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Karfreitag und Ostern Warum musste Jesus sterben? Was sollte das? In der “heute” vom 20. März 2008 schreibt Abt Martin Werlen einen angenehm zu lesenden Artikel “Wir haben Grund, Ostern zu feiern”. Er geht dabei auf die Gefühlswelten von Karfreitag und Ostern ein. Ich möchte etwas zur Bedeutung von Karfreitag schreiben - und dazu dient auch ein “Aufhänger” aus dem Artikel des Einsiedler Abtes. Er schreibt:“Jesus selbst hat die Frage nach dem Warum am Kreuz zum Himmel geschriehen - und ist an diesem Tag ohne Antwort geblieben.” Diese Antwort möchte ich an dieser Stelle nachschieben. Sie steht in Johannes 3. Ich habe während den letzten Tagen immer mal wieder ein wenig daran “rumgekaut”. Jesus erzählt es - stellvertretend für uns - dem Kirchenmann Nikodemus. Der Originaltext nach der Zürcher Übersetzung 2007 steht weiter unten. Wohlgemerkt, das dritte Kapitel des Johannes Evangeliums steht in der Bibel weit vor dem Tod am Kreuz. Und Jesus fasst darin seine Botschaft - also die Grundlage des christlichen Glaubens - zusammen. Die Vorgeschichte findet sich schon im Alten Testament - also vor der Geburt von Jesus - schriftlich festgehalten und den damaligen wie heutigen Kirchenfrauen und -männern durchaus bekannt. Doch nun endlich zur Antwort der Frage, warum Jesus sterben musste. Damals sagte er (Verse 14 und 15): “Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn (Jesus) erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat.” Dazu muss ich vielleicht ein wenig ausholen. Haben sie auch schon in einem Spital oder einer Arztpraxis eine Schlange auf einem Stab gesehen? Es ist ein Zeichen für die Krankenheilung und geht auf eine Geschichte im alten Testament zurück. Als das Volk Israel viele Jahrhunderte früher aus Ägypten floh und in der Wüste war, wurden viele Menschen von giftigen Schlangen gebissen. Gott gab Mose den Auftrag, eine Schlange zu töten und auf einem Stab vor dem Volk gut sichtbar aufzustellen. Wer nun gebissen wurde und danach die Schlange auf dem Stab sah, wurde wieder gesund. Darauf spielt Jesus an. Er weiss lange vor seinem Tod: Sein Auftrag ist es, stellvertretend für die Sünden aller Menschen zu sterben. Dazu wird er gut sichtbar in der Öffentlichkeit am Kreuz hängen. Es musste also so sein. Er musste am Kreuz sterben. Doch die Antwort befriedigt wohl nur halb. Deshalb die zweite Frage von mir: Was sollte das? Warum ist Jesus in jenem Moment ohne Antwort geblieben? Dazu wieder etwas Grundlage. Im Vers 16 steht “Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.” Gott liebt die Menschen. Jeden Menschen. Vor Gott ist jeder Mensch gleich, egal, was er oder sie für eine Vorgeschichte hat. Die einen Menschen mögen etwas weniger, die anderen etwas mehr sündigen - also Ungerechtes tun. Doch irgendwie hat jeder Mensch etwas “auf dem Kerbholz”. Und das passt nicht mit Gott zusammen. Gott ist heilig. Er steht über uns. Und Heiligkeit und Sünde vertragen sich nicht. Das eine schliesst das andere aus. Der einzige Weg zu Gott ist, dass wir heilig werden, dass unsere Sünden nicht gezählt werden. Vor der Zeit von Jesus gab es Regeln (biblische Gebote), dass Tiere geopfert wurden, welche für die Sünden der Menschen herhalten sollten. Mit Jesus soll dieses Opfern ein Ende haben. Jesus, der Sohn Gottes, der nie gesündigt hat, soll für alle Sünden aller Menschen sterben, die das annehmen möchten. Darum ging es also. Der gerechte Sohn Gottes stirbt am Kreuz, damit es keine weiteren Opfer mehr braucht. Doch in dem Moment, wo er am Kreuz ist, werden ihm all unsere Sünden aufgebürdet. Jetzt trägt er unsere Sünde. Und wie bereits erwähnt: Gottes Heiligkeit und unsere Sünde - das passt nicht zusammen. Und so bekommt Jesus jetzt von Gott auch keine Antwort. Auch wir fragen manchmal, obwohl wir die Antwort kennen. Jesus war für uns - für mich - am Kreuz der einsamste Mensch, damit niemand mehr von Gott verlassen sein muss. Nun steht im Johannes Text von Vers 14 - 18 dreimal dasselbe mit leicht anderen Worten. Wenn Jesus oder ein Prophet in der Bibel drei mal dasselbe sagt, dann heisst, es: Daran gibt es nichts zu rütteln. Der Vers 18 sagt dann auch, wie wir uns das vorstellen müssen. Denn leider gelingt uns auch wenn wir glauben, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, nicht gleich und auch nicht immer ein gerechtes Leben. Doch Jesus sagt: “Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet.” Also, ich brauche nicht vor dem Richter zu erscheinen, weil Jesus schon dort war. Der Vers 18 geht auch noch weiter. Er weist darauf hin, dass es keine Alternative dazu gibt, zuzugeben, dass wir uns nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen können. Gleichzeitig steht da auch das grösste Versprechen welches mir nur vom christlichen Glauben bekannt ist. Es heisst “Heilsgewissheit”. Wenn ich daran glaube, dass Jesus für meine Sünden gestorben ist und diese deshalb vor Gott nicht mehr zählen, (Vers 15) dann gehe ich nicht verloren sondern ich habe ewiges Leben. Alle, die das glauben, werden nach dem irdischen Tod bei ihm sein. Nun, das war jetzt vielleicht etwas fremd und schwierig, für andere vielleicht auch zu einfach. Aber Jesus sagt viele Male (in etwas anderen Worten): Es braucht keinen hohen IQ (Intelligenzquotienten) das zu verstehen. Mit hohem IQ sind wir eher in Gefahr, doch wieder uns durch Rituale, Handlungen und Opfer in ein für Gott günstiges Licht stellen zu wollen. Dabei hat Jesus es so einfach gemacht - so einfach, dass es genügt zu Beten: Jesus, ich habe das nicht verdient, was Du am Kreuz für mich gemacht hast. Ich werde es auch niemals wieder gut machen können. Darum danke ich Dir einfach, dass Du mit meinen Sünden am Kreuz gestorben bist. Amen.
Matthias Monhart
Johannes Kapitel 3 (nach der Zürcher Übersetzung von 2007) 3,1 Es war aber einer unter den Pharisäern, sein Name war Nikodemus, einer vom Hohen Rat der Juden. |