chönd mir das als e Fortsetzig vo dr Schöpfigs’gschicht betrachte. D Wält isch nonig fertig. Mit jedem Liächtli, wo ois uuf’goht, chummt d Schöpfig aber es birebitzeli wiiter. Mit jedere Erlüüchtig, wo ois gschänkt wird, chömed mir in dr Ent‘faltig vo dr Wält en Schritt vorwärts. En raine Optimismus isch es allerdings nöd, wo mir im 2. Korintherbriäf finded. Em Paulus sini Erlüüchtig findet nöd schwebend im luftleere Ruum statt, sondern si isch sozial und bluätig. Sozial isch si, wil dr Paulus sini Erkenntnis als es Allgemein’guät betrachtet. Das isch e Konsequenz us em grossspurige Vergliich mit dr Schöpfig. In dr Schöpfig hätt Gott s Liächt gschaffe, damit alli dervo en Nutze händ. Und wenn s bim Paulus taget, Tag wird, denn isch das ebeso wiä in dr Schöpfig nöd es Privat’liächt, sondern für alli, damit d Allgemeinheit en Nutze dervo hett. S Liächt vo dr Wält isch es Gschänk vo Gott, wo mer nöd für sich b’halte dörf. Mer muäs es wiitergeh. Oder eventuell sogar aifach wiiterloh. Mer chan jo Liächt nöd guät hebe. Di zentral Erkenntnis vom Paulus isch, dass Gott gnädig isch. Dr Paulus läbt im neue Testament, und aigentlich hätt mer das im alte Testament au scho chöne noch’läse, dass Gott barmherzig isch. Nur hätt dr Paulus das mit dr Barmherzigkeit, mit dr Gnad, bim Läse vom alte Testament nöd begriffe. Er hätt chöne läse, er hätt gläse, er hätt d Buächstabe gseh und d Wörter, aber es isch nüt passiärt. Erst dur d Konfrontation mit Jesus Christus hätt dr Paulus verstande, dass Gott ihm gnädig isch. Und das isch ihm so ii’g’fahre, dass er sini Erkenntnis hätt müse wiitergeh, ganz unwillkürlich, wiä unter em Zwang vomene Natur’gsetz. Ihm isch es so vor cho, dass er sini Erkenntnis gar nöd hätti chöne für sich b’halte, sogar, wenn er probiärt hätti, z schwiige. D Erkenntnis vom Paulus isch öpis Sozials: si verloht sis Studiär’stübli und goht use zu de Lüüt. Si tailt sich mit. Es isch öpis Bruuchbars ume, das wird uus’tailt. Leider isch d Erkenntnis vom Paulus au öpis Bluätigs: „Ich erleide fortwährend das Sterben Jesu an meinem eigenen Leib. Aber das geschieht, damit auch das Leben, zu dem Jesus erweckt wurde, an mir sichtbar werden kann.“ S Verzelle vom gnädige Gott isch bi verschidene Zuä’hörer ungnädig uufgnoh worde. Dass dr Paulus sini Erlüüchtig hett müse verbreite, hett e regi Reise’tätigkeit zur Folg gha. Nur sind damals ander Lüüt uf Raise gsi, wo das Risiko ebe’falls iigange sind: Händler, wo in Karawane oder uf Schiff underwägs gsi sind, händ müse mit Räuber rächne, mit Schiffbruch; und dodrmit, dass ihri War unterwägs Schade nimmt dur s Wätter, dur d Hitz, dur unruhigä Transport. Am Paulus sini War, s Evangelium vo Jesus Christus, hätt uf em Transport kain Schade chöne neh. Aber dr Transporteur, där schoh. Mehrmals isch dr Apostel us bedrohliche Situatione entchoo. Aber ainisch isch Schluss gsi. In dr Apostel’gschicht wird brichtet, dass dr Paulus vor sinere Bekehrig zu Jesus bim Stainige vomene Christ derbi gsi isch. Damals isch dr griächisch’stämmigi Stephanus in Jerusalem gstainigt worde. Dr Stephanus isch dr ersti Christ gsi, wo sin Glaube an dr Erlöser mit em Läbe bezahlt hett. Dr jungi Paulus - damals hätt er no sin Geburtsname „Saulus“ benutzt – isch bi dr Steinigung dr Chleider’wächter gsi. Wenn mer öpert steiniget, isch es vo Vorteil, wenn mer s bauschige Obergwand, wo mer sich normalerwiis um dr Oberkörper wicklet, abzücht. Wenn d Wurfhand nöd dur diä Stoffwulst über dr Achsle behinderet wird, goht’s Steinige nämlich vil ringer. Lüüt, wo im alte Israel öpert g‘stainiget händ, händ das us Empörig g’macht. Aber ihri Empörig isch nöd eso blind’wüätig gsi, dass mer wägedäm d Gfahr vo Chleider’diäb vernachlässiget hätti. Dr Paulus hett bi dr Hiirichtig vomene Christ mit’gmacht. Dass er uf d Chlaider vo de Steiniger uufpasst hett, isch moralisch gliich’bedüütend dodrmit, dass er sälber es paar Stei uf dr Stephanus g’ruärt hätti. „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen“, sait es Sprichwort. Dr jungi Paulus hett aine hii’grichtet, wo an Jesus glaubt hett. Dr alti Paulus isch sälber hii’grichtet worde, wil er an Jesus glaubt hett.
Liäbi Gmaind,
Vilicht chan mer us däm Tail vo sinere Läbens’gschicht dr Glaube als Erklärig wäg’loh. Und denn chan mer säge: ungeachtet desse, dass dr Paulus jetzt Christ gsi isch: das, wo er amene andere aatuä hett, isch über ihn sälber choo. Im irdische Sinn isch das Gerechtigkeit. Nach hütige Massstäb hätti mer dr Paulus joh müse wäge Teilnahme an gemeinschaftlichem Mord zu 20 Johr Zuchthuus verurteile. Dr Paulus isch zwar für sin Glaube g’storbe. Aber mit sim Tod in Rom isch es au zunere Art irdischer Gerechtigkeit cho. Er hett sini Strof doch no bechoo. Ich schlüsse mit dr Losig vom hütige Sunntig, Jakobus Kapitel 2, Vers 13: „Wer selbst kein Erbarmen gehabt hat, über den wird auch Gott erbarmungslos Gericht halten. Wer aber barmherzig war, darf auch vor Gottes Gericht auf Erbarmen hoffen.“ AMEN.
01Eingangsspiel 02Gruss Jakobus 2,13 03Lied EG 571,1-4 „Die güldne Sonne“ 04(stehend / im Wechsel) Psalmgebet KU 328 [Psalm 139] 05Schriftlesung Matthäus 17,1-9 06Lied EG 801,1+2 „Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ“ 07Predigttext 2. Korinther 4,6-10 08Lied KU 47,1-4 „It’s me“ 09Predigt 10Zwischenspiel 11(stehend) Fürbitte 12Lied KU 210,1-6 „Gottes Liebe ist wie die Sonne“ 13Kollekte 14Mitteilungen 15Schlussstrophen EG 571,6.8.10 16(stehend / gemeinsam) Unser Vater 17(stehend) Segen 18(sitzend) Ausgangsspiel
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